Nun ist der Kreis gefragt: Die Dorfgemeinschaft hat viele Ideen, wie es auf der stark befahrenen Westerwaldstraße ungefährlicher zugehen könnte.
VerkehrWaldbröls Stadtpolitik will in der Ortschaft Escherhof auf die Bremse treten

Die beiden Bushaltestellen an der stark befahrenen Westerwaldstraße in der Waldbröler Ortschaft Escherhof gelten als Gefahrenstelle, zumal dort auch die Straßenbeleuchtung ausgefallen ist.
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Tempo 30 mindestens rund um die beiden Bushaltestellen in der Ortsmitte, Tempo 70 rund um den gesamten Ort, vielleicht Engstellen auf den Fahrbahnen oder sogar ein fester Blitzer: Die Waldbröler Stadtpolitik ist überzeugt davon, dass sich in der Ortschaft Escherhof etwas tun muss, dass dort dringend gehandelt werden muss, um die Geschwindigkeit des Verkehrs auf der stark befahrenen Westerwaldstraße (Landesstraße 324) zu entschleunigen. Schließlich gehe es vor allem um die Sicherheit von gut 25 Kindern, die von einer Seite der Straße auf die andere wechseln müssen, wollen sie zu den Haltestellen.
Mit einstimmigem Beschluss hat sich der Ausschuss für Bauen und Verkehr des Stadtrats am Montagabend dafür ausgesprochen, dass sich das Rathaus für ein Tempolimit starkmachen soll. Damit folgte der Ausschuss nicht nur einem Vorstoß aus der Dorfgemeinschaft, sondern auch einem Antrag der Grünen. Bei einem Treffen in Escherhof vor Beginn der Sitzung hatten sich die Mitglieder ein Bild von der Situation gemacht – Zweifel hatte danach niemand mehr.
Jetzt soll der Oberbergische Kreis in der Waldbröler Ortschaft aktiv werden
Jetzt ist der Oberbergische Kreis gefragt. Und der habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert, berichtete Jan Kiefer, zuständiger Fachbereichsleiter im Waldbröler Rathaus, und bedauerte, dass das Straßenverkehrsamt des Kreises einer Einladung zur Sitzung nicht gefolgt sei. Für den Kreis bittet Sprecher Philipp Ising um Geduld: Aufgrund von einer Erkrankung sei es dem Amt bisher nicht möglich gewesen, zu reagieren. „Der Kreis wird sich aber äußern, eine schriftliche Stellungnahme ist in Arbeit“, sagte Ising auf Anfrage dieser Zeitung.

Sie fordern mehr Sicherheit in Escherhof: Eva Rose (links), Markus Ohrendorf (Dritter von links) und Rainer Wirths (rechts) haben sich mit Erfolg an die Waldbröler Stadtpolitik gewandt.
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Für die Escherhofer Dorfgemeinschaft fasste erneut Eva Rose, Mutter von drei Kindern, die Sorgen und Ängste der Anwohnerinnen und Anwohner in Worte. Zurzeit leben dort 147 Menschen. „Es ist wichtig, dass die Autos mit schon reduzierter Geschwindigkeit unseren Ort erreichen“, betonte sie Blick auf die fast dreieinhalb Kilometer lange Strecke zwischen Waldbröl-Biebelshof und Morsbach-Erblingen. Da gilt nämlich nicht nur Tempo 70, stellenweise ist auf der L 324 auch eine Geschwindigkeit von 100 erlaubt.
Auch schilderte die 41-Jährige, dass die Westerwaldstraße gerne als Ausweichroute genutzt werde, seitdem die Kaiserstraße in der Stadtmitte als Einbahnstraße geführt wird, für die Tempo 30 angeordnet ist. „Das hat eine erhebliche Zunahme des Verkehrs in Escherhof ausgelöst“, ist Eva Rose sicher und ergänzte, dass die seit etlichen Wochen kaputte Straßenbeleuchtung eine weitere Gefahr an den Bushaltestellen bedeute.
Der Verkehr, so weitere Beobachtungen der Ortsgemeinschaft, nehme stets an den Werktagen ab 5 Uhr schlagartig zu, und zudem immer dann, wenn in den Gewerbe- und Industriegebieten der Marktstadt und in der Nachbargemeinde Morsbach Schichtwechsel ist oder die Lastzüge starten.

