Abo

AltstadtSo will die Stadt Burscheid den Marktplatz und die Kirchenkurve umgestalten

3 min
Der Marktplatz soll zu einem multifunktionalen Eventraum umgestaltet werden.

Der Marktplatz soll zu einem multifunktionalen Eventraum umgestaltet werden.

Das Konzept für den Umbau der Burscheider Altstadt ist in der finalen Phase – bei einem Bürgerevent diskutierte man über Detailfragen.

Das Interesse an der Umbauplanung der Stadt ist groß. Am Montagabend sind bei einer Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger fast alle Plätze im Kulturforum belegt. Seit September 2024 hat die Stadt jährlich einen Workshop angeboten, um die Burscheiderinnen und Burscheider mit ihren Wünschen in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Nun befindet man sich in der finalen Entscheidungsphase: Ein Entwurf ist nur noch im Rennen, jetzt geht es um Details. 

Die Kirchenkurve soll sich zu einem Raum für Aufenthalt und Geselligkeit entwickeln, den Marktplatz will die Stadt als Veranstaltungsort ausbauen. dafür soll die Altstadt neu bepflanzt werden: Insgesamt 24 Bäume würden dann zukünftig die Straßen säumen. Eine Fußgängerzone soll es allerdings nicht geben, stattdessen will man den verkehrsberuhigten Bereich mit Tempo 20 beibehalten, damit dort weiterhin geparkt werden kann. Die Parkplätze werden allerdings weniger und sollen sich auf den nördlichen Bereich der Altstadt konzentrieren.

Die Kirchenkurve soll sich in einen begrünten Ort mit Aufenthaltsoptionen verwandeln.

Die Kirchenkurve soll sich in einen begrünten Ort mit Aufenthaltsoptionen verwandeln.

Auf dem Marktplatz werden die Burscheiderinnen und Burscheider die Parkmöglichkeiten künftig temporär nutzen können. Um die Kirchenkurve in einen Ort des Wohlfühlens zu verwandeln, plant die Stadt einige Sitzgelegenheiten durch Sitzstufen, Bänke, Hocker und Sitzanlagen, bei denen man sich gegenüber sitzen kann, zu installieren. Ein Sonnensegel soll als temporäres Dach über dem Kirchenpodest aufgespannt werden können. Es kann dann bei Konzerten Schatten spenden, zusätzlich wären die Instrumente dann besser geschützt.

Der angedachte Trinkwasserbrunnen muss aus Kostengründen erst mal warten und auch für eine Sonderbeleuchtung des Marktplatzes muss die Finanzierung noch geklärt werden. Dass der Bereich besonders beleuchtet sein soll, ist der Stadt allerdings ein Anliegen, um den Ort atmosphärisch hervorzuheben. Auf dem Marktplatz möchte man ebenfalls mit Begrünung für Schatten sorgen. Unter den Bäumen soll allerdings noch genügend Platz für Aufenthalt, Food-Trucks und Pop-up-Gastronomie sein. Für die Befestigung des gesamten Bereichs hat man Betonsteinpflaster mit Grauwacke-Vorsatz vorgesehen.

Burscheid: Das wird der Umbau voraussichtlich Kosten

Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Umbau auf 2,9 Millionen Euro – davon 1,9 Millionen für die Umgestaltung der Altstadt und knapp eine Million speziell für den Marktplatz. Bei der Bezirksregierung will die Stadtverwaltung zum 30. Oktober dieses Jahres Fördermittel beantragen, eine Bewilligung ist dann im Sommer des nächsten Jahres zu erwarten. Die ersten Baumaßnahmen seien dann frühstens im Herbst 2028 beziehungsweise im Frühjahr 2029 zu erwarten. Wichtig zu betonen ist der Stadt auch: Für die Umbauten kommen keine zusätzlichen Beiträge auf die Burscheiderinnen und Burscheider zu.

Die Informationsveranstaltung der Stadt zur Umgestaltung der Altstadt war am vergangenen Montagabend gut besucht.

Die Informationsveranstaltung der Stadt zur Umgestaltung der Altstadt war am vergangenen Montagabend gut besucht.

Unter den Interessierten stößt das Konzept auf viel Zustimmung. „Das klingt nach einem ästhetischen Konzept“ und „Sicherlich ein Gewinn für Burscheid“, heißt es. „Mich beruhigt, dass der alte Baumbestand erhalten bleibt, diesen Respekt gegenüber der Natur finde ich sehr angenehm“, sagt ein Burscheider. Auch viele andere begrüßen die umfangreiche Begrünung. Vor allem freut man sich darüber, als Bürger bei dem Entwicklungsprozess mitgenommen zu werden. „Alles, was ich beim letzten Mal angemerkt habe, zum Beispiel, dass ein paar Parkplätze noch erhalten werden sollten, wird jetzt umgesetzt“, sagt eine Burscheiderin begeistert.

Mit dem Gesamtkonzept scheint man zufrieden zu sein, Diskussionsbedarf gibt es aber noch bei einigen Details: „Ich habe noch nichts von Fahrradständern gehört, wenn in der Altstadt nicht so viele Autos parken können, wäre das ja sinnvoll“ sagt ein Mann und: „Es braucht langfristig einen Trinkwasserbrunnen, weil es immer heißer wird in den Städten“. Einem anderen Bürger fehlt der Aspekt der Barrierefreiheit. Die Richtung stimmt also aus Sicht der Burscheiderinnen und Burscheider – bei den Details bleibt wohl nach wie vor noch Raum für Diskussionen.