Nach Bundestag-RückzugDr. Hermann-Josef Tebroke bleibt Vorsitzender der CDU Rhein-Berg

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Das Foto zeigt die Kuppel des Reichstagsgebäudes

Die Kuppel des Reichstagsgebäudes, Sitz des Deutschen Bundestag

Dr. Hermann-Josef Tebroke bleibt Vorsitzender der CDU Rhein-Berg. Das erklärt der Politiker nach seinem angekündigten Rückzug aus dem Bundestag.

 Ein Rückzug als Bundestagsabgeordneter im Herbst 2025, das ja. Aber Kreisvorsitzender der CDU Rhein-Berg wolle er weiterhin bleiben, sagt Dr. Hermann-Josef Tebroke. Im November 2023 hatten ihn die Parteimitglieder zuletzt in seinem Amt bestätigt. Am Montagmorgen sind gerade 48 Stunden um, seit Tebroke seine Entscheidung bekanntgegeben hat. „Ich habe viele Rückmeldungen bekommen“, sagt er, darunter zahlreiche wertschätzende Mitteilungen.

Gerade komme er von einer Präsentation einer Kindertagesstätte in Herrenstrunden, da sei es um Nachwuchsforschung gegangen, die Heranführung der Kinder an Wissenschaft im Allgemeinen. „So etwas mache ich wirklich sehr gerne“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Mit ganzer Kraft werde er sein Mandat bis Ende Oktober 2025 ausüben. Was aber anschließend beruflich sein werde, könne er heute nicht sagen, auch nicht, ob er wieder in die universitäre Lehre zurückkehre.

20 Jahre aktiv in der Politik

Tebroke wird 61 Jahre alt sein, wenn sein Bundestagsmandat ausläuft, im Januar 2026 feiert er seinen 62. Geburtstag. Bevor er zunächst Bürgermeister von Lindlar und dann Landrat in Rhein-Berg wurde, arbeitete Tebroke als Professor für Finanzen in Augsburg, Münster, Hamburg und Bayreuth. Mögliche Verwerfungen in der CDU Rhein-Berg, insbesondere unter manchen führenden Akteuren, spielten keine Rolle bei seiner Entscheidung. „Wirklich nicht“, bekräftigt er auf Nachfrage. Nach 20 Jahren in der aktiven Politik wisse er umzugehen mit diesen Situationen.

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„Es gibt keinen konkreten Anlass, der mich bewogen hat, nicht mehr zu kandidieren“, sagt Tebroke. Nun sei seine Entscheidung auch nicht spontan am Samstagmorgen nach dem erfolgreichem EM-Auftakt der deutschen Fußballer getroffen worden. Mit seiner Familie habe er lange über diesen Schritt beraten. „Ich denke, dass es so gut ist.“ Mit sich selbst sei er im Reinen. Umstimmen von Parteifreunden lasse er sich nicht.

Klare Sicht auf die Situation

Was für Tebroke auch wichtig ist: Jetzt habe die CDU klare Sicht auf die Dinge. „Nach der Europawahl eine Entscheidung zu treffen, war richtig“, meint Tebroke. Damit hätten Interessenten für eine Kandidatur auch Gewissheit. „Das kann bei Bewerbern zu ganz anderen Entscheidungen führen.“ Gleich am Wochenende habe ihn ein möglicher Bewerber für eine Kandidatur angerufen und ihm dies so geschildert. Es hingen ja oft auch berufliche Befindlichkeiten an solchen Entscheidungen. Bewerber müssten Zeit haben, diese Dinge vorab zu klären.

Als Kreisvorsitzender werde er an diesem Donnerstag auch an der seit langem angesetzten Sitzung des Kreisvorstands teilnehmen, auch unter diesem Aspekt habe es Sinn gemacht, seinen Rückzug gerade jetzt mitzuteilen. „Wir werden den Status quo sprechen“, sagt Tebroke zum Inhalt der Beratung. Auch das weitere Vorgehen müsse besprochen werden mit den übrigen Mitgliedern des Vorstands. Im Herbst wolle die CDU Klarheit bei der Kandidatensuche haben.

Dem Kreisvorstand gehören unter anderem die Stellvertreter Maurice Winter, Erika Gewehr, Isabell Johann und Christian Buchen an, Martin Lucke (Schatzmeister), Vera Hilke-Haerst (Schriftführerin), Lennart Höring (Kreisgeschäftsführer), Lena Behnke (Mitgliederbeauftragte), Philipp Löhe, Uwe Pakendorf (Fraktion), Stephan Santelmann (Landrat), Katharina Höring (Frauen-Union), Werner Allendorf, Wolfgang Kaiser, Moritz Lieberich, Arne von Boetticher, Aaron Lehmann, Michael Schneider und Duygu Esgi (Digitalbeauftragte) an.

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