Wie gewonnen, so zerronnen: Die Leverkusener Lokomotive wurde schon am Samstag nach Ratingen gezogen.
Historische Lok aus LeverkusenZu teuer: E11 steht jetzt in Ratingen statt in Rheindorf

Die AEG-Lokomotive E11, Baujahr 1915, stand zwischenzeitlich auf dem Museumsgleis bei Chemion im Chempark in Flittard.
Copyright: Ralf Krieger
Was es im Kleinen bedeutet, wenn die Stadt faktisch unter Haushaltssicherung steht, lässt sich etwa daran ablesen, dass die kleine historische Leverkusener Elektrolok E11 nicht wie geplant in Rheindorf aufgestellt wird. Stattdessen steht sie nun auf dem Firmengelände der privaten Eisenbahngesellschaft Railflex GmbH in Ratingen, das ist nödlich von Düsseldorf. Die Firma übernimmt den Oldtimer als Dauerleihgabe.

Das Telefonverzeichnis der E11 ist erhalten.
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Höchstgeschw. 30 Km/h, auch durch Monheim.
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Die Lokomotive verkehrte auf der Kleinbahn Rheinorf-Monheim. Sie gehört der Stadt Leverkusen und zog bis in die 1970er-Jahre Züge in Leverkusen und Monheim, wurde dann an die Salzburger Lokalbahn verkauft, aber unter der Auflage, dass sie die Stadt Leverkusen nach der Ausmusterung zum Schrottpreis zurückkaufen könne. Das geschah 2025. Seither stand sie im Chempark auf einem Museumsgleis in Flittard und sollte in Rheindorf auf einem Rasenstück an der Feuerwache Auf der Grieße als Museumsstück dort aufgestellt werden, wo sie früher oft vorbeigefahren ist.
Leverkusen kann sich den Unterhalt der Lokomotive nicht leisten
Statt dorthin wurde die E 11 am vergangenen Samstag, 30. Mai 2026, nach Ratingen geschleppt. Bei der Firma Railflex GmbH mag man Lokomotiven, das wird auch schon auf der Webseite deutlich, auf der die Firmenlokomotiven in einer Bildergalerie gezeigt werden. Mitarbeiterinnen posieren vor den Maschinen, es existieren Bilder von Düsseldorfer Traditionscorps und gar eine Aufnahme mit einem Prinzenpaar.

Das Führerhaus
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„Wir haben Platz dafür und auch eine innige Verbindung zu Monheim, wo die E11 ja gefahren ist“, sagt Peter Süselbeck von der Firma. David Uhr, der Geschäftsführer von Railflex, habe viel Zeit als Kind oder Jugendlicher in Monheim verbracht und kenne die Züge der Kleinbahn. Das Werksgelände in Ratingen an der Borsigstraße sei umzäunt und mit Video überwacht, beruhigt der Mitarbeiter.
Die Überlassung der Lokomotive war eine Angelegenheit, die in der Leverkusener Verwaltung ganz oben im Büro des Oberbürgermeisters verhandelt wurde, der Stadtrat oder die Bezirkspolitiker wurden zuvor nicht informiert. In den Mitteilungen „Z.d.A Rat“ schreibt die Verwaltung: „Aufgrund der dramatischen Haushaltssituation der Stadt Leverkusen ab August 2024 sind eine Finanzierung des temporären Abstellplatzes der Lokomotive E 11, der Abtransport, eine spätere Aufstellung im Stadtgebiet als Denkmallokomotive, die weitere Instandhaltung, die Umlackierung in ihren ursprünglichen Zustand, die Haftung und der Abschluss einer Versicherung als freiwillige Maßnahme nicht möglich.“

Inbetriebnahme war 1915
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Das Umlackieren und Aufstellen in Leverkusen hätte eine fünfstellige Summe gekostet, dafür habe man keinen Sponsor finden können, schreibt die Stadt. Offenbar drohte sogar die Verschrottung des Kleinods aufgrund der Geldnot in Leverkusen. Jetzt habe man einen Dauerleihvertrag mit der Ratinger Firma aushandeln können: Die Lok wird erhalten, aber für Leverkusen ist sie erstmal wieder auf unabsehbare Zeit verloren.
Die Lok ist derzeit tiefrot lackiert, das ist aber nicht die Originalfarbe. Die Firma möchte die E11 in den Originalfarben lackieren und sie vielleicht schon am Tag der offenen Tür, am 12. September, an der Borsigstraße in Ratingen präsentieren. Einen festen Platz werde die E11 auf dem Gelände erstmal nicht haben, sagt Süselbeck. Man werde sie auf den Gleisen immer dahin schieben, wo Platz sei, sagt der Mitarbeiter.
