Wer hat Lizzie Halloway entführt? Diese Frage stellt sich auf der Bühne der Theater-AG des städtischen Gymnasiums Leichlingen.
Gymnasium Leichlingen„Keine Freunde! Keine Feinde?“ – Theater AG zeigt Kriminalkomödie

Talea Walker, Finn Gao, Alina Kanarek und Mats Meusel spielen die Entführungsszene.
Copyright: Viktoria Langenhuizen
Die Bühne ist klein, das Licht leuchtet in Rot- und Pinktönen, die Schülerinnen und Schüler stehen bereits in Kostümen bereit. Im Raum A004 entsteht derzeit die Kriminalkomödie „Keine Freunde! Keine Feinde?“ von Barbara Peters. Die Aula der Schule ist nach der Wupperflut 2021 weiterhin nicht nutzbar. Deshalb weicht die Produktion auf einen deutlich kleineren Raum aus, der schnell zur kompletten Theaterwelt wird.
Die Bedingungen sind enger als sonst, Kulissen und Bewegungsspielräume müssen genau geplant werden. 13 Mädchen und drei Jungen aus den Jahrgängen sechs bis neun stehen auf der Bühne. Insgesamt umfasst das Stück 14 Szenen.
Detektiv mit Alkohohlproblemen
Im Mittelpunkt steht die entführte Lizzie Halloway, Tochter eines reichen Unternehmers. Zwischen Dorfpolizei, Ganoven, Adel und einem ungewöhnlichen Privatdetektiv entwickelt sich eine Geschichte voller Wendungen, in der kaum eine Figur eindimensional bleibt. Für die Jugendlichen liegt genau darin der Reiz. Leni Solga, dreizehn Jahre alt, verkörpert den Privatdetektiv Philipp Bluewater: „Ich spiele einen stereotypischen Detektiv. Er ist pleite und alkoholsüchtig“, sagt sie. Gerade diese überzeichnete Lockerheit mache die Rolle besonders spannend.
Den Ganoven finde ich vom Typ her witzig. Es macht Spaß, dieses leicht Dusselige zu spielen.
Mats Meusel übernimmt gleich zwei völlig unterschiedliche Figuren, den Gauner Little Billy und einen englischen Lord. „Den Ganoven finde ich vom Typ her witzig. Es macht Spaß, dieses leicht Dusselige zu spielen“, sagt der Dreizehnjährige. Seine zweite Rolle ist das komplette Gegenteil: ein überzeichneter Adliger, „bestimmt schon 70 oder 80 Jahre alt, der aber trotzdem noch junge Frauen anbaggert“. Mit Stock und bewusstem Humpeln wird auch körperliches Spiel wichtig. Alina Kanarek, zwölf Jahre alt, mimt die entführte Lizzie Halloway. „Sie ist tiefgründiger, als sie im ersten Moment wirkt“, sagt sie. Besonders reizvoll sei für sie, eine deutlich jüngere Figur zu verkörpern: „Da kann ich richtig trotzig sein.“
Klare Ansagen bei der Probe
Die Proben laufen seit dem letzten Schuljahr. Geleitet wird die Theater-AG von Klaus Meyer-Stoll, der immer wieder präzise Anweisungen gibt: „Bitte sprecht die Silben ordentlich aus, denkt daran, ihr seid Adlige“, ruft er in die Runde. Neben Textsicherheit und Ausdruck geht es auch um Timing, Reaktionen und das Zusammenspiel auf engem Raum. „Es ist schwer, ernste als auch lustige Szenen zu spielen“, sagt Leni Solga. „Bei ernsten Szenen fällt es schon schwer, nicht zu lachen.“
Die AG existiert seit 2007 und entwickelt jedes Jahr ein Stück als Team. Von der Rollenverteilung über Kostüme bis zu Requisiten. Dadurch, dass die Aula nach der Wupperflut vor fünf Jahren weiterhin nicht zur Verfügung steht, sind die Plätze für die Vorstellungen begrenzt. Einlass ist nur mit Eintrittskarten möglich, um die Raumkapazität nicht zu überschreiten.
Aufführungstermine
Die Aufführungen finden am Donnerstag, 21 Mai und am Freitag, 22 Mai statt. Einlass ist um 18:30 Uhr das Stück beginnt um 19 Uhr. Kartenbestellung per E-Mail an: theater-ag-sgl@web.de. Der Eintritt beträgt regulär sechs und ermäßigt drei Euro.

