Der Oberbergische Kreis hat für seine Feuerwehren das Löschunterstützungsfahrzeug LUF60 beschafft, einen roten Alleskönner mit viel Technik.
KettenantriebOberbergs erster Feuerwehr-Roboter löscht, lüftet und räumt sogar auf

Den Chefs der oberbergischen Wehren hat der Kreis das Kettenfahrzeug schon in der Praxis vorgestellt. Stationiert ist es in Waldbröl.
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Brände in Tiefgaragen gelten für die Feuerwehr als besonders herausfordernd. Die Hitze, die etwa ein in Flammen stehendes Auto abstrahlt, kann nirgends entweichen. Und genauso ist es mit dem Qualm, der in kürzester Zeit selbst eine grobe Orientierung unmöglich macht. Trotzdem ist ein schneller Löschangriff nötig, denn immer besteht ja die Gefahr, dass sich das Feuer auf die darüberliegenden Etagen ausbreitet.
Große Zerstörung zuletzt in Bergneustadt
Die Zerstörungskraft eines solcher Brandes konnte man zuletzt im März in Bergneustadt erkennen, als Unbekannte in der Tiefgarage des Rathauses einen Streifenwagen anzündeten. Dabei hatte die Neustädter Wehr damals noch Glück: Das Polizeiauto war auf einem der ersten Plätze, also recht nah am Tor geparkt.
Viel Hightech in Oberbergs erstem Löschroboter
Die gute Nachricht: Ab sofort haben Oberbergs Feuerwehren für solche Szenarien einen Helfer, in dem viel Hightech steckt. Der Kreis hat in dieser Woche das Löschunterstützungsfahrzeug (LUF 60) vorgestellt. Das Konzept hinter dem zweieinhalb Tonnen schweren und komplett ferngesteuerten Roboter wurde vor Jahren für die Brandbekämpfung in den langen Tunneln der Alpen entwickelt. Zwei Kameras liefern dem Piloten ein Abbild der Umgebung direkt auf die Fernbedienung, die vordere ist zusätzlich mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet.
Das Fahrzeug ermöglicht es, auch unter extremen Einsatzbedingungen wirksam Hilfe zu leisten, ohne Feuerwehrleute unnötigen Gefahren auszusetzen.
Über dem 138 PS starken Motor thront eine Turbine, die bis zu 3000 Liter Wasser pro Minute in feine Tropfen zerstäubt und diesen Nebel bis zu 60 Meter weit sprühen kann – daher kommt die 60 im Namen. Aber auch ganz ohne Wasser ist die Turbine den Einsatzkräften nützlich. Sie drückt Frischluft in ein Gebäude (hier stehen 1500 Kubikmeter pro Minute zu Buche) oder saugt in umgekehrter Richtung Rauch ab und bläst ihn ins Freie.
Bei Unfällen in der Industrie verwirbelt der Roboter giftige Gase solange mit Luft, bis die Konzentration ungefährlich ist. Und sogar Löschschaum lässt sich erzeugen und aus sicherer Entfernung auf die Flammen werfen.
Mehrwert für die Feuerwehren in Oberberg
Kreisbrandmeister Julian Seeger sieht für LUF 60 jedenfalls eine ganze Reihe von möglichen Aufgaben und betont: „Wir schaffen damit einen echten Mehrwert für alle Feuerwehren im Oberbergischen Kreis. Das Fahrzeug ermöglicht es, auch unter extremen Einsatzbedingungen wirksam Hilfe zu leisten, ohne Feuerwehrleute unnötigen Gefahren auszusetzen.“
Dass der Roboter genau dahin kommt, wo er gebraucht wird, ist so gut wie garantiert. LUF 60 fährt auf Ketten und meistert auch lange Treppen. Dadurch wird der neue Helfer auch zum tauglichen Räumgerät – über einen großen Haken und die Seilwinde kann die Feuerwehr etwa abgestellte Autos fortziehen oder mit dem Räumschild beiseite schubsen, was im Weg steht.
Stationiert ist der Roboter ganz frisch bei der Waldbröler Löschgruppe Heide. Von dort rückt er auf Anforderung und einem Anhänger zu Einsätzen in ganz Oberberg aus und steht auch bereit, um auch außerhalb des hiesigen Kreisgebietes Hilfe zu leisten.
