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Naadam-FestFarben, Klänge und Traditionen: Mongolisches Naadam-Fest in Leichlingen

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In traditionellen Gewändern präsentierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Naadam-Fest in Leichlingen die Kultur und Geschichte der Mongolei.

In traditionellen Gewändern präsentierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Naadam-Fest in Leichlingen die Kultur und Geschichte der Mongolei.

Die mongolische Community feierte am Naturfreundehaus in Leichlingen ihren höchsten Feiertag mit traditionellen Speisen, Musik, Tänzen und Wettkämpfen.

Die mongolische Community hatte für Samstag in Leichlingen zur Naadam-Feier eingeladen – dem höchsten Feiertag des mongolischen Volkes. Alle zwei Jahre verwandelt sich das Gelände der Naturfreunde in einen großen Festplatz. Rund um den Platz reihten sich zahlreiche Zelte aneinander, darunter vier originale mongolische Jurten. Ihre kräftigen Farben Blau, Orange und Gelb leuchteten weithin und verliehen dem Fest eine besondere Atmosphäre.

Besucher konnten authentische herzhafte Speisen wie Nadam Khurshuur genießen – frittierte, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen. Außerdem gab es  Kuchen, Gebäck und verschiedene Getränke. Zu den traditionellen Getränken gehört Airag, vergorene Stutenmilch. Eine weitere Spezialität ist Suutei Tsai, ein mit Milch verfeinerter Grüntee, der mit Salz abgeschmeckt wird. Eine besondere Delikatesse ist Khog.

Dabei handelt es sich um Lammfleisch, das in einem speziellen Topf gegart wird. Dieser wird zunächst mit Wasser gefüllt und anschließend schichtweise mit heißen Steinen, Fleisch, Salz und Gemüse bestückt. Nach etwa 45 Minuten ist das Gericht fertig. Die Garküche war in einem überdachten Grillbereich untergebracht, der sogar über einen Kühlschrank verfügte.

Schach, Handwerk und Spiele aus der Mongolei

In einem Zelt präsentierte der mongolische Shop aus Bonn seine Produkte. In einem anderen wurde Schach gespielt. „Die Mongolen sind ausgezeichnete Schachspieler“, wusste Frank Günther, zweiter Vorsitzender des Vereins Deutsch-Mongolisches Tor in NRW aus Düsseldorf, zu berichten. Der Verein organisierte die Veranstaltung in Leichlingen. „Zum traditionellen Feiertag möchten wir möglichst viele Mongolen zusammenbringen, um gemeinsam zu feiern“, erklärte Günther. „Und um den Deutschen unsere Traditionen und unsere Kultur näherzubringen.“ Im orangen Mongolenzelt konnten Besucher das sogenannte „mongolische Knochenschnipsen“, auch Schagai genannt, ausprobieren. Dabei handelt es sich um ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem mithilfe von Schafsknochen aus den Rückenknochen auf eine bestimmte Entfernung andere Knochen umgeschnipst werden.

Zum traditionellen Feiertag möchten wir möglichst viele Mongolen zusammenbringen, um gemeinsam zu feiern.
Frank Günther, zweiter Vorsitzender des Vereins Deutsch-Mongolisches Tor in NRW

Angrenzend an die Bühne, die eine schmale Seite des rechteckigen Festaufbaus einnahm, stand eine Jurte – das kreisrunde traditionelle Zelt der mongolischen Nomaden. Ihre Konstruktion hat sich seit der Zeit Dschingis Khans kaum verändert. An der Jurte lehnte in Bodennähe eine Zielscheibe für das Bogenschießen. Auf der Bühne liefen derweil die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung. Nach den Eröffnungsreden, unter anderem von der ersten Vorsitzenden des Vereins Deutsch-Mongolisches Tor in NRW e. V., Ariunsaikhan Enebish, wurden mehrere bedeutende Jubiläen gewürdigt.

Gefeiert wurden der 2235. Jahrestag der Gründung des ersten Vorläuferstaates der heutigen Mongolei, das 820-jährige Bestehen des mongolischen Staates unter Dschingis Khan, 115 Jahre Unabhängigkeit und Wiedererlangung der Freiheit sowie das 105-jährige Jubiläum der Volksrevolution. Auch Botschafter Jagdag Oyunbaatar, der erst seit einem Monat im Amt ist, war angereist und begrüßte die Gäste.

Gefeiert wurden der 2235. Jahrestag der Gründung des ersten Vorläuferstaates der heutigen Mongolei.

Gefeiert wurden der 2235. Jahrestag der Gründung des ersten Vorläuferstaates der heutigen Mongolei.

Nach den Reden versammelten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor der Bühne und präsentierten traditionelle Tänze. Einige traten mit Mikrofonen auf die Bühne und sangen gemeinsam mit allen Anwesenden die Nationalhymne der Mongolei. Das Musikensemble Sonor, das 2023 gegründet wurde und inzwischen rund 20 Musikerinnen und Musiker umfasst, präsentierte traditionelle Kompositionen. Zum Einsatz kamen klassische Instrumente wie die Pferdekopfgeige und die Zither, aber auch Gitarre und Flöte. Der Botschafter, der Honorarkonsul und weitere Vereinsmitglieder verfolgten das Programm in einem separaten Zelt.

Bogenschießen, Ringen und Reiten – die Höhepunkte des Tages

Die Höhepunkte des Festes bildeten die traditionellen mongolischen Sportarten: Bogenschießen, Ringen und Reiten. Die Ringkämpfe wurden im Rahmen einer Meisterschaft ausgetragen. „Die Pferderennen der Mongolen gehen über Distanzen von 20 Kilometern über die offene Ebene. Ihre Pferde sind die einzigen, die eine solche Strecke im Galopp durchhalten“, berichtete Frank Günther. Mangels ausreichend Platzes und fehlender Pferde wurde dieser Wettbewerb für die kleinsten Gäste angepasst: Sie traten bei Rennen auf Steckenpferden gegeneinander an.

Der Festplatz am 11. Juli wurde für einige Stunden zu einer kleinen Insel, auf der Alltag und Hektik in den Hintergrund traten – ein Ort, an dem Tradition, Gemeinschaft und Lebensfreude miteinander verbunden waren.