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MusikvereinIn Drabenderhöhe bestimmen die Kinder selbst, was gespielt wird

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Kinder mit Musikinstrumenten stehen vor einem Eiswagen.

Der Preis ist Eis: Bei der letzten Probe vor den Ferien spendierte der Musikverein seinem Nachwuchs eine Erfrischung.

Der Drabenderhöher Musikverein hat seine Nachwuchsarbeit neu organisiert und wieder ein eigenes Jugendorchester. Dieses hat seine eigene Regeln.

Wegen des herrlichen Sommerwetters wurde die letzte Probe vor den Ferien auf den Soccercourt verlegt. Zwischendurch fuhr ein Eiswagen vor, der Verein spendierte den jungen Musikern eine kühle Erfrischung. Und als erster Termin nach den Ferien steht ein Ausflug zum Movie Park in Bottrop mit anschließendem Grillfest an.

Musik zu machen, kostet sicher Fleiß und Mühe. Es soll aber vor allem Spaß machen. Nach diesem Motto ist das neue Jugendorchester des Musikvereins Siebenbürgen Drabenderhöhe an den Start gegangen. Beim Erntedankfest am 13. September wird es seinen ersten Auftritt unter diesem Namen haben.

Crowdfunding für neue Instrumente

Teamleiter Markus Müller berichtet: „Bei uns im Musikverein Siebenbürgen-Drabenderhöhe ist in den vergangenen Monaten sehr viel im Jugendbereich in Bewegung gekommen.“ Bei einem Crowdfunding der Volksbank haben mehr als 170 Unterstützerinnen und Unterstützer einen Beitrag dafür geleistet, dass das Nachwuchsorchester neue Instrumente bekommen hat. Mittlerweile sind mehr als 20 Kinder und Jugendliche dabei, es sollen aber noch mehr werden.

Darum veranstaltet der Musikverein im September ein „Instrumentenkarussell“: Grundschulkinder aus dem Wiehler Stadtgebiet können verschiedene Holz- und Blechblasinstrumente ausprobieren und diese zwischendurch auch mit nach Hause nehmen. In der ersten Ferienwoche beteiligte sich der Musikverein zudem erneut am „Ferienspaß“-Programm der Stadt Wiehl und wandte sich an eine ganz andere Klientel. Unter dem Titel „Musikalische Reise in den Orient“ bereiteten die Kinder eine Aufführung vor den Eltern vor. Und dann gibt es noch die „Musikkids“, die jüngsten Aktiven des Vereins, deren musikalische Grundausbildung noch sehr spielerisch verläuft.

Demokratische Mitbestimmung

Wie der ganze Musikverein, so ist auch die Jugendabteilung so organisiert, dass möglichst viele Leute einen Teil der Verantwortung übernehmen, etwa im Liedauswahlteam oder Moderationsteam. Die Orchestersprecher wurden gewählt. Die „demokratische Mitbestimmung“ hält der Verein hoch. Das kommt an. Aus acht Kindern sind 23 geworden, die sich kontinuierlich an immer schwierigere Stücke wagten, bis sie es nun zur Konzertreife gebracht haben und als „Jugendorchester“ firmieren. Zugleich formiert sich ein neues „Nachwuchsorchester“ aus den jüngeren Musikern.

Die für die Jugendarbeit des Musikvereins zuständigen Vorstandsmitglieder Andrea Bloos (34) und Markus Müller (34) teilen sich die Arbeit. Er dirigiert, sie organisiert. Die beiden sind auch privat ein Team. Und gemeinsam haben sie ein modernes Konzept entwickelt, um die brachliegende Nachwuchsförderung neu aufzustellen. Zwar habe es in Drabenderhöhe stets professionellen Unterricht gegeben, früher auch schon mal ein Jugendorchester, aber zuletzt keine konsequente Idee dafür, wie man die jungen Leute einbindet, berichten die beiden.

Andrea Bloos hat siebenbürgische Wurzeln und wurde Mitglied der einstigen Trachtenkapelle, als sie elf Jahre alt war. Vor fünf Jahren holte sie Markus Müller nach Drabenderhöhe. Er hatte sich zuvor und zunächst auch noch parallel im Musikverein Heddinghausen engagiert und brachte von dort Ideen mit. Etwa die Überzeugung, dass es nicht nur aufs Musizieren, sondern vor allem auf die Gemeinschaft ankommt. Es ist eine bunte Truppe, nur ein kleinerer Teil der Jugendlichen hat einen siebenbürgischen Hintergrund. Alle in eine Tracht zu stecken, wäre eine Verkleidung, findet Markus Müller. Die Tradition könne man auch musikalisch pflegen, mit den alten Polkas und Walzern.

Müller sagt: „Andrea und ich haben in unserer Kindheit durch unsere Eltern und unseren Musikverein viel Förderung erfahren. Wir finden es toll, etwas weiterzugeben.“ Auch wenn viele Jugendliche die Musik wieder aufgeben, sobald sie später Ausbildung und Studium aufnehmen, bleibe ihnen das Orchester als „wertvolle und sinnvolle Erfahrung“. Das gelte gerade für Kinder aus Familien, die sonst nicht diese Möglichkeit hätten, etwa aus finanziellen Gründen. Der Dirigent schwärmt: „Es macht Spaß zu erleben, wie begeistert die Kinder sind.“


Instrumentenkarussell

Mit dem „Instrumentenkarussell“ möchte der Drabenderhöher Musikverein Kindern die Möglichkeit geben, kostenfrei verschiedene Instrumente auszuprobieren. An vier Dienstagen im September lernen die Kinder im Stadtteilhaus unter fachkundiger Anleitung Holz- und Blechblasinstrumente kennen. Im Angebot sind Querflöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Waldhorn, Tenorhorn und Posaune. Die Kinder dürfen die Instrumente zwischen den Terminen mit nach Hause nehmen. So können sie in Ruhe ausprobieren, ob ihnen ein Instrument Freude bereitet. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Weitere Infos und Gelegenheit zur Anmeldung gibt es im Internet.