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Kinderkriegen in LeverkusenSo funktioniert die Geburtsanmeldung im Klinikum

Lesezeit 3 Minuten
Hebamme Ulrike Sandtner im Kreißsaal

Hebamme Ulrike Sandtner leitet die Geburtsanmeldung im Klinikum.

Warum es ratsam ist, sich vor der Geburt im Krankenhaus anzumelden und wann der richtige Zeitpunkt ist, erklärt Klinikums-Hebamme Ulrike Sandtner.

Eins schickt Ulrike Sandtner vorneweg: „Man muss sich hier keinen Platz reservieren.“ Anders als bei Hebammen, wo es mittlerweile gilt, sich so früh wie möglich nach Bekanntwerden der Schwangerschaft zu kümmern, eilt die Anmeldung zur Geburt am Klinikum Leverkusen nicht. Und auch wer nicht angemeldet ist und unter Wehen vor der Tür steht, wird nicht abgewiesen. Ratsam ist es dennoch, sich bei seiner gewünschten Geburtsklinik vorab anzumelden.

Seit der Schließung der Frauenklinik im Opladener St. Remigius Krankenhaus ist das Schlebuscher Klinikum die einzige Option in der Stadt (Alternativen siehe unten). „Das Anmeldegespräch findet am besten zwischen der 32. und 36. Woche statt“, erklärt Sandtner, die die Geburtsanmeldung am Klinikum betreut.

Zunächst einmal geht es darum, die Daten der Frau in den Patientenbogen aufzunehmen – „damit sie das nicht unter Wehen ausfüllen muss“, sagt Sandtner. Termine können ab der 25. Schwangerschaftswoche online oder per Telefon vereinbart werden. Frauen brauchen dafür keine Überweisung vom Gynäkologen. Der Mutterpass sollte mitgebracht werden.

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Auch ein Gespräch mit einem Anästhesisten findet statt. Zwar müssen Frauen bei dem Wunsch nach einer PDA oder einer notwendigen Betäubung für einen Kaiserschnitt erneut einwilligen. „Aber die Aufnahmefähigkeit ist im Zweifelsfall nachts um drei nach mehreren Stunden Geburtsvorgang nicht mehr sehr hoch“, gibt die Hebamme zu bedenken. Daher erfolgt die Aufklärung über mögliche Risiken in Ruhe vorab. 

Grundsätzlich raten wir, solange zu Hause zu bleiben, wie die Frau sich wohlfühlt
Ulrike Sandtner, Hebamme

Dann werden weitere Fragen und Wünsche zum Geburtsverlauf und dem Kreißsaal beantwortet und notiert. „Gerade, wenn eine Frau schon eine Geburt hinter sich hat, die vielleicht nicht optimal verlaufen ist, versuchen wir im Gespräch, die Ängste zu nehmen“, sagt Sandtner. Und dann haben Eltern natürlich viele Fragen, nicht nur beim ersten Kind.

In den vergangenen drei Jahren gab es vor allem eine brennende Sorge: „Darf mein Mann bei der Geburt dabei sein?“. Natürlich darf er, beruhigt Sandtner, mittlerweile auch wieder ohne Einschränkungen. Weitere häufige Fragen seien: „Wie lange muss ich nach der Geburt im Krankenhaus bleiben?“, „Welche Schmerzmittel gibt es?“, „Welche alternativen Geburtspositionen werden angeboten?“.  Das klärt Sandtner dann im persönlichen Gespräch. „Erfreulich ist, dass sich immer mehr Frauen schon vorab mit dem Thema Bonding und Stillen beschäftigen“, sagt Sandtner. Auch darüber werde bereits im Aufnahmegespräch aufgeklärt.

Bester Zeitpunkt ist sehr individuell

Und dann gibt es natürlich die eine große Frage: „Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ins Krankenhaus zu fahren?“ Und auf die gibt es keine allgemeingültige Antwort. „Wenn Wehen im Abstand von drei Minuten kommen, kann das beim ersten Kind noch sehr früh sein. Beim Dritten könnte es schon sehr spät sein“, sagt Sandtner. „Grundsätzlich raten wir, solange zu Hause zu bleiben, wie die Frau sich wohlfühlt“. Bei einem Blasensprung oder Blutungen allerdings sollten sie auf jeden Fall direkt ins Klinikum kommen.

Wenn absehbar ist, dass die Geburt sich noch eine Weile hinziehen wird, stellt die Hebamme den Eltern frei, ob sie noch einmal nach Hause fahren möchten. „Wenn eine Frau sagt, sie möchte lieber hier bleiben, dann schicken wir sie natürlich nicht weg.“ Im Zweifelsfall gilt schließlich: Lieber zu früh als zu spät. Zwei bis drei Mal im Jahr passiert es, dass Kinder auf dem Parkplatz oder in der Notaufnahme des Klinikums zur Welt kommen. 

https://www.klinikum-lev.de/frauenheilkunde-geburtshilfe


Weitere Geburtsstationen in der Region

Das St. Martinus Krankenhaus in Langenfeld hat eine zertifizierte Geburtsstation mit dem Label:  „Babyfreundlich - Eine Initiative von WHO und UNICEF“. Informationen im Internet.  Das gleiche gilt für die Frauenklinik im Klinikum Solingen

www.stmartinus-langenfeld.de

www.klinikumsolingen.de

In Bergisch Gladbach gibt es das evangelische Krankenhaus und das Vinzenz Pallotti Hospital Bensberg, das einen besonderen Fokus auf eine möglichst natürliche Geburt legt.

www.evk.de

www.kliniken-rhein-berg.gfo-online.de

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