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Italienischer ChicMit ihrer Boutique in Marienheide besetzt Sarah Scheffczik eine Marktlücke

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Das Foto zeigt Sarah Scheffczik in ihrer Boutique in Rodt.

Sarah Scheffczik in ihrer Boutique in Rodt.

Ein Boutique für italienische Damenmode erwartet man nicht unbedingt in Marienheide-Rodt. Doch Sarah Scheffczik ist damit erfolgreich.

Wenn Sarah Scheffczik über Damenmode spricht, leuchten ihre Augen, und die Begeisterung für schöne Schnitte und aktuelle Farben springt sofort über. „Jedes Teil, das ich verkaufe, könnte auch in meinem Kleiderschrank hängen“, sagt sie. Das ist wohl eines der Geheimnisse, warum ihre kleine Boutique an der Friesenstraße 1  in einem Dorf wie Marienheide-Rodt so gut funktioniert.

Die Kundinnen erhalten bei „Nev.la“  zusammengesetzt aus den Namen ihrer beiden Kinder – nicht nur modische Shirts, Pullover, Röcke und Accessoires aus Italien samt individueller Beratung, sondern auch ein Stück Lebensfreude. „Dass eine Kundin zur anderen sagt: ‚Das steht Dir total gut‘, das erlebe ich immer wieder“, sagte die Einzelhändlerin. Mode kaufen soll Spaß machen, findet sie. Ihr Geschäft ist nicht einfach nur Business, „sondern mein drittes Kind“.

Mode kaufen soll Spaß machen

Was ihre Liebe zur Mode angeht, so ist Scheffczik familiär vorbelastet. Ihre Eltern besitzen mit „Tina Moda“ ein etabliertes Modegeschäft im Marienheider Ortskern. „Sie wollten, dass ich ins Geschäft einsteige, stattdessen habe ich mich für eine Banklehre entschieden“, erzählt Sarah Scheffczik und lacht.

Vor sechs Jahren begann sie, nebenbei einen Online-Handel mit Damenoberbekleidung aufzubauen. „Anfangs habe ich mich mit Kundinnen auf dem Parkplatz getroffen. Ich hatte ein paar Cardigans dabei, und die Kundin hat sie anprobiert.“ Als das Online-Geschäft wuchs, fiel Sarah Scheffczyk irgendwann das Ladenlokal in Rodt auf, das stand schon ein paar Jahre leer.

Für Gruppen gibt's auch Private Shopping

Die Boutique in Rodt ist dienstags und donnerstags von 10 bis 12 und 16 bis 18 Uhr geöffnet, freitags von 10 bis 12 und 16 bis 19 Uhr, außerdem samstags von 10 bis 12.30 Uhr. Montags und mittwochs kümmert sich Scheffczyk um Online-Handel und Versand. Auf Anfrage bietet sie auch ein privates Shopping-Erlebnis an. „Meldet sich eine Gruppe mit vier bis sechs Mädels, öffne ich den Laden nur für sie. Jemand bringt Sekt mit, und sie können unter sich sein.“

Das Leben als selbstständige Kauffrau ist fordernd. „Ich arbeite jeden Tag zwischen acht und 14 Stunden“, sagt die 36-Jährige. Die Ware kommt von einem Großhändler, jedes Teil muss sie unter die Lupe nehmen, fotografieren, auf einen Bügel hängen, online einstellen, den Preis kalkulieren und es etikettieren.

Ich habe viele Kundinnen aus der Region, aus Wiehl, Nümbrecht, aus Olpe, auch aus Wipperfürth. Nur die Marienheiderinnen trauen sich nicht so recht.
Sarah Scheffczrik

Die Kundinnen stammen aus ganz Deutschland, und auch darüber hinaus sogar aus der Schweiz und Österreich. „Aber ich liefere mittlerweile nur noch innerhalb von Deutschland, der Aufwand ist sonst einfach zu hoch.“ Aber auch aus der näheren Umgebung kämen viele Frauen, vor allem aus Wiehl, Nümbrecht und Olpe, auch aus Wipperfürth. „Nur die Marienheiderinnen trauen sich noch nicht so recht.“

Sarah Scheffczyk ist ihr eigenes Model und trägt auf ihrer Webseite und auf Instagram die Kleidungsstücke, die sie verkauft. Derzeit läuft die Vorbereitung für die zweite große Modenschau, die am Samstag, 7. März, ab 18 Uhr in der Holsteinsmühle in Nümbrecht beginnt. Die 140 Eintrittskarten wurden Scheffczyk förmlich aus der Hand gerissen, in Nullkommanichts war die Show ausverkauft.

Doch ab 20 Uhr können Kundinnen auch ohne Ticket vorbeikommen, in der neuen Kollektion stöbern, etwas essen und trinken und einen netten Abend erleben. Zudem wird die Modeshow auf Instagram live gestreamt. Statt für viel Geld professionelle Models auf den Laufsteg zu schicken, setzt Scheffczik auch hier auf ihre Community. Ausschließlich Kundinnen werden die Mode von Nev.la präsentieren – in den Größen 34 bis 46. „Jede Frau im Publikum wird sich mit mindestens einer Dame identifizieren können“, verspricht die Müllenbacherin.