So zuverlässig sind die Busse, die Pendlern ab sofort den Weg in die Domstadt und wieder zurück ermöglichen sollen.
Ersatz für Linie 1Neue SEV-Busse sollen in 53 Minuten von Bensberg zum Neumarkt fahren

Statt in Merheim in die Stadtbahn umzusteigen, können Fahrgäste aus Bensberg nun mit dem SEV-Bus zum Neumarkt fahren.
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Die Hitze steht über dem Asphalt, als der lilafarbene Ersatzbus anrollt. Kaum öffnen sich die Türen, schlägt den Fahrgästen angenehm kühle Luft entgegen. Eine kleine Erleichterung an diesem heißen Tag – und vielleicht auch ein Sinnbild für das, was sich viele Pendler von der neuen Bauphase erhoffen: Endlich soll die Fahrt zwischen Bensberg und Köln wieder etwas einfacher werden.
Seit vergangenem Freitag gilt auf der Strecke der KVB-Linie 1 ein neuer Fahrplan. Statt wie bisher in Merheim vom Ersatzbus in die Stadtbahn umzusteigen, können Fahrgäste aus Bensberg nun bis zum 1. September direkt mit dem SEV-Bus zum Neumarkt fahren. Die KVB gibt für die Strecke eine Fahrzeit von rund 53 Minuten an.
Die neue Direktverbindung kommt bei einigen Fahrgästen gut an
Doch gerade im Berufsverkehr dürfte diese Marke nicht immer zu halten sein. Besonders in Brück quälten sich die Ersatzbusse in den vergangenen Wochen immer wieder über die Olpener Straße und standen mit dem übrigen Verkehr im Stau. Das räumt auch die KVB ein. Neue Ersatzbusstrecken würden zunächst abgefahren und die Fahrzeiten dabei gemessen, erklärt die Pressestelle. „Aber vor allem für die Verkehrsspitzen kann diese Zeit wegen des generell erhöhten Verkehrsaufkommens nur eingeschränkt gelten.“ Nicht alle Verkehrsbehinderungen ließen sich jedoch vorab berücksichtigen.
Trotzdem kommt die neue Direktverbindung bei einigen Fahrgästen gut an. Gamaliel Ramiris nutzte bislang den SB40. Dass er nun nicht mehr mehrfach umsteigen muss, macht den Ersatzbus für ihn zu einer echten Alternative.
Ansagen, welche Haltestelle als Nächstes kommt, gibt es im Bus nicht
Doch längst nicht alle Erfahrungen sind positiv. Magdalena Wierciak war bereits am Freitagmorgen mit einem Ersatzbus Richtung Bergisch Gladbach unterwegs. Noch problematischer sei für sie die Orientierung gewesen: Auf dem Weg aus Köln habe sie fast eine Stunde gebraucht, der Ersatzbus in Kalk sei nicht richtig ausgewiesen gewesen. Die derzeitige Situation sei für sie „eine Katastrophe“.
Wie schwer die Orientierung fallen kann, zeigt sich auch im Bus. Zwei junge Frauen schauen immer wieder auf ein Smartphone. Sie kennen sich in der Gegend nicht aus. Ansagen, welche Haltestelle als Nächstes kommt, gibt es im Bus nicht. Das sei „total nervig“, meint eine der beiden.
Der Ersatzbusverkehr soll dazu dienen, die entfallende Stadtbahn-Leistung zu ersetzen
Dass die Belastung bei vielen angekommen ist, weiß auch Robert Martin Kraus (CDU), Vorsitzender des städtischen Mobilitätsausschusses. Die jetzige Lösung „geht aber an der Wirklichkeit der Pendler vorbei“, sagt Kraus. Eine Expressverbindung nach Deutz würde er begrüßen.
Maik Außendorf (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Kreistag, erklärt, dass der SEV von go.Rheinland geplant werde. Zusätzliche Leistungen könne der Kreis bestellen, müsse dafür aber auch die Kosten tragen. In solchen Fällen werde in der Regel gemeinsam nach Lösungen gesucht. Den Vorschlag einer Expressverbindung nach Deutz will Außendorf in die nächste Ausschusssitzung mitnehmen. Bei der KVB ist ein solcher Wunsch nach eigenen Angaben bislang nicht angekommen. Der Ersatzbusverkehr diene dazu, die entfallende Stadtbahn-Leistung zu ersetzen. Er könne nicht dazu dienen, das Angebot auszuweiten.
Seit kurzem ist der stark genutzte Bahnübergang an der Vürfelser Kaule gesperrt
Belastet sind allerdings nicht nur Pendler. Rund um die Straße Am Vürfels in Refrath trifft derzeit vieles zusammen. Seit Beginn der Sommerferien ist die Straße zweigeteilt. Seit kurzem ist der stark genutzte Bahnübergang an der Vürfelser Kaule zusätzlich gesperrt. Gleichzeitig sorgt eine weitere Baustelle in unmittelbarer Nähe für zusätzlichen Verkehr.

Erschwert den Pendlern den Alltag: der gesperrte Bahnübergang an der Vürfelser Kaule.
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„Da passieren so viele Dinge gleichzeitig“, sagt die 73-jährige Elisabeth Schmitz, während neben ihr der Verkehr vorbeirauscht. Das höhere Verkehrsaufkommen führe zu mehr Chaos und Staus. Auch Metzger Armin Krämer spürt die Folgen. Seit rund vier Wochen habe er Umsatzeinbußen. Viele seiner Kunden seien älter. Für manche sei der Umweg zu weit. „Drei ältere Kunden von mir kommen inzwischen mit dem Taxi“, berichtet er.
Die KVB verweist darauf, dass die Arbeiten bewusst gebündelt und in die Sommerferien gelegt worden seien. Die Instandhaltung sei notwendig, um langfristig einen sicheren Stadtbahnbetrieb zu gewährleisten.
