Der Bruder des 39-Jährigen wurde außerdem zu Jugendarrest verurteilt.
UrteilNach Überfall in Marienheider Notunterkunft soll 39-Jähriger für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis

Mit dem Schuldspruch folgte die 26. Große Strafkammer der Einschätzung der Staatsanwaltschaft.
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Wegen besonders schweren gemeinschaftlichen Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Köln einen 39-Jährigen aus Afghanistan stammenden Mann zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt sowie seinen 21-jährigen Bruder zu vier Wochen Jugendarrest und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.
Mit dem Schuldspruch folgte die 26. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Tilman Müller der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass die Angaben des Geschädigten, dem 31-jährigen Bruder der beiden Angeklagten, glaubhaft sind. Er hatte den Überfall am 1. Dezember 2024 bei der Polizei angezeigt und seine Verletzungen im Krankenhaus Gummersbach dokumentieren lassen. In seinem Zimmer in einer Notunterkunft in Marienheide wurden zudem Spuren eines blutigen Kampfes gefunden.
Die angeklagten Brüder stritten bis zuletzt alles ab
Bis zuletzt stritten die angeklagten Brüder ab, den mittleren Bruder mit dem Vorsatz aufgesucht zu haben, ihn zu verprügeln und auszurauben. Sie blieben dabei, dass sie wegen angeblicher Beleidigungen der Familie in Sozialen Medien und Bedrohungen lediglich ein klärendes Gespräch suchten. Das aber soll schnell eskaliert sein, da der Aufgesuchte mit einem Schlagstock auf sie losgegangen sei.
Obwohl der Verbleib der Beute von 11.900 Euro und zwei teuren Handys im Gesamtwert von rund 2.800 Euro nicht eindeutig geklärt werden konnte, will das Gericht diese Summe von dem Älteren einfordern. Sicher ist, dass der älteste Bruder den 31-Jährigen zwang, sich nackt auszuziehen, um von ihm erniedrigende Aufnahmen anzufertigen. Die beiden sichergestellten Videos nahm das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Augenschein.
Die Kammer hatte keinen Zweifel, dass der Geschädigte am Tattag zwischen 9 und 9.30 Uhr in seinem Bett lag, als der 39-jährige Bruder die Tür zu seinem Zimmer auftrat. Der Ältere fixierte ihn, indem er sich auf seine Brust setzte. Den Jüngsten wies er an, mit einem Stock auf seine Beine zu schlagen. Außerdem traktierte der 39-Jährige den 31-Jährigen mit der Griffseite eines Küchenmessers und mit Fäusten. Starke Prellungen am Kopf und über den Knien trug das Opfer davon.
Dem 21-jährigen Bruder gegenüber verdeutlichte Richter Müller, dass die verhängte Jugendstrafe eine Chance ist, Deutsch zu lernen, sich eine berufliche Zukunft aufzubauen und selbstständig zu werden. „Sie sind Ihrem großen Bruder bisher immer nur hinterhergelaufen“, sagte der Vorsitzende. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
