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Musikalische LesungMax Mutzke kommt mit Autobiografie nach Leverkusen

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Max Mutzke, hier mit Marialy Pacheco im Erholungshaus bei den Jazztagen 2022, kommt nach Leverkusen.

Max Mutzke, hier mit Marialy Pacheco im Erholungshaus bei den Jazztagen 2022, kommt nach Leverkusen.

Der Sänger tritt im Opladener Scala auf – und verspricht einen sehr persönlichen Abend.

Es ist zwar nicht sein erster Besuch in Leverkusen. Aber wenn Sänger Max Mutzke am Mittwoch, 18. Februar, um 20 Uhr die Bühne des Scala betritt, dürfte das auf eine Weise geschehen, wie er das bei seinen bisherigen Shows in der Stadt noch nicht getan hat. Denn er tritt nicht vor eine Band und stellt sich hinter ein Mikrofon, sondern wird vermutlich an einem Tisch Platz nehmen, mit einem Buch in der Hand.

Denn Mutzke, der 2004 schlagartig bekannt wurde, als er als Sieger einer Stefan-Raab-Castingshow mit dem Song „Can't wait until tonight“ für Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ antrat, hat seine Autobiografie „So viel mehr“ dabei. Damit und mit ein paar Liedern gestaltet er die musikalische Lesung im Opladener Club.

Die Idee zur Autobiografie kam im Jahr 2024, teilt der 44-Jährige im Gespräch mit dem "Leverkusener Anzeiger" mit. Zum 20-Jährigen. Als sein Management dann auf die Idee der Lesetour kam, habe er nur gedacht: „Das interessiert kein Schwein.“ Tat es dann aber offenbar doch, die Lesungen liefen viel besser als gedacht. Mutzke hat dafür einen Erklärungsansatz: den persönlichen Bezug, die Nähe. „Man erzählt wirklich von sich. Es wird gelacht und geheult. Es ist nicht nur traurig, sondern auch lustig und anrührend.“

Ich wollte wieder, dass sich jemand um mich kümmert
Max Mutzke

Die Anekdoten aus seinem Leben reichert Mutzke dann mit eigenen Liedern an, die er in den vergangenen Jahren geschrieben hat. Denn die nähmen häufig Bezug auf Momente, die er in der Vergangenheit erlebt habe. „Hier bin ich Sohn“ zum Beispiel, ein Lied, das er für seine gestorbene Mutter geschrieben habe. Oder „Bedingungslos“ für seine fünf Kinder.

Mutzke ist als eines von sechs Geschwistern und Sohn eines Arztes und einer Schauspielerin im Schwarzwald aufgewachsen. In einer Gegend, in der die meisten Landwirte oder Handwerker gewesen seien. Die Mutzkes waren Protestanten, die meisten Nachbarn Katholiken. Der Vater hörte vor allem Jazz, Funk, Soul und prägte Sohn Max damit nachhaltig.

Der Weg zum Musiker war für Max Mutzke nicht von Anfang an klar. Er interessierte sich durchaus fürs Handwerken, dann mal für die Pflege. Irgendwann kam die Musik, schließlich spielt Mutzke seit seinem sechsten Lebensjahr Schlagzeug. Anfangs in Vorbands seines Vaters, der ebenfalls in einer Band spielte.

Zwei Jahre als Jungstudent

Die Eltern förderten den musikalischen Drang des Sohnes – übrigens nicht nur des einen. Bruder Menzel ist ein bekannter Trompeter. Mit 16 Jahren hatte Mutzke keine Lust mehr auf Schule. Seinen Eltern kam die Idee, schon sehr früh an eine private Musikhochschule zu gehen. Als Jugendstudent nach Freiburg. Das tat Mutzke dann auch, allerdings nur zwei Jahre. „Ich wollte wieder, dass sich jemand um mich kümmert“, sagt er heute. Denn im Studium, viel jünger als alle Kommilitonen, fühlte er sich ein bisschen verloren. Also ging er zurück, machte zuerst den Realschulabschluss, dann das Abitur nach. Und dann kam die Show von Stefan Raab.

Mutzke hat aber auch Tiefen durchgestanden. Seine Mutter war alkoholkrank und starb früh. Sein Vater musste eine Privatinsolvenz meistern. Und wenn der inzwischen 82-Jährige die Geschichten hört, die Mutzke aus seiner Vergangenheit erzählt - zum Beispiel die Kennenlerngeschichte seiner Eltern -, dann liefen seinem Vater die Tränen die Wange herunter.

„Ich glaube, jeder Mensch kann ein Buch schreiben“, sagt Max Mutzke über all die Geschichten, die jeder erlebt, wenn er oder sie aufwächst. Die Geschichten von Mutzke können die Gäste jedenfalls bald im Scala hören.


Weiteres Scala-Programm

Mittwoch, 4. Februar: Frau Höpker bittet zum Gesang. Freitag, 6. Februar: Benni Stark. Samstag, 7. Februar: Der Germinator (Manfred Gilow). Sonntag, 8. Februar: Lisa Charlotte Schulz. Donnerstag, 12. Februar: The Legendary Ghetto Dance Band. Freitag, 20. Februar: Syntonon. Sonntag, 22. Februar: Helmut Zierl. Donnerstag, 26. Februar: Stefan Gwildis. Samstag, 28. Februar: Jeff Cascaro. (nip)