Mitarbeiter des St. Josef Krankenhauses in Engelskirchen machten die Folgen der geplanten Einsparungen deutlich.
Protest am KrankenhausWenn es mit der Klinik-Versorgung in Engelskirchen eng wird

Der Eingang wurde mit Flatterband verengt.
Copyright: Weitzdörfer
Es wurde sprichwörtlich eng im St. Josef Krankenhaus in Engelskirchen. Wenn auch nur für eine Stunde – und auch nur symbolisch. Die Belegschaft im Krankenhaus in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) hatte am Freitagvormittag den Eingangsbereich mit Absperrband verkleinert, um so auf die möglichen Folgen hinzuweisen, die durch das geplante Spargesetz für die Gesetzlichen Krankenversicherungen entstehen können.
„Längere Wege, weniger Angebote“
„Die direkten Auswirkungen sind sicherlich längere Wege, weniger Angebote und eine eingeschränkte wohnortnahe Versorgung für die Patienten“, sagt Silvia Klein, die kaufmännische Direktorin des St. Josef Krankenhauses. Die Pflegedirektorin Martina Kropp ergänzt: „Wir sind ein freies und gemeinnütziges Krankenhaus. Und von den Folgen unmittelbarer betroffen, als etwa kommunale Krankenhäuser, da wir keine großen Rücklagen bilden dürfen.“
Kropp und Klein rechnen mit Einschränkungen in der Versorgung. Erschwerend hinzu komme, dass die Attraktivität der medizinischen Berufe nicht mehr so einfach zu vermitteln sei. Roland Hutzschenreuter, stellvertretender ärztlicher Direktor, berichtet, dass das Haus auf allen Ebenen ausbilde, diese Fachkräfte dann aber oft nicht übernommen würden, weil enorme Sparzwänge auch für Personal entstünden.
Und was sagen die Patienten und Besucher am Freitag? „Wir haben viel positive Rückmeldung auf die Aktion bekommen“, erklärt Kropp. Viele von ihnen hätten gefragt, wo sie denn mit ihrer Unterschrift die Aktion unterstützen könnten.
Die Pflegedirektorin will die Problematik noch nicht so hoch hängen, stimmt aber mit Hutzschenreuter darin überein, dass die Thematik aber „durchaus weitere Kreise ziehen könnte“, wie er betont. „Wenn das alles zu groß wird, bekommen wir ein Problem. Wir haben ein großes Einzugsgebiet, gerade im ländlichen Raum ist die medizinische Versorgung nicht immer einfach.“
