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Bergisch GladbachKeine schnelle Hilfe für die GGS Gronau

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Gemeinschaftsgrundschule Gronau steht auf einem Schild im Vordergrund. Im Hintergrund ein Flachdach-Schulgebäude

Bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung steht die Stadtverwaltung immer noch mit leeren Händen da. Aber auch kurzfristigen Lösungen wird immer wieder eine Absage erteilt.

Eltern und Lehrer verlassen frustriert den Ratssaal. Ein mobiler Bus soll Abhilfe schaffen.

Das Ende der Leidenszeit der GGS Gronau ist nicht in Sicht. In dem maroden Gebäude herrscht qualvolle Enge, die Klassenräume sind in einem schlimmen Zustand. Kinder müssen in den Fluren auf Filzunterlagen sitzend lernen. Lehrer putzen die Toiletten selbst und bauen Schränke auf, weil es zurzeit keinen festen Hausmeister mehr gibt. „Die Situation ändert sich wieder nicht. Für uns gibt es kein Ziel, keine Perspektive“, sagt eine enttäuschte Mutter nach der Sitzung des Schulausschusses am Mittwochabend.

Jedes weitere Schuljahr bedeutet für viele Kinder den Verlust wertvoller Bildungs- und Entwicklungschancen
Christian Maimer, Fraktion Volt/FWG

Um dem Sorgenkind Nummer 1 unter den 20 Grundschulen im Stadtgebiet zu helfen, hat die Fraktion Volt/FWG erneut konkrete Vorschläge gemacht. „Die Schule braucht kurzfristige Verbesserungen und eine langfristige verbindliche Perspektive“, betont Christian Maimer, „jedes weitere Schuljahr bedeutet für viele Kinder den Verlust wertvoller Bildungs- und Entwicklungschancen.“ Aber die von Volt/FWG vorgeschlagene Strategie, eine neue dreizügige Grundschule auf dem Gelände des Bauhofs an der Ferdinandstraße zu errichten, macht laut Verwaltung keinen Sinn. „Eine solche Entscheidung würde für die Schule nur einen Zeitverlust bedeuten“, sagt Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen. Maimer zieht seinen Antrag schweren Herzens vorerst zurück.

Immer wieder mussten sich Schulleiterin Ann-Marie Rosenberger und ihre Kollegen anhören, was alles nicht geht: Ein Containerbau auf dem Schulbau könne nicht genehmigt werden, weil er an die Versorgungsleitungen des Hausanschluss angeschlossen werden muss. Gestaltung des Schulhofs inklusive Verschattung sei nicht möglich wegen Abgängigkeit der Schulgebäude. Zur Verfügung stehende Fördermittel des Startchancen-Programm des Bundes, um soziale Nachteile auszugleichen, sind seit zwei Jahren nicht eingesetzt worden. Dafür würde, so Beigeordneter Stephan Dekker, gerade eine neue kurzfristige Idee geprüft: der Umbau eines Elektrobusses zu einem mobilen Klassenzimmer. „Wir suchen nach Lösungen, wenn sie sich realisieren lassen, setzten wir sie auch um“, betont Meuthen, kann aber nicht sagen, ob der Bus als temporärer Ausgleich für den Platzmangel tatsächlich komme.

Alle Klassen sind mit 28 Kindern voll belegt

„Diese Schule muss aufgrund des sozialen Aspekts anders betrachtet werden als andere und ihr Vorrang eingeräumt werden“, will Florian Lambertz,   der die Grundschulen im Stadtgebiet im Ausschuss vertritt, die Verwaltung nicht aus der Verantwortung lassen. Im Stadtteil Gronau leben viele sozialschwache Familien. Deshalb wurde der GGS Gronau der höchste Sozialindex im ganzen Stadtgebiet zugeteilt: Stufe 7 von 9. „50 Prozent der 190 Kinder müssen die erste oder zweite Klasse wiederholen“, berichtete Rosenberger zuletzt. Dies verschärft die räumliche Situation zusätzlich. Alle Klassen sind mit 28 Kindern voll belegt. Damit Schüler in ihrem eigenen Tempo lernen können, müssen sie, wie berichtet, auf dem Boden in den Fluren an Tablett-Tischen sitzen.

Immerhin will die Leiterin des Schulamtes, Ariane Henning, prüfen, ob für das Schuljahr 2027/28 die Eingangsklassen an der Gronauer Grundschule verkleinert werden könnten. Versprechen könne sie aber nichts. Denn abgelehnte Kinder müssten dann an anderen Schulen untergebracht werden. Klarheit würden erst die Anmeldezahlen für die Grundschulen bringen, sie lägen erst im November vor.

Lehrpersonal machen kleinere Reparaturen und putzenToiletten

„Die Verkleinerung der Klassen könnte uns tatsächlich helfen“, betont Rosenberger, „und ein fester Hausmeister“. Nach der Versetzung des bisherigen gibt es als Ersatz einen Springer, der nur an wenigen Tagen in der Woche vor Ort ist. „Wir Lehrer machen das dann“, sagt Rosenberger. Kleinere Reparaturen, Schränke zusammenschrauben und Toiletten putzen, zählt die Schulleiterin auf. „Ja, auch das machen wir, wir wischen das Pipi vom Boden.“ Erst, wenn der städtische Haushalt genehmigt sei, könne eine neue Hausmeisterstelle ausgeschrieben werden, sagt Meuthen.

Alle langfristigen Hoffnungen ruhen jetzt auf dem Investoren-Wettbewerb. Ergebnisse für das Ausschreibungsverfahren, bei dem seit Juni 2025 nach einem privaten Investor und einem Grundstück gesucht wird, ist inzwischen abgeschlossen. Ob realistische Angebote darunter sind, prüfe die Verwaltung. Ende dieses Jahres könne mit Ergebnissen gerechnet werden, sagt Meuthen. Bis dahin muss der Mangel wohl verwaltet werden, wie es aussieht. „Alles wird zerredet“, sagt eine Mutter frustriert beim Rausgehen, „unser Vertrauen in die Verwaltung ist zerstört.“