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„Keine halben Sachen“Höchste NRW-Ehrung an Renate Steudel für Einsatz im Sensenhammer

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Oberbürgermeister Stefan Hebbel verleiht Renate Steudel den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Oberbürgermeister Stefan Hebbel verleiht Renate Steudel den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Schlebuscher Industriemuseum wäre ohne Steudel nicht das, was es ist: ein lebendiger Ort, der Geschichte, kulturellen Austausch und Bildung verbindet.

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen – die höchste Auszeichnung, die das Land NRW einer Einzelperson verleihen kann. Nur 2500 Menschen dürfen diese Auszeichnung verliehen bekommen, seit dem vergangenen Samstag ist Renate Steudel, viele Jahre lang Schatzmeisterin im Förderverein Freudenthaler Sensenhammer, eine davon. 

Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten, Freunde, sowie das Team des Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, kamen am Samstagmorgen im Museum zusammen, um die Auszeichnung gemeinsam mit Steudel zu feiern. Verliehen wurde ihr der Orden durch den Leverkusener Oberbürgermeister Stefan Hebbel in Vertretung des nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst.

Sichtlich dankbar trat die 84-jährige Steudel nach einigen Reden auf die Bühne und ließ sich von Oberbürgermeister Hebbel die Urkunde überreichen. Ihre Nichte steckte ihr wenig später die Anstecknadel an, wohl ein sehr emotionaler Moment für beide. „Ich habe gar nix vorbereitet, ich freue mich einfach nur“, so die Ordensträgerin nach der Verleihung. Aber das sei auch genau richtig, so Museumsleiter Jürgen Bandsom, denn „du wirst heute gefeiert, du musst heute gar nichts machen“.

Anlässlich dieser Auszeichnung mit dem Verdienstorden des Landes NRW ließen es sich viele Weggefährten nicht nehmen ein paar Worte an die Ordensträgerin zu richten. So auch Jens Schäperclaus, Schriftführer des Fördervereins. Er brachte ein Stück Papier mit zur Verleihung, genauer gesagt den Aufnahmeantrag von Renate Steudel in den Verein aus dem Jahr 2008. So habe sich die gelernte Architektin mit Beginn ihrer Pension dazu entschieden, einen großen Teil ihrer Zeit dem Industriemuseum zu schenken, ihre Neugier habe sie dorthin getrieben, so Schäperclaus.

Kurz nach ihrem Eintritt habe sie dann bereits das Amt der Schatzmeisterin übernommen, denn Renate Steudel mache keine halben Sachen, so der Schriftführer. Sie habe Verantwortung und Ausdauer gezeigt, auch in Zeiten wo der Sensenhammer kurz vor der Schließung gestanden habe. „Ohne dich gäbe es das Museum in der heutigen Form wahrscheinlich nicht“, erklärte Schäperclaus.

Auch Frank Schönberger, zweiter Vorsitzender des Vereins, richtete warme Worte an Steudel. So habe Steudel immer für die beste Lösung gekämpft und habe Entscheidungen getroffen, die nicht leicht waren, aber im Endeffekt richtig, das sei keine Selbstverständlichkeit. Zum Abschluss der feierlichen Verleihung lobte auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel Renate Steudel für ihre Tätigkeiten im Sensenhammer, wo sie zwischendurch auch die kommissarische Museumsleistung inne hatte, aber auch ihre Tätigkeiten abseits des Industriemuseums. Sie sei ein Vorbild – vor allem für junge Frauen, ihre Lebensleistung beeindrucke.