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MusikerjubiläumDie Jazz-Brüder Wasserfuhr feiern in Wipperfürth lieber die Gegenwart

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Die Brüder Roman (links) und Julian Wasserfuhr (Mitte) aus Hückeswagen hatten sich zu ihrem Jubiläumskonzert in Wipperürth viele Gäste eingeladen, darunter Juan Camilo Villa (rechts) am Bass.

Die Brüder Roman (links) und Julian Wasserfuhr (Mitte) aus Hückeswagen hatten sich zu ihrem Jubiläumskonzert in Wipperürth viele Gäste eingeladen, darunter Juan Camilo Villa (rechts) am Bass.

Vor 20 Jahren haben die Hückeswagener Julian und Roman Wasserfuhr das erste Album veröffentlicht. Bei der Geburtstagsparty gab's aber auch Neues.

Wenn man Geburtstag feiert, zumal einen runden, dann will man es in der Regel so richtig krachen lassen. Das hatten sich auch die beiden Jazz-Musiker aus Hückeswagen, Julian und Roman Wasserfuhr, gedacht. Die zwei haben vor 20 Jahren ihr erstes Album „Remember Chet“ veröffentlicht und damit den Weg ins professionelle Musikerdasein eingeschlagen.

Seitdem wurden acht Solo-Alben veröffentlicht und zahllose Konzerte beinahe in aller Welt gegeben. In der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth hatten die Jazz-Brüder am Samstagabend mit ihren Gästen Juan Camilo Villa am Bass, Schlagzeuger Felix Lehrmann, Saxofonist Jan Prax und natürlich auch Cellist Jörg Brinkmann zum großen Geburtstagsständchen mit vielen hundert Zuhörerinnen und Zuhörern eingeladen. Demnach hatten richtig viele Musikfreunde richtig viel Lust auf Wasserfuhr-Jazz, der Saal war ausverkauft, die Stimmung mehr als gut, und die vier bis sechs Musiker auf der Bühne wunderbar aufeinander eingespielt.

Auf der Bühne wurden in Wipperfürth echte Höchstleistungen vollbracht

Dass sich die beiden Hückeswagener in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu echten Größen im nationalen und internationalen Jazz gemausert haben, wurde auch an einer ganz simplen Tatsache deutlich. Die brachte Roman Wasserfuhr in einer der gewohnt sympathischen Ansagen, die er sich mit seinem Bruder teilte, ziemlich dankbar auf den Punkt: „Wir freuen uns sehr, dass Sie heute Abend alle hier sind und mit uns feiern wollen – und dass Sie die Bude so rappelvoll gemacht haben.“

Ein Geburtstag ist stets auch ein Anlass, um zurückzublicken. Nicht so dieser. Auch das gab Roman Wasserfuhr dem Publikum gleich zu Beginn mit auf den Weg, der Blick solle an diesem Abend nicht nur zurückgehen. „Im Gegenteil, wir wollen die Gegenwart feiern und auch mit einem Augenzwinkern in die Zukunft blicken“, forderte Roman Wasserfuhr auf.

Und das wollte man mit gleich mehreren neuen Songs vom „hoffentlich noch irgendwann in diesem Jahr erscheinenden“ Album „Timelines“ machen. Etwa mit der schönen Ballade „Bajo La Luna“, die der Pianist seiner Nichte Luna widmete, die auch im Publikum war. „Das Lied ist nicht nur für Dich geschrieben worden, heute wird es für Dich gespielt“, sagte er unter dem Applaus des Publikums.

Am Samstagabend präsentierte sich ein Ensemble, das sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornte. Wenn etwa Jan Prax auf die Bühne der Alten Drahtzieherei kam und sich mit Julian Wasserfuhr ein eindrucksvolles Saxofon-Trompeten-Duell lieferte, bei dem einem nur die Kinnlade herunterklappen konnte, ehe sich alles wieder in harmonisches Wohlbefinden auflöste. Oder wenn Jörg Brinkmann den unvermeidlichen „Englishman in New York“ mit einem wunderschönen Cello-Intro begann und sich die ganze Band bei diesem mittlerweile Wasserfuhr-Klassiker austobte.