Nachhaltigkeit, Brauchtumspflege und Menschen zusammenbringen - das ist das Ziel des dritten Leverkusener Kostümrauschs.
Avea-KostümrauschEin neuer Fummel für die Leverkusener Session

Die Gänge sind gut gefüllt beim dritten Kostümrausch, das Bühnenprogramm sorgt für die Stimmung bei den Besucherinnen und Besuchern
Copyright: Anne Philipp
Die Taktik wird schon in der Schlange kurz vor der Öffnung der Tore besprochen: „Am besten erstmal nehmen und später nochmal überlegen, ob man das Kostüm denn wirklich braucht.“ Den der Andrang zeigt es: Beim Avea-Kostümrausch will jeder das beste gebrauchte Kostüm erwischen. Einige standen schon eine Stunde vor dem Veranstaltungsbeginn unter dem Motto „Et kütt nix fott!“, auf dem Betriebsgelände der Avea, um sich den besten Startplatz zu sichern.
Alle wollen mitmachen
Rund 5.000 Besucherinnen und Besucher erwarten die Veranstalter der Avea. Geschäftsführerin Anika Hagt findet, mit dem dritten Mal sei der Kostümrausch nun wirklich zur Tradition geworden. Schon im Vorfeld der Veranstaltung habe sie eine „wahnsinnige Vorfreude“ gespürt. „Wir werfen hier die größte Karnevalsparty Leverkusens“, freut sich Hagt. Auch die Karnevalsvereine kommen gerne in die große Halle: „Alle möchten gerne mitmachen.“ So sei die Veranstaltung auch eine gute Gelegenheit, um die Leute zusammenzubringen.
„Unser Thema ist weitergeben, statt wegwerfen“, erzählt die Geschäftsführerin der Avea. Gerade da viele Jecke jedes Jahr ein neues Kostüm haben möchten, sei der Kostümrausch eine gute Gelegenheit, um die Kostümsuche nachhaltiger zu gestalten. Außerdem habe nicht jeder den großen Geldbeutel, um sich in jedem Jahr ein neues Kostüm mit verschiedenen Accessoires zu kaufen.
Alles zum Thema Opladen
- Avea-Kostümrausch Ein neuer Fummel für die Leverkusener Session
- Karneval in Leverkusen Weniger Programm, mehr Stimmung bei der KG Prinzengarde Opladen
- Vor Ort in Oulu Leverkusens Partnerstadt bleibt auch auf der großen Bühne nordisch cool
- „Empfänger unbekannt“ Briefe als Resonanzraum der Geschichte im Studio des Forums
- Erasmus-Treffen Schüler aus Irland, Schweden, Spanien und Opladen debattieren über Wasser
Spenden für die Züge
Im einzelnen läuft der Kostümtausch wie folgt ab: Besucherinnen und Besucher konnten im Vorfeld, oder auch noch am Tag selbst, alte Kostüme im guten Zustand abgeben und haben dafür eine Wertmarke bekommen. Diese Wertmarken können dann beim Kostümtausch mit neuen Kostümschätzen eingetauscht werden. Aber auch wer kein Kostüm abgegeben hatte, konnte sich gegen eine Spende ein neues Kostüm aussuchen. Die Spenden kommen dem Festausschuss Leverkusener Karneval zugute - ein weiteres wichtiges Ziel der Veranstaltung, betont Hagt.
Denn mit den Spenden könne der Brauchtum gefördert und besonders die Karnevalszüge in Opladen und Wiesdorf refinanziert werden, erzählt Hagt, die selbst in der Leverkusener Prinzengarde aktiv ist. Das bekräftigt auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel - gerade bei den Karnevalszügen müssen die Vereine immer höhrer Kosten stemmen, die Spenden seien eine wichtige Unterstützung. Im letzten Jahr sind im Rahmen des Kostümrauschs etwa 6000 Euro an Spenden zusammengekommen.
Auf Kostümsuche befindet sich auch Susanne Johannes. Zum zweiten Mal ist sie nun schon zu Besuch beim Kostümrausch und ist auch schon fündig geworden. „Ich find das toll“, erzählt die gebürtige Kölnerin, „es ist nachhaltig, macht Spaß und eine super Stimmung ist auch“. Für die Stimmung sorgen auch viele verschiedene Leverkusener Tanzgruppen und später am Tag erwartete die Besucherinnen und Besucher mit den Bands „Eldorado“ und „Kuhl un de Gäng“ noch kölsche Livemusik. Und wer bereits ein Kostüm gefunden hat, der konnte die Stimmung bei einem Getränk genießen oder sich in der Fotobox ablichten lassen.
Für Anika Hagt und ihr Team sei der Kostümrausch „wahnsinnig erfüllend“. Sie haben so viel „Liebe und Mühe“ in die Aktion gesteckt, dass es dann auch besonders schön sei zu sehen, wie gut die Tauschmöglichkeit angenommen werde.
Mit rund 5.000 getauschten Kostümen rechnen die Veranstalter am Ende des Tages, die dann, getragen von den vielen Besucherinnen und Besuchern, bei den bald kommenden Karnevalszügen und Sitzungen eine neue Runde im bunten Karnevalstreiben drehen.

