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FestivalLeverkusener Jazztage sind so lang wie noch nie

4 min
Mark Lettieri

Mark Lettieri von „Snarky Puppy“ tritt mit der WDR Big Band auf.

Am 1. November beginnt das offizielle Programm. Vorab gibt es eine hochkarätige Überraschung.

Eine halbe Stunde. So lange habe es ungefähr gedauert, bis die Vorabüberraschung zwei Wochen vor dem offiziellen Beginn der Leverkusener Jazztage ausverkauft war. Dass die Musikfans so hinter den Karten her waren, ist wiederum keine Überraschung: Gitarrenlegende Joe Bonamassa spielt am Donnerstag, 15. Oktober, mit der WDR Big Band im Forum.

Aber auch wenn das Konzert bereits ausverkauft ist, gibt es noch genug Gelegenheiten für Jazz-Fans, sich im Forum, im Erholungshaus, im Scala, oder – in kleinerem Rahmen – im Topos, Notenschlüssel und Sensenhammer gute Konzerte anzuschauen: vom 1. bis zum 25. November. Wobei nicht nur Jazz-Fans Freude haben werden. Schon seit einigen Jahren legt sich das Organisationsteam um Fabian Stiens bei Genres nicht fest. Und zwar bewusst, wie er sagt: „Das Festival lebt von Gegensätzen und genreübergreifenden Künstlern.“ Das sei auch wichtig, um junge Menschen ans Festival und an Musik heranzuführen.

Jakob Manz

Jakob Manz hat vor ein paar Jahren den Future-Sounds-Nachwuchswettbewerb gewonnen.

Drei Konzerte, unter anderem von Headliner Gregory Porter, finden in der Wuppertaler Stadthalle statt. Stiens schwärmt von dem Konzertort. Ebenso vom Erholungshaus, das inzwischen eine erhebliche Stütze des Festivals ist. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer schauten sich Konzerte lieber dort an, sagt Stiens. Und auch von Künstlerinnen und Künstlern bekomme er das gespiegelt: „Viele sagen, dass das der bessere Ort für diese Art von Konzerten ist.“

Um so glücklicher ist der Organisator, dass die Jazztage zumindest auch im nächsten Jahr wieder im Erholungshaus stattfinden können. Bekanntlich will Bayer Kultur, ein laut Stiens unersetzlicher Unterstützer der Jazztage, raus aus dem Betrieb des Konzerthauses. Gespräche mit der Stadt über eine Übernahme laufen. Gesichert ist zumindest, dass es bis Ende 2027 dort weitergeht.

Max Herre und Joy Denalane holen ihr Konzert aus dem vergangenen Jahr nach.

Max Herre und Joy Denalane holen ihr Konzert aus dem vergangenen Jahr nach.

Wie bei anderen Konzerten auch sind die Preise bei den Jazztagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 144 Euro kostet die teuerste Karte (Gregory Porter in Wuppertal), im Scala bewegen sich die Preise laut Stiens zwischen 25 und 30 Euro. In den kleineren Spielstätten ist es weniger. Joe Bonamassa und die WDR Big Band können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer sogar kostenlos ansehen. Die Preise hingen vor allem mit den massiv gestiegenen Gagen zusammen, sagt der Veranstalter. In der Spitze seien die Gagen inzwischen fast sechsstellig. „Da hat man keinen Spielraum, entweder man macht es oder nicht“, sagt Stiens. Umso wichtiger sind für Stiens die Sponsoren wie die Bayer Kultur, die EVL, die Spardabank, Bob Automotive und mehr, die nicht nur Geld, sondern auch Leistungen wie Shuttles für die Künstlerinnen und Künstler bereitstellen.

Asaf Avidan: Die „New York Times“ schreibt über ihn: ein „Künstler, der schreibt wie Leonard Cohen, singt wie Robert Plant und mit dem magischen Charisma eines Cabaret-Tänzers ausgestattet ist“.

Asaf Avidan: Die „New York Times“ schreibt über ihn: ein „Künstler, der schreibt wie Leonard Cohen, singt wie Robert Plant und mit dem magischen Charisma eines Cabaret-Tänzers ausgestattet ist“.

Von Jazz über Soul, Funk und Fusion bis hin zu Pop, Rock und Hip‑Hop ist im Grunde alles im Programm vertreten. Die Redaktion gibt ein paar Tipps, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Asaf Avidan, Donnerstag, 5. November, 19.30 Uhr im Forum: Zum ersten Mal nach drei Jahren bringt der israelische Folk-Rocker wieder eine Band mit. Die „New York Times“ schreibt über ihn: ein „Künstler, der schreibt wie Leonard Cohen, singt wie Robert Plant und mit dem magischen Charisma eines Cabaret-Tänzers ausgestattet ist“.

Max Herre und Joy Denalane, Samstag, 7. November, 19.30 Uhr, Forum: Im vergangenen Jahr mussten die beiden das Konzert in Leverkusen aus gesundheitlichen Gründen noch absagen, in diesem Jahr kommen sie aber. Die beiden haben die deutsche Soul- und Hip-Hop-Szene in den vergangenen 25 Jahren geprägt. Sie mit ihrer grandiosen Stimme (Album-Empfehlung: „Mamani“), er mit der Hip-Hop-Kombo „Freundeskreis“ (Album-Empfehlung: „Quadratur des Kreises“). Und auch zusammen: Lied-Empfehlung: „Mit dir“.

Jakob Manz und „Supernova“, mit Kinga Głyk und dem Jan-Prax-Quartet, Dienstag, 10. November, 18.30 Uhr, Forum: Saxofonist Jakob Manz ist ein absolutes Ausnahmetalent in der deutschen Jazzszene und im Übrigen Sieger des Future-Sounds-Nachwuchswettbewerbs der Jazztage. Inzwischen durch die Decke gegangen. Das könnte auch Jan Prax bevorstehen, der ebenfalls schon den Leverkusener Nachwuchs-Preis bekommen hat. Bassistin Kinga Głyk aus Polen war 2023 schon mal dabei. Auch sie zählt zu den aufstrebenden Musikerinnen auf ihrem Instrument.

WDR Big Band und Mark Lettieri, dazu Finn Heine und das Discovery Collective, Mittwoch, 4. November, Erholungshaus: Ein Höhepunkt für Fusion-Fans. Mark Lettieri ist Gitarrist der unglaublichen „Snarky Puppy“. Nach Leverkusen bringt er auch noch deren Schlagzeuger Jason „JT“ Thomas mit. Was die WDR Big Band kann, ist sowieso klar. Dazu kommt Finn Heine mit dem Discovery Collective. Die Gruppe hat gerade ihr Debütalbum herausgebracht.

Junges Musical Leverkusen, „One night only“, Dienstag, 24. November, 19.30 Uhr. Das Junge Musical lädt ein zu einem Abend mit Musical-Songs aus „Wicked“ oder „Dreamgirls“. Aber auch eher unbekannte Schätze verspricht das Team: mal Jazz, mal Funk, mal Pop. Die jungen Musicaldarstellerinnen und Musicaldarsteller werden dabei von einer Liveband begleitet.

Das vollständige Programm gibt es unter anderem auf der Internetseite der Leverkusener Jazztage. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

https://www.leverkusener-jazztage.de/