Bayer und die Stadt haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, das Haus zu erhalten und in kommunale Hand zu überführen.
Nach Auszug von BayerLeverkusener Erholungshaus bleibt mindestens ein Jahr länger geöffnet

Die Nachricht dürfte viele Menschen in Leverkusen freuen: Ende des Jahres ist noch nicht Schluss im Erholungshaus.
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Die Nachricht dürfte viele Menschen in Leverkusen freuen: Ende des Jahres ist noch nicht Schluss im Erholungshaus. Wie die Stadt jetzt mitteilt, soll die Bayer Gastronomie den Wiesdorfer Kulturtempel über 2026 weiterhin betreiben – mindestens bis Ende 2027, längstens bis Ende 2029. 2030 dann, zum 100. Geburtstag von Leverkusen, soll das Haus in den Besitz der Stadt fallen.
Das alles gilt aber nur, wenn sich Bayer und Stadt bis Herbst dieses Jahres darüber einigen, wie der Übergang in die kommunale Hand erfolgen soll. Werden sich die Parteien nicht einig, ist spätestens Ende 2027 komplett Schluss und das Haus soll geschlossen werden.
Die Vorgeschichte: Bayer Kultur zieht zum Jahresende aus ihrem Kulturhaus in der Kolonie II aus und wollte der Stadt den Konzertsaal mehr oder weniger kostenfrei überlassen. Weil die Betriebskosten – laut Stadt rund 750.000 Euro im Jahr – aus deren Sicht zu hoch sind, konnte sie das aber nicht annehmen. Seitdem regt sich in der kulturaffinen Bevölkerung Widerstand dagegen, das Haus leer stehen zu lassen. Es gab eine Petition, zuletzt hatten die Gäste auf dem Wiesdorfer Koloniefest noch einmal bekräftigt, wie wichtig das Erholungshaus für sie ist.

Unter anderem das Bayer Blasorchester hat sein Zuhause im Erholungshaus.
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Im Hintergrund liefen zuletzt die Gespräche, ob und, falls ja, wie die Stadt das Haus doch übernehmen könnte. Herausgekommen ist zunächst einmal die Übergangslösung und ein „Letter of Intent“ – eine Absichtserklärung – von Stadt und Bayer mit dem Ziel, „das traditionsreiche Haus perspektivisch in kommunale Verantwortung zu überführen und seine Rolle als bedeutende Kulturspielstätte für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Ensembles und Veranstalter dauerhaft zu erhalten“.
Zwar gibt es offenbar noch keine Lösung, wie genau das ab 2030 funktionieren soll, aber „die Stadt Leverkusen soll nach dem derzeitigen Verständnis der Parteien künftig alle Bemühungen unternehmen, das Erholungshaus langfristig als kulturelle Spielstätte für die Bürgerinnen und Bürger Leverkusens zu betreiben“. Ab dem kommenden Jahr und bis 2030 sollen schon vermehrt städtische Kulturveranstaltungen auch im Erholungshaus stattfinden, schreibt die Stadt.
Wichtig ist aber: Die Absichtserklärung ist rechtlich nicht bindend. Sie sei die Grundlage für die weiteren Verhandlungen über den Übergang des Spielstättenbetriebs. Über die genauen Inhalte der Erklärung und über die weiteren Verhandlungen habe man Vertraulichkeit vereinbart. Bis Herbst dieses Jahres sollen „die notwendigen vertraglichen Regelungen“ aber bereits ausgearbeitet sein. Es geht um viel, denn: „Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, wird das Haus spätestens zum Jahresende 2027 geschlossen“, so die Stadt. „Ziel der Gespräche ist nicht die Beendigung kultureller Nutzung, sondern die nachhaltige Sicherung des Erholungshauses als Kulturort für Leverkusen.“
Unser gemeinsames Ziel ist es, das Erholungshaus als wichtigen Kulturort für Leverkusen zu erhalten und weiterzuentwickeln
Derzeit laufen Prüfungen, was den Kaufpreis, steuerliche Fragen, Sanierungs- und Folgekosten und Personalfragen angeht. Dazu könne man derzeit noch nichts sagen.
Der Spielbetrieb soll also erst einmal weiterlaufen. Bayer Kultur nutzt das Haus für seine Veranstaltungen, zum Beispiel für das Start-Festival, aber auch viele Konzerte der Jazztage finden inzwischen dort statt. Außerdem nutzen das Bayer Blasorchester, die Bayer Philharmoniker, weitere Bayer-Ensembles und das Junge Musical die Räume.
Arthur Horváth, Leiter Kultur und Stadtmarketing, will gerade diesen Nutzern eine verlässliche Perspektive und Planungssicherheit geben – zumindest bis Ende 2027. Oberbürgermeister Stefan Hebbel sieht in den Absprachen einen Zeitgewinn, „um eine tragfähige Lösung zu erarbeiten, die sich finanziell in der sehr angespannten Haushaltslage darstellen lässt“. Christoph Böhmke, Chef von Bayer Kultur, sagt: „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Erholungshaus als wichtigen Kulturort für Leverkusen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Gespräche mit der Stadt Leverkusen erfolgen in dem Bewusstsein, dass das Haus für viele Menschen, Ensembles und Veranstalter eine besondere Bedeutung hat.“
