Düsseldorf – Wolfgang Fuchs arbeitet bei den KVB in der Buswerkstatt im Betriebshof Niehl. Am Mittwochmorgen hatte der Kfz-Elektriker einen Termin in Düsseldorf. Land, Verkehrsbetriebe und Kommunen stellten dort eine neue Kampagne vor, die dazu beitragen soll, dass die Menschen in NRW trotz der Pandemie wieder häufiger Busse und Bahnen nutzen. Fuchs gehört zu den „Models“ der Aktion, die für Vertrauen werben sollen.
Durch die Corona-Krise sind die Fahrgastzahlen bei den Verkehrsbetrieben in NRW dramatisch eingebrochen. Viele Menschen arbeiten im Homeoffice oder fahren lieber mit dem Auto oder Fahrrad, weil sie befürchten, sich in Bussen und Bahnen anzustecken. Es sei wichtig, dass im Nahverkehr alle Kontaktflächen stets gründlich gereinigt würden, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Wir müssen zeigen, dass Bus- und Bahnfahren eine sichere und saubere Sache ist.“
Eine Milliarde Euro Verluste
Landesweit beklagen die Verkehrsbetriebe Einnahmeverluste von insgesamt rund einer Milliarde Euro wegen des Einbruchs bei den Ticketverkäufen. KVB-Chefin Stefanie Haaks erklärte, alleine bis Ende Juni fehlten dem Unternehmen 20,6 Millionen Euro. „Trotz des aktuellen Rückgangs bei den Fahrgastzahlen durch Corona müssen wir in den NRW-Städten die Verkehrswende hin zu einer klimagerechten Mobilität hinbekommen“, sagte Thomas Hunsteger-Petermann, Vize-Vorsitzender des Städtetages NRW.
Auch die Bahn macht bei der Kampagne „#BesserWeiter“ mit. Dort wird neben den klassischen Reinigungsmethoden in den Bahnhöfen auch der Einsatz von UV-Licht getestet, das Viren abtöten soll. Zudem werden Oberflächen erprobt, die Krankheitserreger abweisen können.
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Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gibt es bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen höher ist als anderswo. Wegen der guten Belüftung sei es ausreichend, einen Mundschutz zu tragen, heißt es. Die Gefahr von Schmierinfektionen sei gering.
In der Phase der stärksten Corona-Beschränkungen ging die Auslastung von Bussen und Bahnen auf 20 Prozent zurück. Derzeit habe sich der Wert bei 50 bis 60 Prozent eingependelt, sagte Minister Wüst. Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen ist auf 80 Prozent des Niveaus zurückkehrt, das vor Corona üblich war.



