Abo

HitzeIn Gummersbach sind die Wasserspiele ausgefallen -  Hausärzteverband äußert sich

3 min
Das Bild zeig die beiden Wasserspiele in Gummersbach.

Die Sanierung des Wasserspiels auf dem Lindenplatz ist in der Planung, im Stadtgarten werden die Fugen ausgekratzt.

In der Kreisstadt  sind die Wasserspiele ausgefallen – Hausärzteverband fordert Offenlegung der Notfallpläne.

Nach dem heißen Wochenende ist es etwas kühler geworden, doch die nächste Hitze droht. Da finden es viele Gummersbacher schade, dass die beliebten Wasserspiele auf dem Lindenplatz und im Stadtgarten außer Betrieb sind. Vom Hausärzteverband kommt derweil noch einmal ein Appell zum Umgang mit den hohen Temperaturen. Sprichwörtlich auf dem Trockenen sitzen die Besucher der Gummersbacher Innenstadt, wenn sie sich am Wasserlauf auf dem Lindenplatz oder an den Wasserspielen im Stadtgarten Abkühlung erhoffen. Beide Anlagen sind außer Betrieb. Für die Anlage auf dem Lindenplatz ist das kein neuer Zustand. In den vergangenen Jahren kam es dort immer wieder zu teils längeren Totalausfällen.

Trockene Wasserspiele: Stadt Gummersbach ist an dem Thema dran

Gummersbachs Erster und Technischer Beigeordneter Jürgen Hefner sagt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass man an dem Thema dran sei. Das Problem im Stadtgarten sei, dass die Anlage Wasser verliert. Grund sind offenbar undichte Fugen. An denen waren am Mittwochvormittag Handwerker zu Gang und kratzten das Dichtmittel heraus. Hefner bestätigt, dass das Wasserspiel neu abgedichtet wird, danach muss eine Fachfirma die Fontänen wieder in Betrieb nehmen. „Übernächste Woche sollte das erledigt sein“, sagt Jürgen Hefner.

Was den Lindenplatz angeht, so soll die Anlage dort eine komplett neue Technik bekommen. Dafür muss diese aus dem Boden geholt werden. Die Stadt ist laut Hefner aktuell mit der Planung befasst. Bevor gearbeitet werden kann, muss die Maßnahme ausgeschrieben werden. Der Technische Beigeordnete sagt, dass Wasserspiele eine „schöne Sache“ sind. Man dürfe aber auch nicht verkennen, dass solche Anlagen einen „Mordsaufwand“ verursachen. Wie berichtet, wird die Stadt auf dem Steinmüllergelände einen weiteren Wasserspender installieren. Der erste steht vor der Vogtei. Der neue soll vor dem Kino aufgestellt werden.

Oberbergischer Hausärzteverband reagiert auf die Hitzewelle

Auf die Hitze und deren gesundheitliche Folgen reagiert auch der Hausärzteverband im Oberbergischen Kreis. Die Ärzte Ralph Krolewski und Thomas Aßmann fordern aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit angestiegenen Opferzahlen, dass Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie Schulen und Kindergärten ihre Hitzeschutzmaßnahmen und Bemühungen zur Senkung kritischer Innenraumtemperaturen offenlegen. Die Einsatzberichte und Pressemeldungen zu den Folgen und Auswirkungen der bis 28. Juni bestehenden Extremhitze würden den Ernst der Bedrohung aufzeigen, warnen die Ärzte. Sie verweisen auf eine Vervierfachung der Einsatzzahlen mit Reanimationen und Todesfälle. Hitzschläge seien auch bei Vorsichtsmaßnahmen bei gesunden Personen in überhitzten Gebäuden aufgetreten. Die kritische Wärmebelastung habe insbesondere öffentliche Einrichtungen für Senioren und Kinder betroffen.

Der Vorstand des Oberbergischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes fordert, dass die genannten Häuser die organisatorischen und baulichen Hitzeschutzmaßnahmen veröffentlichen. Zudem sollen sie Ansprechpartner nennen und Kooperationen in der Kommune und im Kreisgebiet anstreben, um bei gefährlichen Schwellenwertüberschreitungen mit Notfallmaßnahmen reagieren zu können.

Reaktionen auf die Hitze gibt es auch aus der Politik. So hat die Bergneustädter SPD-Fraktion zur Ratssitzung am 15. Juli einen Antrag mit dem Titel „Coole Schulen – Klimaplan für unsere Schulen“ eingebracht. Laut Antrag soll der Stadtrat die Verwaltung beauftragen, zeitnah einen Klimaplan für die Klimatisierung der städtischen Schulen in Bergneustadt zu entwickeln. In diesem Klimaplan soll die Beschaffung von Klimaanlagen organisiert und bauliche Maßnahmen für mehr Hitzeschutz geprüft werden. Die Bergneustädter Sozialdemokraten verweisen in ihrer Begründung ausdrücklich auf die erste Hitzewelle in der vergangenen Woche – es wird nicht die letzte bleiben.