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ManfortLeverkusen hat den Trödelmarkt im Lindenhof vermisst

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Nach Corona und dem Hochwasser ist der Trödelmarkt im Lindenhof in Manfort zurück. 58 Ausstellerinnen und Aussteller hatten sich auf den Aufruf des Lindenhof-Teams gemeldet.

Nach Corona und dem Hochwasser ist der Trödelmarkt im Lindenhof in Manfort zurück. 58 Ausstellerinnen und Aussteller hatten sich auf den Aufruf des Lindenhof-Teams gemeldet.

Erst kam Corona, dann das Hochwasser: Jetzt ist der Trödelmarkt zurück im Lindenhof.

So genau geplant war das zwar nicht, aber dass der Trödelmarkt im renovierten Lindenhof am Sonntag, 15. März, stattfand, hatte auch etwas Symbolisches: Denn wie Caroline Wilk, die Leiterin der städtischen Jugendeinrichtung, sagte, sei es auf den Tag genau sechs Jahre her, dass sie das letzte Mal im Lindenhof Gäste zum Trödelmarkt begrüßen konnten: am 15. März 2020.

Dann kam Corona und dann das Hochwasser. Der Keller war bis zur Decke vollgelaufen, der Lindenhof musste mehr oder weniger komplett renoviert werden, die Einrichtung an die Manforter Straße 184 umziehen. Ende März des vergangenen Jahres eröffnete die Stadt den Lindenhof neu.

Dass vielen Menschen der Trödelmarkt gefehlt hat, ist am Sonntagmittag zweifellos zu erkennen. Es ist richtig viel los, 58 Ausstellerinnen und Aussteller hätten sich gemeldet, berichtet Wilk. Sie sei durchaus etwas nervös gewesen, sagt sie. Denn nach sechs Jahren Zwangspause konnte wohl niemand sicher sagen, wie das Angebot inzwischen angenommen wird.

Für Sabine Irrgang ist der Standort etwas Besonderes. Die Wiesdorferin hat als Kind selbst häufig im Lindenhof gespielt.

Für Sabine Irrgang ist der Standort etwas Besonderes. Die Wiesdorferin hat als Kind selbst häufig im Lindenhof gespielt.

Zweimal im Jahr richtet das Lindenhof-Team einen Trödelmarkt aus, lieber wäre ihnen sogar viermal. Aber dafür habe man keine Kapazitäten, sagt die Chefin. Mit dem Trödelmarkt verfolgt der Lindenhof zwei Ansätze. Einmal sollen Familien die Gelegenheit bekommen, günstig Kindersachen – vom Spielzeug bis zu Kleidung – zu kaufen. „Denn Kinderarmut ist in Leverkusen bekanntlich ein Thema“, sagt Wilk. Der zweite Ansatz hat mit Nachhaltigkeit zu tun: „Es ist wichtig, Sachen wiederzuverwenden“, so Wilk. Dieser Secondhand-Gedanke ist ebenso Teil des Konzepts.

Im Vorraum verkaufen die Jugendlichen, die regelmäßig im Lindenhof zu Gast sind, Sachen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Erlös aus der gesamten Veranstaltung geht direkt in die Jugendarbeit, wie die Einrichtungsleiterin erzählt. Entweder für Ausflüge oder vielleicht auch für Neuanschaffungen. „Im letzten Jahr haben wir davon eine Playstation gekauft“, sagt Wilk, deren Team aus insgesamt sieben Personen besteht.

Nach der Renovierung musste sich das Team bei der Organisation an neue Vorgaben halten, zum Beispiel an den Brandschutz oder daran, ausreichend Fluchtwege zu schaffen. Deshalb hat sich die Aufteilung der Verkaufstische ein wenig verändert. Gleichzeitig sind die Tische jeweils nicht mehr drei, sondern zwei Meter lang. So passen trotzdem mehr Aussteller auf die mittlere Fläche im Saal. Die ist alleine 700 Quadratmeter groß, so Wilk. Im Übergangsquartier hatte man für den Trödelmarkt nur etwa 100 Quadratmeter zur Verfügung.

Zum dritten Mal dabei ist Sabine Irrgang. Sie steht vor einem Tisch mit Kleidung und allerhand Spielzeug. Regelmäßig bietet sie Waren auf Trödelmärkten an. „Ich versuche immer, einen Mix aus Kleidung, Büchern und Spielzeug anzubieten. Und ein Highlight soll auch immer dabei sein.“ Das ist in diesem Jahr ein Helm. Irrgang kommt aus Wiesdorf. Der Lindenhof habe für sie eine persönliche Bedeutung: „Ich hab hier früher als Kind gespielt. Mein Opa hat ganz in der Nähe gewohnt“, sagt sie.

Der nächste Trödelmarkt im Lindenhof ist für den 11. Oktober geplant, kündigt Caroline Wilk an. Vorher feiert die Einrichtung aber noch Geburtstag, der Lindenhof wird in diesem Jahr 50 Jahre alt.