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140 Jahre TraditionLöschgruppe Kempershöhe feiert Jubiläum in Marienheide

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Gruppenfoto der Feuerwehr Kempershöhe.

Die Löschgruppe Kempershöhe blickt am Wochenende auf ihr 140-jähriges Bestehen zurück.

In Marienheide blickt die Löschgruppe Kempershöhe auf 140 Jahre Feuerwehrgeschichte zurück.

In diesem Monat kann die Löschgruppe Kempershöhe als älteste Einheit der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Marienheide auf ihr 140-jähriges Bestehen zurückblicken: Es war in den Morgenstunden des 29. Mai 1886, als Kirchgänger, von Marienheide kommend, über dem Örtchen Kempershöhe Rauchwolken bemerkten. Aus dem Haus Vosswinkel schlugen Flammen empor.

Ein altes Foto der Feuerwehr Kempershöhe

Historische Aufnahme der Feuerwehr Kempershöhe aus den Anfangsjahren der Löschgruppe.

Bis zum Eintreffen der Feuerwehr aus Klaswipper verging wertvolle Zeit, in der die Nachbarn mit Wassereimern ihr Bestes taten, bis die Kameraden mit Pferdefuhrwerk und Handdruckpumpe eingetroffen waren. Noch am selben Abend, nachdem der Brand gelöscht war, setzten sich die Männer des Ortes zusammen: Es war die Geburtsstunde der Löschgruppe Kempershöhe unter der Leitung von Karl Börsch aus Obergaul.

Man kam zu der Erkenntnis, dass durch den Zusammenschluss der ortsansässigen Männer mit passender technischer Ausstattung und einem dazugehörenden Alarmierungssystem im Schadensfall schnell und unkompliziert geholfen werden kann. Die Gemeinde half der neuen Wehr mit einer Handdruckspritze, 1901 wurde ein Steigerturm errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, stieg die Zahl der Mitglieder. Ernst Riepert war Löschgruppenführer und es gründete sich ein Trommler- und Pfeifenchor.

Kriegsjahre und technische Entwicklung prägen die Wehr

Zahlreiche Einsätze und Übungen folgten, bis am 23. Mai 1937 das 50-jährige Bestehen des Löschzugs Marienheide gemeinschaftlich, inklusive einer Flaggenparade, gefeiert wurde. Während der Jahre des Zweiten Weltkriegs wurde durch Einberufung zahlreicher Mitglieder der Kempershöher Wehr deren Einsatzfähigkeit deutlich eingeschränkt. Unter der Leitung von Ernst Henn lernten 1943 einige Frauen aus Kempershöhe und den Nachbarorten das Handwerk des Feuerwehrmanns. Ab 1945 gehörte eine Motorpumpe zur Ausrüstung – bis 1955 von einem Pferd gezogen, dann gab es endlich einen Traktor.

1956 wurde die Garage an der neuen Schule zum Gerätehaus, auf der Schule fand sich die erste Sirene. 1962 freuten sich die Kameraden über ihren ersten Feuerwehrwagen, einen VW-Bus, der Trecker durfte in Rente gehen. Leider war der Bus zu hoch für die Garage, er kam also in den Schuppen von Herbert Voswinkel. 1966 ging die Ära des Schuppens endgültig zu Ende: Zwei Fertiggaragen im Ortskern wurden zum Gerätehaus. Wald- und Wohnhausbrände, Fahrzeugbrände, Übungen, Wettkämpfe, aber auch schöne Feste füllten die kommenden Jahre.

Die Fahne der Feuerwehr Kempershöhe

Die Fahne der Feuerwehr Kempershöhe erinnert an die lange Tradition der Einheit in Marienheide.

1974, im Zuge der kommunalen Neugliederung, wurde die Wehr Kempershöhe der Gemeinde Marienheide angegliedert, die Zusammenarbeit klappt bis heute bestens. Zwei Jahre später löste ein Ford Transit, für den vorab extra die Garage erhöht worden war, um das Blaulicht nicht immer abnehmen zu müssen, den VW-Bus ab, der noch ein Jahr Mannschaftswagen blieb. 1980 konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden.

Und sechs Jahre später beging die Löschgruppe Kempershöhe ihr 100-jähriges Bestehen. Ende der 1980er Jahre verfügte die Wehr über eine Fahrzeughalle und einen kleinen Schulungsraum. 1993 bekam sie als erste Löschgruppe im Oberbergischen Kreis den Nachfolger des alten Feuerwehrfahrzeugs: Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde ersetzt durch ein Löschfahrzeug mit einem eigenen Wassertank mit einem Volumen von 500 Litern.

Später folgten der Anbau der zweiten Fahrzeughalle und bis 2020 der Ausbau des Dachgeschosses über den Fahrzeughallen zu einem gemütlichen Schulungsraum.

Ralf Breloer, Zugführer des Löschzugs 1, sagt: „Feuerwehr hat immer schon Tradition in Kempershöhe – so sind viele Kinder oder Enkelkinder von ehemaligen Feuerwehrmännern im Einsatzdienst tätig. Zurzeit sind 30 Feuerwehrmänner im Einsatzdienst sowie sieben Mann in der Alters- und Ehrenabteilung.“ Im Jahr 2011 bekam die Löschgruppe ein hochmodernes Löschfahrzeug, kurze Zeit später den Einsatzleitwagen, der 2013 mit oberbergischen Kräften eine Woche beim Elbe-Hochwasser im Landkreis Stendal im Einsatz war.


Das Festprogramm

Samstag, 23. Mai: Tanzabend ab 19.30 Uhr in der Reithalle Kempershöhe mit DJ Manuel und den Cheerleadern des 1. FC Köln. Der Eintritt kostet zehn Euro.

Sonntag, 24. Mai: 11 Uhr – Frühschoppen, 12 Uhr – Feuerwehrolympiade, 14.30 Uhr – Festzug mit anschließendem Platzkonzert, Fahrzeugausstellung, Kinderprogramm und einer Verlosung. Dazu findet ein Trecker-Treffen ganztägig am Gelände der Reithalle in Kempershöhe statt. (