Mit einem Fachtag will der Kreissportbund mehr Kitas für das Konzept der anerkannten Bewegungskita gewinnen.
BewegungKSB wirbt für mehr Bewegungskitas im Oberbergischen

Hagen Jobi eröffnet den ersten Fachtag „Bewegte Kita“ des Kreissportbundes Oberberg in Gummersbach.
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Untersuchungen und Praxiserfahrungen zeigten zuletzt immer wieder, dass viele Kinder bereits vor dem Eintritt in die Grundschule motorische Defizite haben. „Diese Entwicklung dürfen, wollen und werden wir vom Kreissportbund nicht einfach hinnehmen. Wir sprechen hier nicht nur über Beweglichkeit und Sport, vielmehr geht es um das Thema Gesundheit“, betonte Hagen Jobi, Vorsitzender des Kreissportbunds Oberberg (KSB) bei einem Termin in Gummersbach. Bei motorischen Fähigkeiten gehe es nicht nur um Konzentration, Selbstvertrauen, gemeinsames Spielen und Chancengleichheit, sondern auch um die Zukunft der Kinder, führte Jobi aus. Wichtige Arbeit leisten hier auch die Teams der Kitas.
Kinder sitzen mehr als früher
Um den Kindertagesstätten im Oberbergischen Kreis einen Weg zur „Anerkannten Bewegungs-Kita“ aufzuzeigen, hat der KSB in Kooperation mit weiteren Partnern die Bewegungsoffensive ins Leben gerufen und lud nun erstmals zum Fachtag „Bewegte Kita“ ein. „Es gibt in Oberberg 154 Kitas, aber nur 14 davon sind zertifizierte Bewegungskitas“, sagte Anja Lepperhoff, Geschäftsführerin des KSB. Im Rahmen des Fachtages wurde deshalb auch auf die Zertifikatsausbildung am Berufskolleg aufmerksam gemacht. In dem 90-stündigen Lehrgang, aufgeteilt in mehrere Module, werden Kita-Mitarbeiter entsprechend geschult. Als Bewegungskindergarten können Kitas dann auch Kooperationen mit lokalen Sportvereinen eingehen.
Eltern werden zudem animiert, den Vereinen beizutreten, sich selbst sportlich zu betätigen. Denn oftmals läge ein Mangel an Bewegung von Haus aus vor, berichteten die Verantwortlichen des KSB. „Unser Ziel ist es, dass sich jedes Kind täglich bewegt. Dieses Ziel können wir aber nur gemeinsam erreichen und die Kindertageseinrichtungen legen dafür den Grundstein“, so Jobi und ergänzte: „Sie begleiten die Kinder in einer Lebensphase, in der Gewohnheiten entstehen, Neugier geweckt wird und Begeisterung für Bewegung wachsen kann. Kaum ein anderer Ort bietet so viele Chancen, die Kinder unabhängig von ihrem Elternhaus täglich in Bewegung zu bringen.“
Rund zwei Stunden dauerte der Fachtag, der im Raum L&C der Halle 32 auf dem Steinmüllergelände stattfand. Dort erwartete die Besucher unter anderem ein Impulsvortrag mit dem Titel „Bewegte Kindheit“ von Friedhelm Julius Beucher, Vorsitzender des Vereins für soziale Dienste, der Träger von Bewegungskitas ist. „Mein Spielplatz waren die Straßen der Bergneustädter Altstadt und als der Bach in der Nähe zu tief wurde, habe ich schwimmen gelernt“, nahm er die Besucher mit auf eine kurze Reise in seine Kindheit.
Heute verbringen immer mehr Kinder ihre Zeit im Sitzen, die Folgen seien bereits sichtbar. „Schuleingangsuntersuchungen haben gezeigt, dass manche Kinder nicht rückwärts laufen oder einen Purzelbaum schlagen können“, berichtete Natalie Jörg vom Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises. Wie das anders laufen kann, erfuhren die Besucher beim Vortrag von Jolanda Hilgermann, Leitungskraft im Haus für Kinder Henneweide in Bergneustadt. Im Anschluss folgte ein reger Austausch unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
