Zeigen, was kulturell an Schulen geboten wird – das ist das Ziel des Sprungbrett-Festivals.
Kultur an SchulenLeverkusens zweites Sprungbrett-Festival wird noch größer

Anke Holgersson mit „Kulturhund“ Molly und Katharina Baarhs freuen sich auf das zweite Sprungbrett-Festival.
Copyright: Stefanie Schmidt
Überall an Leverkusener Schulen proben Kinder und Jugendliche das ganze Schuljahr lang, denken sich Aufführungen und Ausstellungen aus. Am Ende sitzen die natürlich begeisterten Eltern im Publikum. Aber wenig Öffentlichkeit. „Das ist schade, weil die Qualität der Aufführungen wirklich sehr, sehr hoch ist“, sagt Anke Holgersson, die das als Theaterwissenschaftlerin beurteilen kann. Die Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und den Schülerinnen und Schülern durch den übergeordneten Rahmen eine größere Bühne bieten – aus dieser Idee ist vor zwei Jahren das „Sprungbrett-Festival“ entstanden. Jetzt geht das Schulkulturfest in die zweite Runde und ist weiter gewachsen: 45 Veranstaltungen stehen auf dem Plan, bei der Premiere waren es 31.
Eröffnungsabend als Schaufenster
Der offizielle Festivalzeitraum sind die drei Wochen vor den Sommerferien, sie werden erneut mit einem großen Eröffnungsabend am 26. Juni im Forum eingeläutet. „Das ist ein Schaufenster, in dem man einen Ausschnitt aus der bunten Vielfalt sehen kann, die die Schulen auf die Bühne bringen“, sagt Katharina Baarhs vom Bildungsbüro. Und ein Beweis für den Mut der jungen Künstler, die sich auf die Bühne im großen Saal trauen. Schon vor der offiziellen Eröffnung finden einige Veranstaltungen statt, die Anke Holgersson, Fachkoordinatorin für kulturelle Bildung, trotzdem mit ins Programm aufgenommen hat. „Manchmal passt es aus schulinternen Gründen nicht anders, da wollen wir niemanden ausschließen.“

Grundschüler der GGS Morsbroicher Straße tanzten im letzten Jahr zum Thema „Vielfalt“.
Copyright: Stefanie Schmidt
Ernst, lustig oder klassisch
Die Inhalte sind bunt gemischt. „Besonders fällt mir auf, dass die Jugendlichen auch nicht vor ernsten Themen zurückschrecken“, sagt Holgersson mit Blick auf das Programm. Etwa die Mittelstufentheater-AG des Lise-Meitner-Gymnasiums, die „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ aufführt. Ein Theater über einen Zoo im KZ Buchenwald. Oder der Projektkurs Kunst der Käthe-Kollwitz-Schule, der „Kunst in Zeiten der Unruhe“ ausstellt, voller Haltung und Kreativität.
Es geht aber auch lustig zu, etwa bei der „olympischen Komödie“ des Oberstufenkurses Literatur der Marienschule. Oder klassisch: von Macbeth (Q1 Landrat-Lucas-Gymnasium) bis Alice im Wunderland (Unterstufentheater Freiherr-vom-Stein-Gymnasium). Auch musikalisch ist natürlich vieles geboten, hier sind viele Schulorchester vertreten, zum ersten Mal aber auch die neue Musik- und Kunstschule, der Zusammenschluss aus Musikschule und Jugendkunstgruppen. Wer noch mehr von seinem Talent zeigen möchte, ist – nach vorheriger Anmeldung – am 28. Juni zur Open Stage im Jungen Theater eingeladen, ebenfalls ein Novum in dem Format.
Am Ende werden die jeweils besten Ideen aus den Kategorien Theater, Musik und Misch- oder Ausstellungsprojekt von einer Jury gekürt und mit einem Preisgeld von je 500 Euro ausgezeichnet. Wenn es um Geld geht, ist es Baarhs wichtig zu betonen: „In das Sprungbrett-Festival fließt kein städtisches Geld.“ Finanziert wird es zum einen über einen Landesförderpreis, den das Festival gewonnen hat, sowie über Sponsoren. Zur Jury gehört auch der Schirmherr des zweiten Sprungbrett-Festivals: Jesús Ortega Martinez, Chefdirigent der Bayer Philharmoniker. Ihn kann man ebenfalls live erleben: bei der Offenen Orchesterprobe der Bayer Philharmoniker im Erholungshaus am 6. Juli.
Das ganze Programm des Sprungbrett-Festivals ist in einer Broschüre zusammengefasst, die an vielen städtischen Stellen ausliegt. Online sind die Veranstaltungen bei www.lust-auf-leverkusen.de einzusehen. Einige der Veranstaltungen sind nicht öffentlich. Die öffentlichen Veranstaltungen sind häufig kostenfrei, wie auch der Eröffnungsabend am 26. Juni, 18 Uhr, im Forum. Einige kosten einen kleinen Eintritt, der meist an der Abendkasse entrichtet werden kann. (stes)

