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Finanzkriminalität
Ex-Bundestagsabgeordnete Sabine Grützmacher hat die Grünen verlassen

3 min

Sabine Grützmacher freut sich, dass sie zur Einweihung der Lilli-Henoch-Spothalle nach Gummersbach kommt. Sie hatten maßgeblich Anteil daran, dass Gummersbach für den Bau Fördermittel bekam. 

Die Gummersbacherin Sabine Grützmacher macht für die Grünen weiter Wahlkampf und  zieht beruflich nach  Kiel, wo sie an  ihrer Promotion arbeitet.

Sabine Grützmacher war lange Zeit das Gesicht der oberbergischen Grünen. Sie war Mitglied im Gummersbacher Stadtrat und im Kreistag, Sprecherin der Grünen in Oberberg und von 2021 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags. Wie jetzt erst bekannt wurde, ist sie bereits im letzten Jahr bei den Grünen ausgetreten. Im Grunde still und leise. So, wie sie auch ihre Arbeit in und für ihre Partei gemacht hat und dabei auch im Bundestag viel im Hintergrund gearbeitet hat. Dabei lag ihr Fokus in Berlin auf der Bekämpfung der Finanzkriminalität, also Themen wie Geldwäsche, Terrorismus- und Extremismusfinanzierung und nicht zuletzt die Cum-ex-Geschäfte.

Doch jetzt ist Schluss. Grützmacher betont, dass ihr Entschluss nichts mit dem oberbergischen Kreisverband zu tun habe. Im Gegenteil. Auslöser seien vielmehr die Beschlüsse auf Landesebene zum Polizeigesetz NRW und dem Einsatz von KI gewesen. „Das war für mich dann nicht mehr tragbar“, berichtet Grützmacher. Per einstimmigem Beschluss der oberbergischen Grünen sei die Landtagsfraktion noch einmal aufgefordert worden, sich „wenigstens für eine zweite Anhörung einzusetzen“. Doch daraus sei dann nichts mehr geworden. Auch der Einsatz der Polizeisoftware Palantir im Grün regierten Baden-Württemberg ist für die Gummersbacherin „nicht nachvollziehbar“. Sie betont dann auch, dass es ihr um digitalpolitische Themen gegangen sei bei ihrem Parteiaustritt. Hinter grünen Grundthemen stehe sie nach wie vor.

Mit einem Gummersbacher Kennzeichen in Kiel unterwegs

Und das zeigt sie auch damit, dass sie aktuell in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt unterwegs ist und dort Wahlkampf gemacht hat mit dem Thema Finanzkriminalität. Offenbar ist Grützmachers Expertise in Grünen-Kreisen nach wie vor hoch angesehen. Und was macht die Gummersbacherin beruflich? Aktuell pendelt sie noch zwischen dem Oberbergischen und Kiel. An der dortigen Uni promoviert sie zu digitalen Identitäts- und Nachweisinfrastrukturen. Kiel, so sagt Grützmacher, sei für sie nicht neu. Dort habe sie bereits gelebt und studiert. Bei Kiel fällt dem Gummersbacher gleich Handball ein und der Weggang von Julian Köster zum THW, den Zebras. Grützmacher gesteht, dass sie gar kein Handballfan sei. Aber mit einem Gummersbacher Kennzeichen auf dem Auto in Kiel in einen Laden zu gehen, sorge auch für sie gleich für Gespräche mit den Einheimischen.

Und über was? Natürlich Handball. Ihre Mandate in Oberberg wie das im Kreistag wird Grützmacher jetzt abgeben. Pendeln über diese Distanz sei dann doch nichts, sagt sie. Und was sagt die Gummersbacherin zu ihrer Zeit im Bundestag? „Das war schon eine Sache, die nicht so alltäglich gewesen. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass wir Grünen am wenigsten damit gerechnet haben. Besuch in Gummersbach geplantDas ist bis heute immer noch ein bisschen surreal, aber es war auch eine superspannende Zeit.“

„Schade“ findet sie es, dass das Finanzkriminalitätsbekämpfungsgesetz nicht durchgekommen sei. Gott sei Dank verboten worden sei, dass m an mit Bargeld Immobilien kaufen könne. Das habe zuvor immer wieder Geldwäsche ermöglicht. Einen großen Termin in Gummersbach hat Sabine Grützmacher noch fest eingeplant. Die Einweihung der Strombacher Sporthalle. Für die hatte sie in Berlin noch Mittel loseisen können. Und sich mit dem damaligen Bürgermeister Frank Helmenstein auch rasch auf einen Namen festgelegt. Nämlich den von Lilli Henoch, einer von den Nazis ermordeten Spitzensportlerin. Grützmacher sagt, dass es schön sei, zu sehen, dass Politik etwas bewegen könne. Für sie ist die Halle ein kleines Highlight, wie sie sagt.