Leverkusen ist dabei: Knapp 63 Prozent der Menschen, die am Ratsbürgerentscheid teilgenommen haben, stimmten mit „Ja“.
Nach „Ja“ zu OlympiaOffizielle hoffen auf Schub für Leverkusen
Der große Jubel brach nicht aus, als gegen 20.15 Uhr das letzte der 26 Teilergebnisse für die Leverkusener Olympiaabstimmung eintrudelte und das „Ja“ zur Bewerbung für die Region Rhein/Ruhr damit offiziell machte. Das lag aber nicht daran, dass die Leverkusener Delegation am Sonntagabend im LVR-Turm sich nicht freute, sondern daran, dass schon recht schnell absehbar war, in welche Richtung sich der Abend entwickeln würde.
Knapp 63 Prozent (62,7) der Menschen, die am Ratsbürgerentscheid in Leverkusen teilgenommen hatten, hatten ihr Kreuzchen bei „Ja“ gemacht, rund 37 Prozent wollten nicht, dass ihre Stadt Teil der NRW-Olympia-Bewerbung ist. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 35,7 Prozent. Das benötigte Quorum von zehn Prozent übertraf Leverkusen damit weit, das war allerdings keine Neuigkeit mehr. Vor wenigen Tagen hatte die Stadt schon mitgeteilt, bei über 30 Prozent zu liegen. In absoluten Zahlen hatten 44.183 Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, 123.818 hatten die Wahl zwischen „Ja“ und „Nein“.
Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Stadtdirektor und Dezernent für Bildung, Jugend und Sport, Marc Adomat, Rüdiger Scholz (CDU-MDL), Steffi Nerius, Stefan Pausch (sport- und umweltpolitischer Sprecher der Grünen) sowie Manja Greger und Katrin Rehse (beide Stadt) vertraten Leverkusen am Sonntagabend im LVR-Turm in Köln. Die Staatskanzlei NRW hatte alle Kommunen, die Teil der Olympia-Bewerbung für die Region Rhein/Ruhr sein wollten, zur Ergebnispräsentation eingeladen.

Verlebten einen entspannten „Wahlabend“: Manja Greger (Stadt Leverkusen), Rüdiger Scholz (MDL CDU), Oberbürgermeister Stefan Hebbel (CDU), Local Hero Steffi Nerius, Stadtdirektor und Sportdezernent Marc Adomat und Stefan Pausch.
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Schon um kurz nach 18 Uhr, als die Hälfte der Leverkusener Stimmen ausgezählt war, war die Tendenz eindeutig. Am Ergebnis änderte sich kaum noch etwas, sodass die Leverkusener Vertreterinnen und Vertreter einen recht entspannten „Wahlabend“ erlebten. „Fast zwei Drittel haben sich für eine Bewerbung ausgesprochen. Das ist ein gutes Zeichen für die Sportstadt Leverkusen und für den Weg zu Olympia“, kommentierte Oberbürgermeister Stefan Hebbel, nachdem das Ergebnis dann auch offiziell feststand.
Er hätte zwar gern eine noch höhere Wahlbeteiligung gehabt – so etwa 40 Prozent –, dennoch sei er froh, dass man damit das Quorum deutlich überschritten habe. Sport sei ein fester Bestandteil der Stadt Leverkusen, betont der OB. Und mit der Leading-City Köln in direkter Nachbarschaft „wäre es fatal gewesen, nicht teilzunehmen“. Der OB macht deutlich: „Wir wollen Teil der Olympischen Spiele sein.“ Die Entscheidung, ob die Spiele tatsächlich unter anderem nach Leverkusen kommen, falle im Herbst. Sollte das so sein, sollen in der Bay-Arena Fußballspiele stattfinden, außerdem soll auf den anderen Sportanlagen trainiert werden. Bis dahin wolle man noch weiter für die Gesamtbewerbung werben, sagte Hebbel.
„Total begeistert“ war nach eigener Aussage Sportdezernent Marc Adomat. „Ich freue mich für die Stadt“, sagte er. Denn, da ist er sich mit dem OB einig, Leverkusen sei eine Sportstadt. Er erhofft sich, dass Leverkusen dadurch bekannter werde. Und: Vielleicht ginge dadurch auch noch etwas in Sachen Infrastruktur für die Stadt. Wenn Leverkusen Olympiastandort würde, könnte ja vielleicht etwas für die Sportstätten herausspringen.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch der CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz, wenn auch in eine etwas andere Richtung. Verbesserungen in der Infrastruktur könnte sich Scholz auch durch die Austragung der Spiele vorstellen. Vielleicht aber eher zum Beispiel an der Stelzenbaustelle, die dann schneller fertig sein könnte. Das Kosten-Problem, das viele Kritiker beklagt haben, sieht Scholz als nicht so dramatisch, schließlich würde man Geld von IOC, Bund und Land bekommen. Und von vielen Menschen in der Stadt profitierten zum Beispiel die Hotellerie und die Gastronomen. Für ihn gäbe es nur Gewinner: „Das würde für alle Zeit bleiben.“


