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Bergisch GladbachParkende Autos stören Flair der neuen Schloßstraße

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Rechts und links stehen Autos an der Straßenseite.

Die Autofahrer erobern sich die Schloßstraße in Bensberg zurück und parken, wo sie Platz finden, wie hier auf dem Vorplatz des Emilienbrunnens.

Nur einseitig darf auf der Schloßstraße in Bensberg geparkt werden. Die Stadt Bergisch Gladbach will mit Linien und Schildern nachbessern. 

In der neugestalteten Schloßstraße in Bensberg dominieren die Autofahrer. Auf beiden Straßenseiten der Geschäftsstraße wird geparkt. Dies war nicht das Ziel. Allerdings kann man den Fahrern keinen Vorwurf machen. Die Beschilderung ist nicht eindeutig. Die Stadtverwaltung kündigt jetzt an, mit Verkehrszeichen und Markierungen nachzubessern.

„Autos, so weit das Auge reicht. Echt traurig“, ist Roswitha Sanders enttäuscht. Sie hatte sich auf einen unbeschwerten, genüsslichen Bummel gefreut, erzählt sie. Denn die Grundsanierung war nicht nur als Verschönerung gedacht, sondern vor allem dafür, Fußgängern mehr Platz zu verschaffen und sie zum Promenieren einzuladen.

Nur auf der rechten Straßenseite darf geparkt werden

„Auf dem Papier sieht alles immer so nett aus, aber die Realität ist eine ganz andere“, sagt die Bensbergerin. Sie habe das Gefühl, die Planungen liefen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. „Sehr schade“, sie hätte sich nach der langen Durststrecke einen wirklichen Neuanfang für die Schloßstraße gewünscht.

Das ursprüngliche Konzept sieht vor, dass nur auf der südlichen Straßenseite geparkt werden darf, um Treffpunkte zu schaffen. Durch die Umgestaltung sollte Bensberg sein Herzstück als „Straße der vielen Begegnungen“ wiederbekommen. Dafür sollten die Fußgänger und Radfahrer in den Mittelpunkt rücken, indem die Aufenthaltsqualität verbessert wird und die Außengastronomie mehr Platz erhält.

Zu sehen ist das Verkehrsschild einer Halteverbotszone.

Die aktuelle Beschilderung in Bezug auf das Parken ist nicht eindeutig.

Stattdessen herrscht Chaos, seit die Bagger abgerückt sind und die Schloßstraße wieder für den Autoverkehr geöffnet ist. Auf der ganzen Strecke werden die Autos beidseitig abgestellt – überall, wo sich eine Lücke bietet, zwischen Bänken und Blumenkübeln, sogar mitten auf den Strahldüsen des Fontänenbrunnens auf dem Vorplatz des Rewe-Markts und dem Blindenleitweg. Lieferfahrzeuge stehen schräg oder in zweiter Reihe.

Die aktuelle Beschilderung ist irreführend. Das einzige Verkehrsschild bei der Einfahrt an der Ecke Emilienbrunnen weist eine eingeschränkte Halteverbotszone aus, in der Halten zum Ein- und Aussteigen von bis zu drei Minuten erlaubt ist.

„Der Stadt ist bewusst, dass die Parkregeln aktuell nicht für alle Bürgerinnen und Bürger eindeutig erkennbar sind“, sagt Stadtsprecher Patrick Ortmanns. Erlaubt ist das Parken zwischen Emilienbrunnen und Spielplatz nur auf der südlichen Seite, in Fahrtrichtung rechts, stellt er klar.

Parkbuchten sollen mit weißen Linien kenntlich gemacht werden

Nur auf den Teilstücken zwischen Gladbacher Straße und Nikolausstraße sowie in dem Bereich vor Intersport darf auch auf der nördlichen/linken Seite geparkt werden. Insgesamt gibt es 100 Stellplätze, darauf hatte sich die Stadt nach einem zähen Ringen mit den Einzelhändlern geeinigt.

Um die Erkennbarkeit zu gewährleisten, sollen in den kommenden Wochen Nachbesserungen erfolgen in Form von weißen Parklinien als Markierungen für die Parkbuchten. Ergänzt werden solle dies durch ein Zonenhalteverbot oder eine Halteverbotsbeschilderung. „Eine Entscheidung steht noch aus“, sagt Ortmanns. Er kündigt an: „Sobald die Parkregeln klarer erkennbar sind, wird die Ordnungsbehörde dort intensiv überwachen.“

Aus gestalterischen Gründen waren Linien, Markierungen und Schilder zuerst nicht vorgesehen. In gewisser Weise konterkarieren sie das ursprüngliche Konzept. Demnach sollten die Übergänge ausdrücklich fließend sein, damit das Bild einer breiten Straße entsteht, damit Treffpunkte an Bedeutung gewinnen, Schlender-Bereiche entstehen, um auf diese Weise die Autofahrer zur Vorsicht und Rücksichtnahme zu ermahnen.

Vor allem für Besucher von auswärts könnte ein Leitsystem aus Schildern oder besser noch digital hilfreich sein, um gezielt zu den Parkgaragen und ‑plätzen in unmittelbarer Nähe geführt zu werden.

„Dies steht schon lange auf der Wunschliste der Einzelhändler“, sagte Klaus Molitor, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bensberger Handel (IBH) vor einigen Tagen im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir brauchen eine ganz klare Beschilderung. Wo kann man parken, wie kommt man dahin?“ Die Möglichkeiten, sein Auto außerhalb der Schloßstraße abzustellen, seien gegeben.