Die Awo-Beratungsstelle für Familienplanung und Schwangerschaftskonflikte ist 25 Jahre alt. Ein Abbruch ist für Oberbergerinnen noch immer besonders schwierig.
SchwangerschaftskonfliktBergneustädter Beraterinnen stehen Frauen zur Seite

Die besten Wünsche zum Jubiläum nahm (v.r.) Christiane Gelfarth-Pretel von Sylvia Streb, Gabriele Grüner und Evelyn Timm entgegen.
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Die Beratungsstelle für Familienplanung und Schwangerschaftskonflikte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bergneustadt hat ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Die besten Wünsche zum Jubiläum überbrachten den Mitarbeitenden Vertreterinnen und Vertreter der Awo Rhein-Oberberg und der Kooperationspartner. So würdigte Gabriele Grüner vom Präsidialausschuss des Awo-Kreisverbandes Rhein-Oberberg die Arbeit an der Kölner Straße als Ort, an dem „die Menschen ernstgenommen und fachlich beraten werden, im Sinne eines Ausdrucks von Würde – eine Arbeit, die nicht einfacher geworden ist“, sagte Grüner.
Zuvor hatte Christiane Gelfarth-Pretel, Leiterin der Beratungsstelle, die Gäste begrüßt und dabei betont: „Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie Menschen in verletzlichen Lebenslagen begleitet.“ Und mit Blick auf die Schwangerschaftsberatung fügte sie hinzu: „In den vergangenen 25 Jahren konnten wir über die Bundesstiftung ,Mutter und Kind’ Unterstützung in Höhe von rund 1,03 Millionen Euro an werdende Mütter auszahlen.“
Bergneustädter Beraterinnen führten mehr als 12.000 Gespräche
Das Geld fließe aber nicht nur in Babykleidung und Kinderbett-Zubehör – auch Mietkautionen oder Stromnachzahlungen würden beglichen. „Diese Frauen sollen mit ihren Ängsten und Nöten nicht alleine sein“, sagte die Leiterin.
Denn eines sei klar: Frauen, die wegen einer ungewollten Schwangerschaft Beratung suchten, machten sich diese Entscheidung nie leicht, beschrieb Gelfarth-Pretel die Situation. Die Klientel habe sich in den vergangenen 25 Jahren nur wenig verändert – Hilfe werde von Frauen im Alter von 13 bis 50 Jahren nachgefragt, aus allen gesellschaftlichen Bereichen, erklärte Gelfarth-Pretel. Zur Anlaufstelle in Bergneustadt gehören zwei Beraterinnen, eine Verwaltungskraft sowie zwei Kinderkrankenschwestern. Seit der Eröffnung im Jahr 2001 wurden dort 7625 Personen in insgesamt 12.560 Gesprächen beraten.
Zu den weiteren Gratulanten zählten Evelyn Timm und Sylvia Streb vom Vorstand des Awo-Kreisverbandes Rhein-Oberberg sowie der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bergneustadt, Christoph Stenschke. Zudem übergab Dieter Kuxdorf als stellvertretender Vorsitzender der Awo Bergneustadt einen Scheck in Höhe von 5900 Euro an das Team der Beratungsstelle.
Abschließend kam Christiane Gelfarth-Pretel auf die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch zu sprechen. Diese seien vielfältig: „Am häufigsten wird die psychische und körperliche Verfassung genannt. Für Frauen aus Oberberg gestaltet sich der medizinische Abbruchs allerdings schwierig, denn es gibt hier in unserem Landkreis seit vielen Jahren keine Praxen und Kliniken, die Abbrüche von Schwangerschaften vornehmen.“
