Klimawandel, Künstliche Intelligenz, Kriege und gesellschaftliche Veränderungen: Viele Menschen blicken mit Sorge auf die Zukunft.
Lesung in LeverkusenWDR5-Moderator Jürgen Wiebicke über Angst und Zuversicht

Jürgen Wiebicke, lebt als freier Journalist in seiner Heimatstadt Köln und moderiert seit vielen Jahren „Das philosophische Radio“ auf WDR 5.
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Unsere Zeit steckt voller Ungewissheiten. Wie verändert die Künstliche Intelligenz unser Leben? Was bringt der Klimawandel? Wie entwickeln sich Kriege und Gesellschaft? Jürgen Wiebicke sieht darin eine Art „emotionale Gleichgewichtsstörung“: Zwischen Angst vor der Zukunft und der Hoffnung, dass die Dinge gut ausgehen können, gerät das innere Gleichgewicht ins Wanken. Angst, sagt der Autor, sei zunächst nichts Schlechtes. Sie gehöre zum Menschen und könne sogar zum Handeln anregen. Problematisch werde sie, wenn sie diffus werde und sich verselbstständige. Jürgen Wiebicke, lebt als freier Journalist in seiner Heimatstadt Köln und moderiert seit vielen Jahren „Das philosophische Radio“ auf WDR 5.
Niemand kenne die Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Doch daraus dürfe nicht der Schluss gezogen werden, dass man nichts tun könne. „Nichtwissen heißt nicht, nicht handeln zu können“, lautet Jürgen Wiebickes Botschaft. Statt die ganze Welt verändern zu wollen, empfiehlt er, im eigenen Umfeld anzufangen. Denn wer handle, erlebe sich wieder als Akteur – und nicht nur als jemand, der die Entwicklungen über sich ergehen lassen muss.
Mach dir die Welt zum Dorf
Dabei komme es auf reale Begegnungen an. Der 64-Jährige setzt auf lokale Netzwerke und gemeinsames Engagement. Für funktionierende lokale Strukturen nennt er als Faustregel eine Größenordnung von 10.000 bis 15.000 Menschen. Das könne ein Teil einer Großstadt sein, aber ebenso ein Dorf. Für Menschen in einer Großstadt hat er deshalb einen einfachen Rat: „Mache dir die Welt zum Dorf.“ Man solle die Stadt für sich in überschaubare Bereiche zerlegen, in denen persönliche Begegnungen und gemeinsames Handeln möglich werden. Social Media können dabei ein Werkzeug sein, um Menschen miteinander zu verbinden. „Allein im Raum des Digitalen kann man Verhältnisse nicht verändern“, sagt Jürgen Wiebicke.
Auch bei seiner Veranstaltung wolle er keine fertigen Antworten präsentieren. Er werde frei sprechen und seine Gedanken entwickeln. Danach sei die Diskussion offen: „Und wo es uns dann hinführt, werden wir sehen.“ Warum sollte man also kommen? Es gehe darum, zu erfahren, dass man mit den eigenen Ängsten, Befürchtungen und Fragen nicht allein sei.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 17. September 2026, um 19:30 Uhr in der Christuskirche, Dönhoffstraße 2, Leverkusen, statt. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro.