Rund 5,4 Millionen Euro hat die Marktstadt in Isengarten investiert, um dort die Gemeinschaftsgrundschule zu vergrößern. Neu ist auch die Pädagogik.
Schulanbau eingeweihtIn Waldbröl gehen kleine Leute jetzt ins Kinder-Restaurant

Der Anbau der Gemeinschaftsgrundschule im Waldbröler Stadtviertel Isengarten geht nun in den Betrieb. Errichtet worden ist er aus 26 Modulen, die das Unternehmen Kleusberg hergestellt hat.
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Auch für die beiden WC-Enten ist es der letzte Ferientag. Am heutigen Mittwoch (2. September 2026) nämlich werden die allermeisten der 350 Kinder in nun 14 Klassen die Gemeinschaftsgrundschule in Waldbröls Stadtviertel Isengarten erobern – und auch den neuen Anbau, der pünktlich mit dem Ende der Sommerferien fertiggeworden ist. Und jetzt greifen eben Kinderhände nach den gelben Gummitieren und zeigen der Lehrkraft damit, dass sie dringend mal müssen.
Rund 5,4 Millionen Euro haben das Gebäude und die Grünanlagen ringsherum gekostet, entstanden sind die vier neuen Klassenzimmer, die beiden Differenzierungsräume und die Mensa mit einer Fläche von gut 1200 Quadratmetern in Modulbauweise, und das in nur einem Jahr.

Entspannte Schulleitung: Konrektorin Susanne Bollmann (links) und Rektorin Christina Kunze nehmen ebenfalls gerne Platz im neuen Chillraum der Gemeinschaftsgrundschule in Isengarten.
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Wobei: Eine Schulmensa gibt es am Karl-Conrad-Weg nicht mehr. „Wir haben ein Kinder-Restaurant“, betont die Rektorin Christina Kunze. Will sagen: In der Zeit von 12 bis 14 Uhr entscheiden die kleinen Leute selbst, wann und mit wem und schließlich was sie essen wollen.
So nutzt die Grundschule die bauliche Veränderung auch, um die Pädagogik zu ändern: Die Kinder sollen mehr gemeinsam machen – egal, welche Klasse sie besuchen. Alles solle freier und doch gebündelter werden, sagt Kunze. Denn die Schülerinnen und Schüler haben einen gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsbetreuung, 100 sind es zurzeit in Isengarten. Und weil auch das Platz braucht, wird in der Schule jeder Raum mehrfach genutzt.
Dieser Modulbau ist der erste seiner Art in Waldbröl, aber sicher nicht der letzte
Zudem läuft der Betrieb vierzügig, vor den Ferien hatte die Schule noch 330 Kinder in 13 Klassen. Die Rektorin rechnet damit, dass sie in zwei Jahren bereits sogar 16 Klassen einrichten muss. Das sind Zahlen, die Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber große Freude machen. „Wir sind eine junge Stadt“, betont sie. Der Neubau sei aber nicht nur ein Gebäude, er sei ein moderner Lern- und auch Lebensort. „Wir schaffen mehr Möglichkeiten für unsere Kinder – und damit für die Zukunft der Stadt.“ Und Pfarrer Thomas Seibel – er hat die Räume gesegnet – hofft, dass dies ein Ort ist, „an dem Respekt und Wertschätzung wachsen“.

Die neuen Klassenzimmer in Waldbröl-Isengarten sind in den Farben Grün, Rot, Blau und Gelb gehalten. Das Mobiliar darin ist vielfältig verwendbar und in Sekundenschnelle umbaubar.
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Aus 26 Modulen hat das Unternehmen Kleusberg aus Wissen an der Sieg den Anbau errichtet – es ist das erste Bauwerk dieser Art in der Marktstadt, und sicher nicht das letzte. „Bauherr“ ist Christoph Peikert vom Immobilienmanagement der Stadt. „Ich bin sehr glücklich, dass alles so gut geklappt hat“, sagt er bescheiden – und blickt bereits auf die nächste Baustelle: Im kommenden Jahr soll die Grundschule in Hermesdorf ebenfalls erweitert werden.
Für das Grüne in Isengarten zuständig gewesen ist das Waldbröler Unternehmen Heintze, die bestehenden Schulhöfe mussten dafür indes ein paar Quadratmeter abgeben. Jedoch dürfen die Kinder fortan auch auf dem benachbarten Sportplatz Maibuche spielen und toben. Einer der neuen Außenbereiche soll dagegen ein Ort der Ruhe und der Entspannung sein – sowie es auch im Untergeschoss einen Ruhe- und Chillraum gibt, in dem nicht gesprochen werden soll.
„Dort können die Schülerinnen und Schüler lesen, sich Bücher ausleihen und sich überhaupt mal zurückziehen können“, erklärt Schulleiterin Christina Kunze. Die Klassenräume auf der Etage darüber sind rot, blau, grün und gelb gehalten. Sie sind stets von Licht durchflutet und haben große Fenster – „damit eine Lehrkraft auch das Geschehen nebenan immer im Auge haben kann“.
Das Mobiliar darin ist ebenso auf vielfältige Verwendungen ausgerichtet und mit wenigen Handgriffen umbaubar.
