Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Gemeinde Weilerswist zusammen. Aktuell: Der Zoch in DHO und Lommersum.
Karneval 2026So jeck feiert die Gemeinde Weilerswist – Schotter und Regen in DHO-Lommersum

Rockte den Zoch: der SSV Lommersum.
Copyright: Gerriet Scheben
An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Gemeindegebiet Weilerswist.
Derkum, Hausweiler, Ottenheim und Lommersum laufen über Schotter
Die Baustelle an der Landesstraße hat dem Zug, der am Rosenmontag durch Derkum, Hausweiler, Ottenheim und Lommersum gegangen ist, ein paar Probleme bereitet. „Jetzt müssen wir über Schotter“, sagte Zugleiter Stefan Vonnahme. Dabei sei eigentlich geplant gewesen, die Baustelle auf der L194 erst nach den Karnevalstagen zu eröffnen.
Neben dem regnerischen Wetter setzten dem Zoch laut dem Leiter auch fehlende Engagierte hinter den Kulissen zu: „Es bringen sich immer weniger ein“, so Vonnahme: „Dieses Jahr war es stressig.“ Seinen ausdrücklichen Dank sprach der Zugleiter aber Feuerwehr und Polizei aus. Diese sollen die fast 300 angemeldeten Jecken kräftig unterstützt haben.
Unter den Zugteilnehmern waren auch wieder die Dancing Cheers Lommersum. Die Showtanzgruppe begleite den Zug durch Derkum, Hausweiler, Ottenheim und Lommersum seit 2007, berichtete Trainerin Laureen Mundt: „Wir gehen immer als Fußgruppe mit.“ In diesem Jahr sind 25 Tänzerinnen mitgelaufen. Ihre Kostüme mit Diademoptik waren selbstgebastelt. Angesichts des schlechten Wetters sagte Mundt: „Wir gehen bei jedem Wetter mit.“
Der Zoch in Vernich war wie immer „die Bombe!“
Um die 600 Jecken sind beim Zoch am Rosenmontag mitgelaufen. „Wir haben dieses Jahr leider keine Tollitäten“, sagte Zugleiter Robert Erbstößer: „Aber wir haben welche in Aussicht.“ Trost spendeten die Tollitäten des Vorjahrs, die extra ein Bierbike nahe der niederländischen Grenze gemietet hatten. „Vergangenes Jahr hat mein damaliges Gefolge schon Bier ausgeschenkt. Dieses Jahr wollten wir es richtig mit Bierbike machen“, sagte Ex-Prinzessin Yvonne Weckert. Dazu verteilte ihr ehemaliges Gefolge noch Brezeln und Mettwürstchen an die Karnevalisten am Straßenrand. Weckert: „Egal, wie das Wetter ist, unser Zoch wird immer die Bombe!“
Was noch zum Gelingen beiträgt? „Wir haben ein gutes Agreement mit Verwaltung und Feuerwehr – wir arbeiten Hand in Hand“, so Robert Erbstößer: „Hier in Vernich funktioniert das Dorfleben.“ Die Teilnehmerzahlen seien unabhängig vom Wetter sehr konstant in den vergangenen Jahren, berichtete er weiter: „Trotz der ganzen Auflagen und gestiegenen Kosten lassen es sich die Zugteilnehmer nicht nehmen, hier Karneval zu feiern.“ Junggesellen- und Schützenverein seien neben der KG „Mer gon Vör“ Vernich fester Bestandteil des Zochs.
„Mittlerweile sind wir die größte Gesellschaft in Weilerswist“, sagte der Chef von „Mer gon Vör“, Sven Hinterwälder. Der vor über 100 Jahren gegründete Verein war mit fünf Wagen unterwegs. „Wir kriegen weiter viele neue aktive Mitglieder“, freute sich Hinterwälder.
Bei den St.-Sebastianus-Schützen ging Nina Neurauter mit, die extra aus Tirol angereist ist. Ihren Tiroler Ehemann hatte sie vor acht Jahren bei einem Schützenfest in der Gemeinde kennengelernt.
Im Metternicher Zoch heißt es: „Wir sind alle gleich bekloppt“
50 der 55 Jahre, die es die private Gruppe „Grüngürtel“ gibt, laufen die Jecken bereits im Metternicher Zoch am Karnevalssonntag mit. Ausfälle habe es nur wegen der Flut und Corona gegeben, erläutert Alexander Gerten. Seine Großeltern haben die kleine Gruppe gegründet, in der mehrere Generationen gleichzeitig unterwegs sind. Die Suche nach dem Chef der diesjährigen Frösche und Prinzessinnen bleibt vergebens: „Wir sind alle gleich bekloppt – hier gibt's keine Positionen“, sagt Gerten und lacht.
Dirk Schmitz, einer der sechs Zugleiter, berichtet, dass es sich beim diesjährigen Zug um den längsten in der Metternicher Geschichte handele. Krankheitsbedingt seien zwar einige Wagenengel kurzfristig ausgefallen, man habe aber neue Aufpasser zusammentelefonieren können, so Schmitz. Die gesunden Engel gaben in diesem Jahr auf 20 Gruppen acht. Viele von den gehenden oder fahrenden Karnevalisten kommen seit Jahrzehnten mit, einige machten im Zug Dauerparty.
Für die Gruppe des Tanzsportvereins Metternich, die als 101 Dalmatiner unterwegs waren, ist der Zug am Karnevalssonntag der Saisonabschluss. Aber die Verschnaufpause ist kurz: „In zwei Wochen geht's weiter mit Turnieren“, gab die erste Kassiererin Evelyn Lippmann einen Ausblick.
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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!

