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SommerwettbewerbDiese tunesischen Geranien wachsen seit 54 Jahren in Gummersbach weiter

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Rita Sackmann hat vor 54 Jahren aus dem Urlaub den Ableger einer Geranienpflanze mitgebracht

Seit 54 Jahren gedeihen die „tunesischen Geranien“ im Garten von Rita Sackmann. Per Flugzeug kamen die Ableger nach Gummersbach.

Ein kleiner Ableger reiste 1972 aus Tunesien nach Gummersbach. Bis heute hält Rita Sackmann ihre besonderen Geranien am Leben.

Es ist nicht gerade das Mitbringsel aus dem Urlaub, dem man die allerlängste Lebensdauer zutrauen würde. Und doch erfreut sich die 85-jährige Rita Sackmann aus Gummersbach seit nunmehr 54 Jahren an ihren „tunesischen Geranien“, wie sie sie schmunzelnd nennt. „Auch wenn sie eigentlich englische sind, wie wir viel später erfahren haben“, sagt sie. Die Gummersbacherin liebt Blumen und alles, was damit zusammenhängt.

Und das, obwohl sie aus dem Ruhrgebiet stammt, aus dem Bochumer Süden. „Und da ist es auch ein wenig ländlicher als in der Stadt“, erzählt sie. 1967 zog sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann nach Gummersbach, zuerst nach Vollmerhausen. „1971 haben wir dann in Bernberg gebaut“, sagt sie. Ihr Mann hat davor im Bergbau gearbeitet. Rita Sackmann berichtet: „Mitte der 1960er Jahre wurden Bergbauingenieure für den Bau der A4 gesucht, deswegen sind wir ins Oberbergische gezogen.“

Heimliche Reise in der Blechdose

Der Hausbau wird weitgehend in Eigenregie gemacht. „1972 haben wir dann zusammen mit Freunden, deren Sohn und unserer ältesten Tochter einen Urlaub in Tunesien gemacht“, erinnert sich die Gummersbacherin. Die Freunde hätten unbedingt mal in das nordafrikanische Land gewollt, während Rita Sackmann und ihre Familie eigentlich eher Wintersportler gewesen seien. „Wir waren auch danach nur noch einmal in Libyen – da haben wir einen Sandsturm miterlebt, aber das ist eine andere Geschichte – in Tunesien waren wir nicht noch einmal“, berichtet die 85-Jährige.

Dennoch hätte es ihnen in der Ferienanlage am Meer sehr gut gefallen. „Vor allem der Garten, durch den wir von unserem Bungalow jeden Tag in Richtung Meer gegangen sind, war mit seinen Blumen unglaublich schön. Dort waren auch die Geranien“, erinnert sich Sackmann. Und die sahen anders aus, als die Familie sie von zu Hause kannte. So taufte Rita Sackmann sie „tunesischen Geranien – weil wir sie dort zum ersten Mal gesehen haben“, sagt sie schmunzelnd.

Jeden Herbst beginnt der Kreislauf neu

In der Gummersbacherin, schon damals eine große Blumenfreundin, wuchs im Laufe des Urlaubs der Wunsch, diese schönen Geranien mit nach Hause zu nehmen. Sie erzählt lachend: „Das war eigentlich nicht erlaubt. Ich habe aber dennoch einen Ableger gezogen, habe ihn dann am Tag unserer Abreise in feuchte Papiertücher und einen feuchten Waschlappen gewickelt und in eine Blechdose gepackt.“

Ein wenig Angst hätte sie vor der Gepäckkontrolle am Flughafen gehabt. „Wir wurden auch kontrolliert – die Beamten haben aber den falschen der beiden Koffer geöffnet, Glück gehabt“, sagt Rita Sackmann. Die Heimreise ging relativ schnell und die Familie war vom Kölner Flughafen aus in kurzer Zeit in Gummersbach. Zudem fand die Reise im Mai statt, also nicht im Hochsommer. All das sorgte dafür, dass der Ableger überlebte – und zwar bis heute, 54 Jahre später.

Rita Sackmann hat den kleinen und weit gereisten Ableger daheim hochgepäppelt und zum Wachsen und Gedeihen gebracht. Jahr für Jahr. Es ist ein Kreislauf, der aus der ursprünglich aus Tunesien mitgebrachten Pflanze einen Wiedergänger im Oberbergischen hat werden lassen. „Jedes Jahr im Herbst ziehe ich neue Ableger, die ich dann im Winter im Haus hochziehe, so dass sie dann im Frühjahr wieder in den Garten können“, erläutert die Gummersbacherin.

Übrigens nicht nur in den eigenen, sondern auch in die Gärten und auf die Balkone von Freunden und Verwandten hat es die „tunesische Geranie“ geschafft. „Die schönsten hat in diesem Sommer meine Schwester bekommen. Aber auch mein Sohn hat mal eine mitgenommen – wer will, kann sie haben“, sagt Rita Sackmann lachend.

Und auch wenn es die Pflanzen in diesem so heißen und trockenen Sommer nicht leicht haben, so haben die „tunesischen Geranien“ von Rita Sackmann auch dieses Jahr geblüht. Und schon bald ist es wieder soweit, dann dreht sich der Kreislauf weiter und es werden die nächsten Ableger gezogen. Für das kommende Jahr – und für alle im Freundeskreis der Gummersbacherin, die gerne ein Stück Tunesien bei sich zu Hause haben möchten.


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