Technische Anlagen für das Bürgerhaus Bergischer Löwe liegen in der Tiefgarage des Gebäudes. Das birgt bei Hochwasser Risiken.
Bergischer LöweTechnik in Gladbacher Bürgerhaus muss vor Hochwasser geschützt werden

Die Tiefgarage im Bergischen Löwen
Copyright: Claus Boelen-Theile
Der Bergische Löwe in Bergisch Gladbach muss generalsaniert werden in den kommenden Jahren, Details stehen derzeit noch aus. Was den Verantwortlichen der Verwaltung allerdings im Moment allergrößte Sorgen bereitet, ist die Elektrik des Bürgerhauses. Auch sie muss saniert werden, nach viereinhalb Jahrzehnten im Dauerbetrieb. Sämtliche elektrischen Anlagen sind in der Tiefgarage des Bergischen Löwen platziert.
Und das ist ein Problem: Diese Tiefgarage liegt etwa vier Meter tiefer als der Bachlauf der benachbarten Strunde. Transformator, Mittelspannungsanlage, Niederspannungs-Hauptleitung und Notstromaggregat liegen nach Angaben der Stadt deutlich unterhalb des benachbarten Bachlaufs. Bei der Stadt gibt es eine Hochwasserrisikokarte, die den gesamten Bereich der Tiefgarage als Risikogebiet ausweist.
Lebensgefahr droht
Es könnte also jederzeit bei einem Starkregen passieren, dass die Tiefgarage vollläuft. Die Elektrik wäre, so schildern es die Planer, dann vollständig und dauerhaft zerstört. Die Energieversorgung des Bürgerhauses würde zusammenbrechen. Im Bereich der Tiefgarage bestünde dann Lebensgefahr.
Noch vor einer Generalsanierung müsse daher die Elektrik an einen vor Hochwasser geschützten neuen Standort verlegt werden, schlagen die Planer Alarm. Über die Zufahrt in die Tiefgarage könnten wohl auch die Wassermassen in die Tiefgarage laufen. Dass es bei den vergangenen Starkregenereignissen nicht zu einem Zwischenfall gekommen ist, kann auch als glückliche Fügung betrachtet werden.
2,5 Millionen soll es kosten
Es hätte auch anders kommen können, mit katastrophalen Folgen für das Bürgerhaus. Neben der Gefährdung von Menschenleben hätte das Bürgerhaus seinen Veranstaltungsbetrieb einstellen müssen, auf lange Zeit. Nicht nur beim Jahrhundertregen im Sommer 2021 standen Flächen in der Stadtmitte unter Wasser, mehrmals gingen auch seitdem heftige Regenfälle in Bergisch Gladbach runter.
Angesichts der Klimaveränderungen in den vergangenen Jahren muss von weiteren Starkregenereignissen ausgegangen werden. Im Finanzausschuss der Stadt erkannten die Politiker die Notsituation. Rund 2,5 Millionen Euro gaben sie frei, zur Vorbereitung der Umbauten. Planung und Vorbereitung sollen anderthalb bis zwei Jahren dauer, das Genehmigungsverfahren könnte weitere sechs bis zwölf Monate Zeit beanspruchen.
Bis zu 16 Monate Dauer
Für die Ausführung der Arbeiten kalkuliert die Stadt anschließend zwölf bis 16 Monate. Ob die Tiefgarage während der Bauzeit weiter genutzt werden kann, lässt die Stadt derzeit offen. Möglich erscheint auch, dass nur ein Teil der Stellplätze genutzt werden kann.
Ausweichplätze gibt es an der Parkpalette Schnabelsmühle und am Parkdeck an der Odenthaler Straße. Auch Rhein-Berg Galerie und Rhein-Berg Passage bieten größere Parkflächen an, ebenso gibt es städtische Parkplätze an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße, in der Umgebung des S-Bahnhofs.
Diese liegen aber am anderen Ende der Fußgängerzone. Die Tiefgarage des Bergischen Löwen bietet die Möglichkeit, über Treppen direkt vor die Eingangstüre des Bürgerhauses zu gelangen. Im Hintergrund steht übrigens die Frage, wie die Kosten verteilt werden sollen. Das Bürgerhaus gehört nur zur Hälfte der Stadt, aus historischen Gründen. Die Aufteilung kann auch in der für den Geschäftsbetrieb des Löwen zuständigen GmbH nachverfolgt werden: 50 Prozent der Anteile liegen bei der Stadt.
Über je 25 Prozent verfügen auch der Kreissportbund Rhein-Berg sowie die Gesellschaft Erholung, der älteste noch bestehende Verein der Stadt Bergisch Gladbach, vielfältig eingebunden ins Stadtleben und stets sozial engagiert. Aus der Runde der Finanzpolitiker kam jedenfalls die Nachfrage an die Verwaltung, mit den Grundstückseigentümern das Gespräch zu suchen.


