Eine Verkehrsuntersuchung ergab, dass der Kreisverkehr Küppersteger Straße/Bismarckstraße bei einer ebenerdigen Führung der B8 überlastet wäre.
Straßenbau in LeverkusenB8 bleibt in Küppersteg im Trog

Der Europaring (B8) mit dem darüber liegenden Kreisel in Küppersteg
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Über den Europaring durch Küpppersteg hindurch in Süd-Nord-Richtung und ein Stockwerk darüber über die Bismarkstraße und die Küppersteger Straße in Ost-West-Richtung fließt sehr viel Verkehr. Zu viel, als dass der B8-Trog in Küppersteg zugeschüttet, die beiden Ebenen zusammengelegt und damit der gesamte Verkehr – sowie eines fernen Tages vielleicht auch eine Straßenbahn – aus Norden, Süden, Osten und Westen über den Kreisverkehr auf der Brücke oberhalb des Trogs abgewickelt werden könnte.
Das 2024 beauftragte Kölner Ingenieurbüro BPR GmbH zählte insgesamt etwa 39.000 Fahrzeuge, die den Knotenpunkt derzeit täglich passieren. Zu vormittäglichen und nachmittäglichen Spitzenzeiten im Berufsverkehr würden sich Wartezeiten von etwa 20 Minuten am Kreisel ergeben, wenn der gesamte Verkehr auf einer Ebene geführt würde. Selbst wenn der motorisierte Individualverkehr um 16 Prozent abnimmt, wie es das Mobilitätskonzept der Stadt aus dem Jahr 2020 vorgibt, würden Autofahrer zu Stoßezeiten immer noch zehn Minuten zusätzliche Fahrtzeit am Kreisel Küppersteger einplanen müssen.
Zahl der Fahrspuren soll reduziert werden
Das ist das Ergebnis der „Verkehrsuntersuchung zur ebenerdigen Führung der B8/Küppersteg“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt, mit der sich am Montag der Bauausschuss des Rates befasste. Und somit schlug die Verwaltung den Politikern vor, die Beschlüsse des Rates aus den Jahren 2017 und 2019 aktualisiert wieder aufzunehmen. Die beinhalten Folgendes: Die Zahl der Fahrspuren in Nord-Süd-Richung wird von vier à 4,25 Meter auf zwei überbreite mit je 5,00 Metern reduziert; die Betonwände werden zugunsten begrünter und mit Bäumen bepflanzter Böschungen weitgehend abgeschafft; der als Unfallschwerpunkt bekannte Kreisverkehr wird umgebaut.
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Die Verwaltung bezeichnet den Umbau des Knotens B8/Küppersteger Straße in ihrer Vorlage als notwendig, „auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltslage“. Nichtstun, wie in den Jahren seit den Ratsbeschlüssen 2017 und 2019, ist aus Sicht der Fachleute keine Option mehr, denn das würde am Ende teurer kommen, als die Sache jetzt endlich anzugehen. Zur Erinnerung: Seit 2007 müssen die Wände mit Stahlstelzen gestützt werden, der Verkehr fließt in Folge dessen im Trog bereits seit 19 Jahren nur noch auf zwei Spuren. 2024 stellten die Fachleute der TBL fest, dass die Trogwände trotz der Stützen in Bewegung geraten waren. Eine Fachfirma musste die Wände sichern.
Abdichtungen der Brückenplatte müssen repariert werden
Zum Zustand des Kreisverkehrs, der Betonwände und der Brücke merken die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) in der Vorlage an: Die Abdichtung der Brückenplatte muss erneuert, diverse Schäden am Beton des Trogbauwerks und die Stützwände müssen beseitigt werden. Überdies muss das gesamte Trogbauwerk ingenieurtechnisch überwacht werden. Für den Fall, dass „das Projekt weiter vorbereitet und im Anschluss zügig umgesetzt wird, fallen für die Prüfleistungen jährliche Kosten in Höhe von circa 2500 Euro brutto an“, so die TBL in ihrer Stellungnahme.
Und weiter: „Sollte das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben werden“, stiegen allein diese Prüf- und Bauwerksüberwachungskosten auf jährlich 14.500 Euro, weil dann ein Monitoringsystem eingerichtet und irgendwann die Prüfrhythmen für das Bauwerk aus dem Jahr 1975 verkürzt werden müssten.
Hinzukommen natürlich die Kosten für den baulichen Unterhalt des Brückenbauwerks, um die Restnutzungsdauer von 25 Jahren zu erreichen. Die TBL schätzen allein die nötigen Betonarbeiten unterhalb der Brücke auf einen Kostenpunkt von 400.000 Euro. Sollten sich die Stützwände erneut bewegen, wie bereits 2024, kommen weitere sechsstellige Beträge hinzu. Zu schweigen von der Fahrbahn: Allein die Sanierung des Kreisverkehrs und der Schäden an hin- und wegführenden Straßen kostet laut TBL geschätzt 1,2 Millionen Euro.
Der geplante Umbau des Trogs würde nach jetzigem Stand laut TBL etwa fünf Millionen Euro kosten und wäre zu 60 Prozent förderfähig. Das heißt, die Stadt müsste zwei Millionen Euro selbst tragen. Ob es bei diesen Kosten bleibt, ist aber genauso offen wie die Frage, ob die Bezirksregierung Köln den Umbau genehmigt. Das immerhin hat sich seit 2017/19 nicht geändert. Auch damals befand sich die Stadt in einem Haushaltssicherungskonzept.
Björn Boos (Linkspartei) wollte wissen, ob die Idee mit dem Ergebnis der Verkehrsuntersuchung, eine Straßentrasse entlang der/auf der B8 zu führen, die Opladen und Wiesdorf verbindet. Aus der Verwaltung hieß es dazu, die Planung ermögliche eine solche Trasse weiterhin. Inwieweit eine der Bau einer Straßenbahnlinie allerdings mit Mitteln des Landes oder des Bundes bezuschusst werden könnte, müsste noch geklärt werden. Der Ausschuss stimmte der Verwaltungsvorlage einstimmig zu.

