Einblicke hinter die KulissenDas tut sich alles in der Bahnstadt Opladen

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Eine Besuchergruppe in den Räumen der alten Feuerwache. Wer schwindelfrei war, konnte auch den Turm besteigen.

Eine Besuchergruppe in den Räumen der alten Feuerwache. Wer schwindelfrei war, konnte auch den Turm besteigen.

Opladen – Es tut sich viel in der Neuen Bahnstadt Opladen. Erst vor kurzem ist der Geschäftsführer der Trainingsakademie PMC Rail, Antonio Intini, mit seinen Mitarbeitern in das neue Bürogebäude an der Werkstättenstraße gezogen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die offizielle Eröffnung, zu der in der nächsten Woche auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kommen wird, auf Hochtouren. Das erzählt Intini, während er am „Tag der Städtebauförderung“ zwei Gruppen durch die neu entstandene Firmenzentrale im Osten der Bahnstadt führt.

Die Neue Bahnstadt Opladen GmbH, die Stadtverwaltung und die Wirtschaftsförderung Leverkusen beantworteten am Samstag auf einer Infobörse an der Bahnhofstraße Fragen zu aktuell geförderten Projekten im Stadtteil. Etwa 50 Besucher nahmen zudem an Führungen durch die Innen- und die Bahnstadt teil.

Bäume und Baustellen

Andreas Schönfeld von der Neuen Bahnstadt Opladen berichtet, dass es vor allem Fragen zur aktuellen Baustelle im Westen der Bahnstadt gegeben habe. Vor kurzem ließ die Stadt die ersten Bäume an der künftigen Europaallee pflanzen. Aktuell stellen Bauarbeiter eine Lärmschutzwand am östlichen Rand der Europaallee auf. Im Sommer soll der Brückenpark an der Campusbrücke angelegt werden. Als große Baustelle auf der Innenstadtseite stand am Samstag die Schule Im Hederichsfeld zur Besichtigung an – sie wird grundsaniert und in ihr entsteht der neue Quartierstreff für Opladen.

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Auf der Ostseite empfing PMC Rail erstmals seit dem noch nicht ganz abgeschlossenen Umzug Besucher im Neubau. Antonio Intini gründete das Unternehmen vor knapp zweieinhalb Jahren. Der Name ist Programm: Es geht bei PMC Rail um Projektmanagement und Consulting rund um Bahn-Infrastruktur. So erstellt das Unternehmen beispielsweise Machbarkeitsstudien, plant mit seinen Kunden Baustellen und bietet verschiedene Weiterbildungen an.

Ziel sind 1000 Kursteilnehmer pro Jahr

Langfristig will Intini etwa 1000 Kursteilnehmer pro Jahr weiterbilden. An Simulatoren sollen Fachkräfte beispielsweise üben, wie sie mit sogenannten Stopfmaschinen verschlissene Gleise wieder richten können. „Da kommt es auf Millimeter an. Wenn der Zug mit 160 Kilometern in der Stunde über die Gleise rast, muss alles stimmen“, sagt Intini. Und auch die Zugführer, die einen Regionalzug oder einen ICE steuern, werden hier im Haus in mehrwöchigen Lehrgängen ausgebildet. Auch eine Bibliothek verbirgt sich hinter den verklinkerten Wänden der neuen Unternehmenszentrale. Denn PMC bringt im eigenen Verlag Fachbücher und Magazine zum Thema Infrastruktur raus.

Doch warum in der Neuen Bahnstadt in Opladen, wenn das Unternehmen eigentlich aus Bingen am Rhein kommt? Mit mehr als 500 Teilnehmern im vergangenen Jahr ist das alte Gebäude einfach nicht mehr groß genug. Eigentlich suchte Intini in Frankfurt am Main nach einer passenden Firmenzentrale, wurde aber nicht fündig.

Besser als Berlin und München

Auch Berlin und München schieden aus. Durch Zufall stieß er auf die neue Bahnstadt und entschied sich für Opladen als Standort. Der passe sehr gut: „Wir haben die Bahn hier in unmittelbarer Nähe, in Nordrhein-Westfalen sitzen etwa 30 bis 35 Prozent aller Gleisbaufirmen.“

Ebenfalls für einen Standort in der neuen Bahnstadt entschieden hat sich das aus Langenfeld umgezogene Architektur-Büro Rotterdam Dakowski. Die Geschäftsführer Ulrich und Roland Dakowski bauten die ehemalige Werksfeuerwehrwache zu ihrem neuen Büro um. Dabei legten sie besonders viel Wert darauf, Altes mit Neuem zu verbinden.

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Dakowski läuft durch die kleine Küche des Gebäudes, das 1902 entstanden ist. „Hier war früher das Wärterhäuschen“, erzählt er. Dort hielten früher die Züge und fuhren anschließend in das Bahnausbesserungswerk. 2013 kauften die Inhaber des Architektur- und Statikbüros das Gebäude. Elf Monate dauerte die Bauphase, in der unter anderem ein Boden verlegt und das Haus gedämmt wurde.

Selbst den Feuerwehrturm, von dem die Mitarbeiter in der Mittagspause einen Blick über ganz Opladen haben, erhielten die Architekten, deren hochwertig eingerichtetes und elegant gestyltes Büro allein schon Werbung für ihre Arbeit ist. Auch im Nachbargebäude, das einst zum Ausbesserungswerk gehörte, soll es laut Dakowski bald weitergehen. In der früheren Zeichnerwerkstatt werden Büros und ein Gastronomiebetrieb mit Biergarten entstehen.

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