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Krieg im Iran
Silja Adolphs aus Nümbrecht-Benroth ringt um ihre Rückreise nach Hause

3 min
Glücklichere Tage: Silja Adolphs aus der Nümbrechter Ortschaft Benroth am Kuang Si-Wasserfall in Laos. In dem Land hat die 33-Jährige zunächst festgesessen.

Glücklichere Tage: Silja Adolphs aus der Nümbrechter Ortschaft Benroth am Kuang Si-Wasserfall in Laos. In dem Land hat die 33-Jährige zunächst festgesessen.

Die 33-Jährige hat Urlaub gemacht in Laos und sollte über Dubai nach Europa gelangen. Doch die Flüge fallen aus. Jetzt versucht sie es über Bangkok.

Bangkok, irgendwie Bangkok – dies ist gerade das erste und vielleicht wichtigste Ziel von Silja Adolphs: Doch die 33-Jährige aus dem Nümbrechter Weiler Benroth sitzt zunächst fest – in Vientiane. Das ist die Hauptstadt von Laos, in den vergangenen drei Wochen ist Adolphs mit dem Moped durch dieses Land in Südostasien gebraust, am Freitag (6. März 2026) sollte die Benrotherin die Heimreise antreten. „Doch nichts geht, meine Reise sollte über Dubai führen“, sagt sie am Telefon, sie hat in einem Hotel eingecheckt. „Jegliche Flüge sind gestrichen worden.

So versucht Silja Adolphs, von Vientiane nach Bangkok zu kommen, um von dort nach Europa weiterzureisen. „Eine mögliche Route führt von Bangkok nach Taipei und dann nach Frankfurt – den nächsten Flug gibt es aber erst am 16. März “, berichtet Vater Udo Adolphs, der mit seiner Tochter nahezu minütlich in Kontakt steht und sich hilflos fühlt. Denn die 33-Jährige hat nicht nur einen Grippe-Infekt in Laos hinter sich gebracht, sie hatte unterwegs auch einen Unfall. „Bänderanriss oder gar Abriss“, schildert sie. Es gehe ihr gut, fit sei sie aber nicht.

Inzwischen sitzt die Frau aus Nümbrecht-Benroth an Bord eines Fliegers

Inzwischen hat es Silja Adolphs auf Platz 187 einer Warteliste bei der Fluggesellschaft Emirates geschafft, ein Hoffnungsschimmer. Und eine Unterkunft in Bangkok hat sie bereits gebucht: „Ohne die dürfte ich nämlich nicht in Thailand einreisen.“ Am späten Freitagvormittag dann plötzlich Erlösung: Die Benrotherin ist an Bord eines Flugzeugs in Richtung Bangkok. Für Stunden aber darf dieses nicht abheben – Adolphs befürchtet technische Probleme. „Es nicht bekannt, wann es losgehen soll“, sagt sie – und kann, kurz nach 15.30 Uhr hiesiger Zeit, ihre Eltern Udo und Ulrike endlich beruhigen: Silja Adolphs ist in Bangkok gelandet, „in einer not-reparierten Maschine mit nur 45 Passagieren“.

In Thailands Hauptstadt ist indes erneut Stillstand: Keiner weiß, wie es von dort weitergeht. Adolphs: „Man hat mir einen Flug nach Europa angeboten – über New York, für 10.000 Euro.“ Tage zuvor sollte der übrigens noch 8000 Euro kosten. Neben der Ungewissheit, wie und wann sie nach Hause kommt, quält die Oberbergerin vor allem die mangelhafte Kommunikation mit dem Internetportal, über das sie ihre Laos-Reise gebucht hat. „Ich weiß nicht mal, ob ich mit Menschen oder doch nur mit Bots chatte“, berichtet sie.

Immer wieder wird ihr mitgeteilt, dass die geplanten Flüge gestrichen sind, sie aber nicht von Emirates auf eine andere Gesellschaft, zum Beispiel Lao Airlines, umsteigen darf. Alle Nachrichten sind auf Englisch, es geht hin und hier.

„Diese Unterhaltungen drehen sich jedoch im Kreis, es gibt keine Ergebnisse“, schimpft Vater Udo Adolphs in Benroth. Telefonisch sei niemand zu erreichen, auch fielen die Internetserver der beteiligten Unternehmen immer wieder aus.

Großes Lob findet Silja Adolphs derweil für ihren Arbeitgeber, den Konzern Evonik: „Der hat mir angeboten, dass ich von einem Evonik-Büro in Thailand aus arbeiten darf“, sagt die Projektmanagerin, deren Urlaub an diesem Wochenende endet. Am kommenden Montag, 9. März 2026, soll sie eigentlich am Firmenstandort in Marl wieder einsteigen.