Die Aufgabe ist kniffelig: Das Stahlelement ist zu groß und zu schwer, um es einfach an einem Kran auf die Stützen heben zu können.
Dreiwöchige SperrungTonnenschweres Stahlelement wird in zweite Leverkusener Rheinbrücke eingesetzt

Autobahnbrücke: Das große Stahlelement für die zweite Brücke wurde jetzt enthüllt. Es liegt zurzeit noch aufgebockt auf der zukünftigen Fahrbahn.
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Seit Dienstag und voraussichtlich bis 20. Mai ist die Zufahrt zur Autobahn 59 im Kreuz Leverkusen-West vom Westring aus gesperrt.
Inzwischen haben die Stahlbauer das 1200 Tonnen schwere Stahlelement ausgepackt, das in dieser Zeit auf die Stützen und auf das neu gebaute Leverkusener Brückenwiderlager gelegt werden soll. Wettergeschützt unter einer Plane haben es die Stahlbauer in den vergangenen Monaten zusammengeschweißt. Bei der Vorbeifahrt auf der Autobahn 1 kann man es jetzt sehen. Das Teil liegt auf der Asphaltfläche vor dem Widerlager auf der Asphaltfläche neben der Autobahn. Am einfachsten wäre es wohl, wenn man das Brückenelement mit einem Kran anheben und nach unten auf die Stützen und das Widerlager auflegen könnte, aber dafür ist das Stahlteil zu groß und wohl auch zu schwer.

Solche fahrbaren Schwerlast-Transportwagen, wie bei der Montage 2022 genutzt, werden wieder zum Einsatz kommen.
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Der Plan, wie man das quasi über die Kante des neuen Widerlagers schieben will, ist kühn: Das Stahlelement wird an seinem Entstehungsplatz neben der Autobahn von mehreren autonom fahrbaren Schwerlast-Transportwagen zuerst hydraulisch hochgebockt. Dann muss es quasi über die Kante des neuen Widerlagers geschoben werden, um es auf seinen endgültigen Platz abzusenken. Das wird eine optisch kippelige Angelegenheit: Die Hubwagen fahren nah an die Kante am Widerlager, dann übernehmen Hubwagen mit hohen Stützen, die auf der Autobahn 59 stehen, schrittweise die Last.
Stück für Stück über die Kante
Auf diese Weise soll das Teil Stück für Stück über die Kante bugsiert werden. Zurzeit wird der Untergrund vorbereitet. Die Ingenieure auf der Baustelle prüfen, wie tragfähig der Boden ist, auf dem die Hebefahrzeuge fahren werden. Keines der Hebefahrzeuge darf einsinken, damit das Brücken-Stahlteil nicht ins Kippen gerät. Das Teil ist mehr als 60 Meter lang und über 30 Meter breit.
Die spektakuläre Arbeit beginnt am Montagmorgen und es soll mehrere Tage dauern, bis das Teil endgültig liegt.

Das Leverkusener Widerlager der zweiten Autobahnbrücke. Über diese Kante wird das 1200 Tonnen schwere Stahlteil geschoben. Hier liegt noch ein Berg Schotter, mit dem der Untergrund befestigt werden soll.
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Sobald das Brückenelement liegt, kann der Bau der Fahrbahn beginnen. Das ist ebenfalls nur unter Vollsperrung möglich. Am Rand des Stahlteils werden Schalungen montiert und Beton verfüllt. Außerdem werden Fertigteilplatten als Grundlage der späteren Fahrbahn aufgelegt. Auch die Demontage der Schwerlasttransporter dauert Tage.

Vorsichtig fahren: Für die Radfahrer wurde ein Schotterweg zur Autobahn gebaut.
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Für Autos wird die A 59 für die Zeit gesperrt. Für Radfahrer, die über die Brücke nach Merkenich fahren möchten, soll aber ein Weg freigeräumt werden: Der Rad- und Gehweg auf der neuen Rheinbrücke bleibt offen. Allerdings wird man nicht auf der gewohnten Route fahren können, sondern man wird über den alten Radweg am Rheinufer hoch zur Autobahn und dann zur Brücke geleitet.
Dieser Behelfsweg wird beleuchtet und führt von unten durch das Baufeld. Am Ende schließt der Weg wieder an den Rheinufer-Radweg an und wird quer über die A 59 hoch zum Radweg zur neuen Rheinbrücke geführt. Die gute Nachricht: Seit Dienstag bis zum 20. Mai 2026 ist der Rheinradweg zwischen Wiesdorf und Rheindorf geöffnet. Er wird ausnahmsweise durch die Baustelle geführt, wo der Weg mit Bauzäunen gesichert ist.

Der Radweg wird durch die Baustelle geführt und ist offen.
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Der Autoverkehr auf der A 1 mit Ziel Leverkusen wird auf Umleitungen mit rotem Punkt über die A 3 zur Ausfahrt Leverkusen-Zentrum geführt.
