Fast 13 oder gar knapp 18 Millionen Euro: An der Dhünnstraße will die Stadt viel Geld in die Hand nehmen. Jetzt gibt es politischen Gegenwind.
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Wie viel Geld darf die Sanierung der Kita an der Dhünnstraße kosten? Darüber wird jetzt noch heftiger debattiert.
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Der Auftrag ist seit vielen Jahren klar. Die schon lange nicht mehr genutzte Kita an der Dhünnstraße in Wiesdorf soll wieder ans Netz. Im Baudezernat denkt man an eine Sanierung, das sei billiger als ein Neubau. Allerdings stehen auch dafür schon 13 Millionen Euro in der Kalkulation; ein neues Gebäude soll gar 18 Millionen kosten.
Damit können CDU, Grüne, Opladen Plus und Freie Demokraten im Stadtrat in der fundamentalen Finanzkrise nicht leben. Sie wollen von der Stadtverwaltung einen Alternativvorschlag. Den Hintergrund nannte am Montagabend im Finanzausschuss CDU-Fraktionschef Tim Feister: „Wir haben mit Fachleuten gesprochen, die uns ein anderes Bild zeigen als die Verwaltung.“ Danach sei eine Kita in der Größenordnung „für sechs bis acht Millionen Euro“ zu errichten, wenn man das in einer preisgünstigen Modulbauweise macht.
WGL oder ein Bauträger könnten es auch
Das Baudezernat soll deshalb mit Bauträgern und der stadteigenen Wohnungsgesellschaft Leverkusen Kontakt aufnehmen. Die Politiker sind davon überzeugt, dass die es billiger können als die Stadt.
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Gregor Steiniger, der in den politischen Gremien die suspendierte Baudezernentin Andrea Deppe vertritt, hatte aber „noch ein paar Fragen“ zu dem neuen politischen Auftrag. Zum Beispiel, über welchen Zeitraum die Stadt das Gebäude anmieten und damit kalkulieren soll, wenn ein Investor es errichtet. 25 Jahre? Das wäre üblich.
Dann: Wie viele Bauträger man denn kontaktieren solle und wie konkret denn die Anfragen ausfallen müssten. Auch die Idee der Politiker, das restliche Grundstück bebauen zu lassen, bedürfe der Präzisierung, so Steiniger. Sollen es Wohnungen sein, und was geschieht mit der Jugendwerkstatt und der Turnhalle? Wichtige Vorgaben, die Feister „noch nachreichen“ will, kündigte er am Montagabend an.
Geld ist wichtiger als Zeit
Was natürlich weitere Zeit kostet. Und das bei einem Projekt, an dem schon seit Jahren herumgeplant wurde. Für die SPD ein Punkt, an dem ihre Kritik ansetzt. Das sei ja schon „umfangreiches Päckchen“ für die Bauverwaltung, merkte Fraktionschef Dirk Loeb an. „Uns geht es um die Geschwindigkeit“ – der Antrag von CDU, Grünen, Opladen Plus und FDP nehme das gerade erst mühsam gewonnene Tempo aus dem Projekt Kita Dhünnstraße wieder heraus. Das dürfe nicht sein.
Zu den Gegnern einer erneuten Alternativplanung gehört auch Keneth Dietrich. Dem Vertreter der Linken erscheinen die gestiegenen Baukosten „plausibel“. Er hält die Sanierung, die mit 13 Millionen laut Stadtverwaltung immerhin noch fünf Millionen weniger kostet als ein Neubau, auch aus ökologischer Sicht für besser.
Mehrheitsfähig ist das allerdings nicht. Zu CDU, Grünen, Opladen Plus und Freien Demokraten gesellten sich am Montagabend auch noch Volt und die AfD. Das Baudezernat in der Stadtverwaltung soll also über das Projekt Kita Dhünnstraße noch einmal ganz neu nachdenken. Mit den bisher aufgerufenen Preisen kann die Mehrheit nicht leben.
