Weshalb soll der Leverkusener EVL-Chef vor dem Ende seines Vertrages gehen?
EVL LeverkusenEimermacher könnte seine Vertragsauflösung boykottieren

Thomas Eimermacher (Bildmitte) bei der Einweihungsfeier 2025 in den neuen Redaktionsräumen „Leverkusener Anzeiger“ im Gesundheitshaus in Wiesdorf.
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In der Belegschaft der EVL (Energieversorgung Leverkusen) soll nach Bekanntgabe der geplanten Umstrukturierung in der Geschäftsführeretage Unruhe geben. Besonders die technischen Bereiche in der Firma befürchten wohl ein Herübersickern von Kompetenzen nach Köln und, dass die Kölner sich stärker als bisher einmischen könnten.
Diese Befürchtung liegt nah, denn der Vertrag des bisherigen technischen Geschäftsführers Ulrik Dietzler wurde nicht verlängert, obwohl er erst 61 Jahre alt ist und, wie man hört, gerne weitergemacht hätte. Hintergrund ist, dass die 380 Mitarbeiter starke EVL künftig nur noch von einem Geschäftsführer geleitet werden soll.
Dass aber auch der zweite EVL-Geschäftsführer, der Leverkusener Thomas Eimermacher, jetzt aus dem Unternehmen entfernt werden soll, obwohl er einen Vertrag bis Ende 2028 hat, ist erst seit kurzem bekannt und hat für weitere Unruhe gesorgt. Der frühere CDU-Vorsitzende und Ex-Unternehmer Eimermacher soll in der Firma beliebt sein, der er seit 2018 vorsteht.
Geschäftsführer muss Vertragsauflösung nicht zustimmen
Internen Informationen zufolge soll sich die Gesellschafterversammlung dazu entschieden haben. Das Gremium setzt sich je zur Hälfte aus Vertretern der Stadt Leverkusen und der viel größeren Kölner Rhein-Energie zusammen. Die Aufteilung entspricht genau dem Verhältnis der Besitzanteile an der EVL: Leverkusener und die Kölner halten je die Hälfte an dem gewinnträchtigen Leverkusener Energie- und Wasserversorger.
Die Reduktion auf einen Geschäftsführer könnte helfen, Geld einzusparen, das hängt aber natürlich von der Höhe des späteren Gehalts dieses Geschäftsführers ab. Die vorzeitige Ablösung hingegen dürfte die EVL und damit die Leverkusener Stromkunden einiges an Geld kosten. Viele Leverkusener wird auch interessieren, wie es mit dem vielfältigen Sponsoring der EVL weitergeht.
Eimermacher dürfte einer vorzeitigen Vertragsauflösung nicht einfach so zustimmen. Zudem scheinen die Geschäftszahlen der EVL mindestens ordentlich zu sein: 2025 sollen die Leverkusener das beste Ergebnis seit 2014 eingefahren haben.
Kölner und Leverkusener verstehen sich nicht immer gut
Weshalb dann die Eile? Das könnte am offenbar grundsätzlich ziemlich disharmonischen Klima liegen, das zwischen den beiden Inhabern Leverkusen und Rheinenergie herrschen soll, von dem Insider berichten.
Aus den Gremien wird beschrieben, dass die weitaus reichere Kölner Seite einen hochnäsigen Umgang mit den Leverkusenern an den Tag legen soll. Die Leverkusener Vertreter in der Eigentümergesellschaft, Bernd Miesen (CDU), der meist geschmeidige Marc Adomat (CDU) und Dirk Löb (SPD) sollen den Kölnern wenig entgegenzusetzen haben, um es vorsichtig auszudrücken.
Statt dem noch wenig erfahrenen Löb hatte zuvor Milanie Kreutz (SPD) den Posten inne. Sie soll gegengehalten haben, wenn die Kölner die Ellenbogen zu weit ausgefahren haben, heißt es. Von Kreutz ist bekannt, dass sie zuschnappen kann; heute soll sich niemand mehr wirklich für Leverkusen ins Zeug werfen, sagt ein Insider. OB Stefan Hebbel ist erst seit der Wahl dabei.
Eimermacher ist in einer guten Position: Er ist ordentlich gewählt worden und könnte die Zeit bis Dezember 2028 einfach aussitzen, falls man ihm den ungewollten frühen Abgang nicht so versüßt, dass er bereit ist, zu unterschreiben.

