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SondervermögenLeverkusens offene Jugendhilfe bleibt hartnäckig

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Jugendliche spielen Tischtennis im „Haus der Jugend“.

Jugendliche spielen Tischtennis im „Haus der Jugend“.

Wenn die Stadt 78 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes bekommt, will die offene Kinder- und Jugendhilfe daran fest beteiligt werden.

Die offene Jugendhilfe in der Stadt bleibt aktiv bei ihrer Forderung, an den der Stadt zustehenden 78 Millionen Euro aus dem NRW-Infrastrukturgesetz, finanziert vom Sondervermögen des Bundes, beteiligt zu werden.

Lange hatte der Kinder- und Jugendhilfeausschuss in seiner Aprilsitzung schon darüber diskutiert. Das Ergebnis: Der Ausschuss fordert, dass die Stadt drei Millionen Euro mit einem Sperrvermerk zugunsten der offenen Kinder- und Jugendarbeit versieht. Gleichzeitig sollten die Träger und Verbände ihre Bedarfe auflisten.

Verweis auf Landesjugendamt

Thorsten Woelki (CDU) zollte seinen Respekt für die umfassende Arbeit in kurzer Zeit: „Jetzt können wir uns besser vorstellen, was dahintersteht.“ Dezernent Marc Adomat sieht ebenfalls Vorzüge in der Liste, jedoch an anderer Stelle: „Richten Sie diese Anträge bitte auch an das Landesjugendamt“, fordert er die Verbände auf. Seine Argumentation: Vieles werde vom Landesjugendamt gefördert, häufig scheitere die Umsetzung jedoch am Eigenanteil, den die Träger aufbringen müssten. Hier könnte dann eventuell die Stadt mit dem Geld aus dem Infrastrukturpaket helfen. So können möglichst viele Zuschüsse in die Stadt geholt werden.

Auch Mitglieder der neugegründeten Jugendszene Lev beteiligen sich an dem Antrag.

Auch Mitglieder der neugegründeten Jugendszene Lev beteiligen sich an dem Antrag.

Michael Hirth (katholische Kirche) ist nicht überzeugt: „Es ist natürlich immer eine Möglichkeit, Landesjugendmittel zu beantragen.“ Aber der Ausschuss habe sich ja dafür ausgesprochen, konkret Mittel für die offene Jugendhilfe freizuschlagen. „Wenn das gewünscht und gewollt ist, sollte diese mit einbezogen werden.“ Denn aus den Worten von Adomat ist herauszuhören: Die Infrastrukturmillionen für den Bereich Bildung hat die Stadt bereits verplant, zum Beispiel für das Hallenbad Bergisch Neukirchen. 50 Prozent des Sondervermögens sollen in Bildung fließen, allerdings seien auch diese rund 39 Millionen Euro bereits „weit überzeichnet“.

Die ganze Liste will Adomat noch nicht vorlegen, denn es gibt Unsicherheiten: Die Stadt wartet noch auf eine klare Aussage dazu, ob Doppelförderungen zulässig sind. Denn im Beispiel des Hallenbades will man sich auch um Landesfördermittel speziell für Schwimmbäder bewerben. Sollte die Doppelförderung ausgeschlossen werden, würde die Stadt für das Lehrschwimmbad wohl auf die Landesförderung setzen, so würden Mittel aus dem Infrastrukturpaket frei – was dann wiederum eine Chance für die freie Jugendarbeit wäre.

Es ging nicht nur darum, drei Millionen zu sichern, sondern auch zu sagen: Offene Kinder- und Jugendarbeit ist genauso wichtig
Axel Zens, Awo

Den freien Trägern allerdings geht es auch ums Prinzip: „Es ging nicht nur darum, drei Millionen zu sichern, sondern auch zu sagen: Offene Kinder- und Jugendarbeit ist genauso wichtig“, sagt Axel Zens, dessen Arbeiterwohlfahrt nicht an dem Antrag beteiligt ist. Nur am Sondervermögen beteiligt zu werden, wenn von den städtischen Projekten was hinten runterfällt, ist ihnen zu wenig. „Wir übernehmen die gleichen Aufgaben“, betont Florian Korb, Leiter der evangelischen Jugend Schlebusch und Vorsitzender des neu gegründeten Vereins Jugendszene Leverkusen.

Die Verwaltung hatte bereits vor der Sitzung in ihrer Stellungnahme nüchtern klargestellt, dass weder der Fachbereich Kinder und Jugend noch das zuständige Dezernat die Mittelverteilung final entscheiden – das obliegt dem Verwaltungsvorstand und letztlich dem Rat im Rahmen der Haushaltsplanberatungen. Der Ausschussbeschluss habe damit den Charakter einer Absichtserklärung. Diese aber bleibt aufrechterhalten: Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss vertagt den Antrag inklusive Maßnahmenliste und gewünschtem 3-Millionen-Euro-Sperrvermerk in den zuständigen Finanzausschuss.


Neuer Träger für Bayer-Kitas

Ein neuer Kitaträger kommt in die Stadt: Educcare aus Köln übernimmt ab dem 1. August die Bayer-Kitas Weltentdecker und Löwenburg, die bislang vom Deutschen Roten Kreuz betrieben werden. Der Konzern habe die Trägerschaft für seine drei Betriebskitas, zu denen auch eine in Monheim gehört, neu ausgeschrieben, um sie an einen einheitlichen Träger zu übergeben, berichtet Mario Gräff von Educcare vor dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss.

Bayer-Kita Kurtekotten. Foto: Ralf Krieger

Bayer-Kita Löwenburg aus der Luft

Educcare betreibe bereits 52 Kitas bundesweit, davon sechs in Monheim, darunter auch die Bayer-Kita „Die Sprösslinge“. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die Ausschreibung gewinnen konnten und nun auch nach Leverkusen kommen“, sagt Gräff. Allen Mitarbeitenden in den Einrichtungen werde angeboten, übernommen zu werden. Wer aber bei seinem Arbeitgeber bleiben möchte, dem stehe das natürlich auch frei. Ebenso bleiben die Verträge mit den Familien unangetastet.