Roman und Julian Wasserfuhr haben dem Open-Air-Wochenende auf Schloss Homburg einen stimmungsvollen Auftakt gegeben. Weiter geht es mit Kasalla und Klassik.
KonzertreiheJazzer eröffnen Open-Air-Wochenende auf Schloss Homburg

Stimmungsvoller Jazz im Schlosshof: Julian Wasserfuhr (Trompete), Jörg Brinkmann (Cello) und Roman Wasserfuhr (Klavier). Am heutigen Samstag geht es weiter mit dem Bonner Jugendsinfonieorchester.
Copyright: Wolfgang Weitzdörfer
Es ist ein Auftakt nach Maß für dieses Kultur-Wochenende auf Schloss Homburg. Alles passt. Das Wetter ist sommerlich warm, aber nicht zu heiß, der Himmel makellos blau, und während die Sonne hinter dem gelben Schlossturm so langsam versinkt und die Umgebung in warmes Licht taucht, spielt die Wipperfürther Big Band „Big Stuff“ am frühen Donnerstagabend mit „The Groove Master“ von Bob Mintzer ihren letzten Song im Vorprogramm für die Hückeswagener Jazz-Brüder Julian und Roman Wasserfuhr.
Die Bigband liefert den Wasserfuhrs eine musikalische Steilvorlage. Das Geschwisterpaar aus dem Nordkreis, das mit „Timelines“ im November sein erstes Album auf dem eigenen Label Schnaff Records veröffentlichen wird, schöpft die Möglichkeiten der kleineren Jazzbesetzung aus: Unterstützt werden Trompeter Julian und Pianist Roman an diesem Abend von dem Cellisten Jörg Brinkmann, dem Bassisten Camilo Villa und dem Schlagzeuger Bodek Janke. Gespielt wird in wechselnden Formationen vom Trio bis zum Quintett.
Trauma aus der Wipperfürther Schulzeit
Die Stücke werden von den humorvoll-lakonischen Ansagen der Brüder eröffnet. „Lost In Time“ wird von Roman Wasserfuhr als „traumatische Geschichte aus meiner Wipperfürther Schulzeit, die allerdings den Beginn meines Wegs in die Musik gebildet hat“ angekündigt. Die Kunst liegt darin, aus solchen Traumata solch wunderbare Stücke zu machen.
Es gibt an diesem abwechslungsreichen Abend einen Ritt durch die Geschichte der beiden Wasserfuhrs zu hören, die in ihrer 20-jährigen Profikarriere schon acht Solo-Alben veröffentlicht haben. Und da darf auf keinen Fall die wohl erfolgreichste Cover-Version der Brüder fehlen, der immer wieder schöne „Englishman in New York“ von Sting, der auch an diesem Abend vor allem wegen der tollen Kombination aus Respekt vor dem Original und Eigenständigkeit in der Interpretation zu begeistern weiß.
Dazwischen liegen aber auch neue Songs, die erst auf „Timelines“ zu hören sein werden - etwa „Glasba je moje zivljenje“, slowenisch für „Ich liebe Musik“. Man darf gespannt sein auf dieses Album.
Bis Sonntag steht noch eine bunte Mischung auf dem Open-Air-Programm. Das Konzert der Kölsch-Rocker von Kasalla auf dem Schlosshof am Freitagabend ist ausverkauft. Am Samstag, 12 Uhr, tritt das Bonner Jugendsinfonieorchester im Rahmen eines Spielenachmittags bei freiem Eintritt auf. Die Gemeindewerke Nümbrecht laden auf dem Schlossgelände zu Mitmachaktionen ein, von Minigolf bis Hüpfschiff. Am Abend, 20 Uhr, spielt die Reichshofer Cover-Band StockBrot. Am Sonntag, 18 Uhr, geht das Wochenende zu Ende mit dem Klassik-Open-Air-Konzert, bei dem die Philharmonia Frankfurt „Sternstunden der Musik“ erklingen lassen möchte.
