NRW-Sportfunktionär beantwortet vor dem Leverkusener Stadtrat Fragen zur Olympiabewerbung.
Olympiabewerbung„Standort Leverkusen spielt herausragende Rolle“

Das Leverkusener Logo für die mögliche Olympia-Bewerbung der Städte an Rhein und Ruhr im Stadtrat
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Eigentlich ist Bernhard Schwank am falschen Ort: Im Leverkusener Stadtrat muss der Sportfunktionär aus der NRW-Staatskanzlei kaum noch jemanden davon überzeugen, dass Olympische und Paralympische Spiele in der Region Rhein-Ruhr eine gute Sache wären. Dennoch ist Schwank nach Leverkusen gereist, um noch einmal die Bewerbung „Köln.Rhein.Ruhr“ vorzustellen, zu der auch Leverkusen als Austragungsstätte gehört.
„Unsere Bewerbung gewinnt ihre Stärke dadurch, dass hinter dem Namen 17 starke Städte und Kommunen stehen“, steigt Schwank in den Vortrag ein. Und der Standort Leverkusen spiele dabei „eine ganz herausragende Rolle“, betont er. Nicht nur bei der möglichen Austragung, sondern in der Sportförderung des Landes im Allgemeinen.
Kompakt, nachhaltig und spektakulär
Für ihn zentral: Die NRW-Spiele sollen kompakt, nachhaltig und spektakulär werden. So könnten zum Beispiel die olympischen Fußballturniere der Männer und Frauen im Umkreis von 60 Minuten Fahrtweg durchgeführt und fast alle Sportler in einem olympischen Dorf in Köln untergebracht werden. Es sollen nur bestehende oder temporär errichtete Sportstätten verwendet werden, es bleiben keine Altlasten. Spektakulär sollen die gigantischen Sportstätten sein: 14 Millionen Tickets könnten verkauft werden, sagt Schwank. Mehr als 2024 in Paris. So sollen in der zum Aquatik-Dome umgebauten Schalke-Arena Schwimmwettbewerbe vor 50.000 bis 60.000 Zuschauern stattfinden – es wäre die weltweit größte Schwimmarena. Das könnte tatsächlich ein Punkt sein, der dem IOC gefällt: Mehr Tickets bedeuten natürlich immer auch mehr Einnahmen.
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Es ist nicht vorbei, wenn eine Stadt ‚Nein‘ sagt
Die für den kommenden Bürgerentscheid entscheidende Frage stellt Christoph Kühl: „Wie überzeugt man die, die sagen: Leverkusen hat kein Geld dafür?“ Schwank spricht davon, dass die Durchführungskosten durch die Einnahmen gedeckt seien. Investitionskosten stehen vor allem für das geplante, temporäre Leichtathletik-Stadion mit Olympischem Dorf an, dafür gibt es noch keine Kostenberechnung – das soll aber ja auch in Köln entstehen. Profitieren könne Leverkusen auch durch Investitionen in Infrastruktur und Trainingsanlagen. „Trainingsstätten werden ein entscheidender Punkt werden. Und am TSV will und kann keiner vorbeigehen“, sagt Schwank.
Was aber, wenn die Leverkusener Bevölkerung beim Entscheid am 19. April „Nein“ sagt? „Es ist nicht vorbei, wenn eine Stadt ‚Nein‘ sagt“, erklärt Schwank. Man würde dann schauen, ob die dort geplanten Ereignisse anderswohin verlegt werden könnten. Das wäre mit dem Fußballstandort Leverkusen natürlich deutlich einfacher als mit der „Leading-City“ Köln. Insgesamt hofft die Staatskanzlei auf ein klares „Ja“ aus allen Kommunen, um die Bewerbung gegenüber den Mitbewerbern München, Berlin und Hamburg zu stärken.
Dass hauptsächlich über Kosten gesprochen wird, irritiert Ina Biermann-Tannenberger: „Gerade wir hier in Leverkusen haben doch gerade erst vor zwei Jahren mit der deutschen Meisterschaft von Bayer 04 erlebt, was das für Auswirkungen hat.“ Der ideelle Wert könne vielleicht nicht beziffert werden, aber ein Olympisches Dorf vor der Tür an der Stadtgrenze zu haben, ohne dafür städtische Fläche hergeben zu müssen, sei unbezahlbar.

