Die Fichten sind fast alle abgestorben, aber auch Laubbäume leiden unter dem Klimawandel.
BerichtIn Burscheid steht „sehr gesunder, guter Mischwald“

Rund 81 Hektar Wald hat Burscheid. Nahe dem Zentrum findet man den Eingang im Naturschutzgebiet Eifgenbachtal.
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Wie kaputt ist Burscheids Wald, und wie bringt man ihn durch die Klimakrise? Der Bericht von Oberförster Georg Windmeier bot am Donnerstagabend im Umweltausschuss viele Anlässe für Fragen. Im Prinzip, so Windmeier, steht der Wald in Burscheid recht gut da: Auf dem Großteil der rund 81 Hektar Kommunalwald stehen Laubbäume: vor allem Buchen und Eichen. Letztere sind zum Teil sehr alt, nämlich zehn bis 150 Jahre.
Ziemlich viele Eichen sind auch sehr neu, denn sie wurden vor allem anstelle von Fichten angepflanzt. Letztere sind „praktisch alle nicht mehr da“, so Windmeier im Rathaus. Ursprünglich machten sie rund elf Prozent des Baumbestands aus, knapp acht Hektar.
Fichten für China
Seit 2019 seien vor allem Fichten verkauft worden. Der Hintergrund: heiße, trockene Sommer, dann Borkenkäferbefall, Absterben, aus dem Wald räumen, Verkauf. Weil das an vielen Stellen in Deutschland so gelaufen ist, sei Nadelholz im Überfluss auf den Markt gekommen und zum Schluss sogar nach China verkauft worden. „Das ist ja eigentlich nicht das, was wir wollen“, so Windmeier: Waldwirtschaft, das ist lokale, allenfalls regionale Wirtschaft.
Es geht aber auch nicht darum, um jeden Preis abgestorbene Fichten aus dem Wald zu bekommen, betonte der Oberförster. Auch abgestorbene Bäume hätten ihren ökologischen Wert, zum Beispiel als Unterschlupf für Insekten. Manche Hänge in Burscheid seien auch so steil, dass sie praktisch nicht zugänglich seien. Auch da müsse man sich an den Anblick abgestorbener Fichten gewöhnen.
Buchen können Sonnenbrand bekommen
Die ältesten Bäume sind Buchen. Manche sind bis zu 180 Jahre alt. Neuere Erkenntnisse zeigen aber, dass diese Bäume ebenfalls stark unter dem Klimawandel leiden. Bei anhaltender Trockenheit und starker UV-Belastung bekommen sie „Sonnenbrand“, und das macht sie anfällig für Schädlinge.
Auch nicht ohne ist der Eichenprachtkäfer, der den Bäumen am Ende nicht weniger schade als der Borkenkäfer, so Windmeier. Das alles zeigt: Je weiter der Klimawandel voranschreitet, desto mehr Fragen wirft er auf. Gewissheiten, welche Bäume ihn besonders gut ertragen, gebe es nicht, so Windmeier.
Stand heute könne man aber sagen: In Burscheid steht „ein sehr gesunder, guter Mischwald“. In dem sich auch die Elsbeere verbreite, ein heimischer, robuster Baum.
Brombeere und Birke wachsen zu schnell
Dennoch brauche der Wald Pflege, vor allem in aufgeforsteten Bereichen, unterstrich Windmeier: Auf freiem Terrain wachsen Brombeeren und Birken in den ersten zehn Jahren schneller als die angepflanzten neuen Bäume. Dort müsse man also eingreifen.
Aber es gibt natürlich auch menschliche Einflüsse auf Burscheids Wald. Zu den positiven zählen gut ausgebaute Forstwege. Die würden, so Windmeier, spätestens dann wichtig, wenn ein Feuer ausbreche. In dieser Hinsicht sei Burscheid wesentlich besser ausgestattet als die Nachbarstadt Wermelskirchen, die allerdings auch mehr als 630 Hektar Wald hat. „Da gibt es Bereiche, da kommen Sie gar nicht hin.“
Auch in Burscheid allerdings gibt es abseits der Wege problematische Eingriffe: wild angelegte Mountainbike-Trails. Immer wieder treffe er etwa am Eifgenhöhenweg auf solche Strecken, und die schädigten den Wald beträchtlich. Ob man der Sache nicht Herr werden könne, wurde gefragt. Vielleicht: In Bergisch Gladbach sei ein offizieller Trail angelegt worden. Dort allerdings ist die Mountainbiker-Szene auch organisiert, die Stadt hat einen Ansprechpartner. In Burscheid gibt es so etwas offenbar nicht.
