Die Traditions-Elf des 1. FC Köln begeistert mit Risse, Höger und Engels. Die Gastgeber vom SV-Refrath/Frankenforst feiern trotz 2:12 Fußballfest
FC-Legenden zaubern in Refrath

Bei noch sonnigem Wetter positionieren sich beide Teams und das Schiedsrichter-Gespann für ein Gruppenbild. Die Partie begutachteten Dominik Kaysers, Sarah Pickartz und Daniel Ringsdorf.
Copyright: Leslie Hendricks
Der SV Refrath hatte die Traditions-Elf des 1. FC Köln zu Gast. Die Alt-Herren Mannschaft nahm es mit Spielern wie Marcel Risse, Marco Höger, Holger Gaißmayer und Lucas Musculus auf. Es herrschte eine freundschaftliche Atmosphäre. Trotz der zweistelligen Niederlage gaben die Refrather nicht auf.
Als die Hymne des 1. FC Köln aus den Lautsprechern am Heuweg ertönte, legten sich viele Refrather die Hand auf das Herz. Manche zogen sie reflexartig wieder weg, als ihnen vermutlich auffiel, dass sie heute lieber zu einem anderen Verein halten sollten. Andere sangen einfach munter weiter. Robert Martin Kraus, der erste Vorsitzende des SV Refrath / Frankenforst war begeistert von der Veranstaltung: „Das Unmögliche wurde heute möglich gemacht!“ Er selbst ist seit 35 Jahren im Verein und kümmert sich gerade darum, dass die Anlage modernisiert wird. Bei dem heutigen Spiel gehe es vor allem um den Spaß. Das sah auf FC-Legende Stephan Engels so: „Es ist immer wieder etwas Besonderes, hier zu sein.“ Refrath, so sagt er, gehöre ja auch „irgendwie zu Köln“.
Das erste Tor fiel erst nach gut einer Viertel Stunde
Das erste Tor fiel erst nach gut fünfzehn Minuten. Es war ein Elfmeter. Fünf Minuten später jagte Marcel Risse erneut auf das Tor zu. Er gab an seinen Teamkollegen Marco Höger ab, der durch die Beine von dem Refrather Guido Schmidt spielte. Wieder ging der Pass an Risse. Und Tor! 0:2. Wenige Minuten später wird das gleiche Manöver von den Refrathern rechtzeitig durchschaut und verhindert. In der 30. Minute näherte sich Sebastian Spessert dem Kölner Torwart Pierre Esser. In letzter Sekunde rutschte der Refrather unglücklich weg. Der Ball landete in den Händen von Esser.
An der Seitenlinie klatschte eine weitere Legende. Bernd Cullmann, dessen Sohn Carsten Cullmann in der Startelf stand, beobachtete das Spiel genau. „Das macht uns einfach Spaß, nochmal auf dem Spielfeld zu stehen“, sagt der 76-jährige, der seit vier Jahren nicht mehr selbst aktiv ist. Im Trikot der Geißböcke absolvierte er 458 Pflichtspiele. In seiner Karriere wurde er außerdem Weltmeister, Europameister sowie Double- und Pokalsieger. Auf dem Spielfeld lief währenddessen ein regelrechtes Kopfball-Inferno ab. Immer wieder hatten die Refrather Torchancen. Doch die erprobten Alt-Fußballprofis wussten den erfolgreichen Abschluss dann doch zu verhindern. Holger Gaißmayer traf in der 35. Minute zum 0:3. Er und Stephan Engels wirkten wie ein eingespieltes Team. Gaißmayer landete anschließend weitere zwei Tore. Damit ging es mit 0:5 in die Halbzeitpause. Der guten Stimmung, die unter den dutzenden Besuchern herrschte, tat dieser Zwischenstand keinen Abbruch.
Mahmut Temür traf in letzter Minute noch zum 2:12
Nach der Pause ging es ähnlich weiter. Musculus traf zum 0:6, dann zum 0:7. „Hab ich doch gewusst, dass du den reinmachst“, ruft der Refrather Torwart Jerome Bendig lachend Lucas Musculus zu. Auch er schmunzelt. Sie klatschen ab. Marcel Risse erhöhte anschließend auf ein achtes Tor, obwohl die Refrather wirklich mit allen Vieren kämpften. Eine Torchance in der 57. Minute stellte sich als Abseits heraus. Onur Özdemir unternahm danach einen starken Kopfball-Tor-Versuch. Der wurde jedoch knapp vom Kölner Torwart gehalten. Ein lautes Stöhnen ging durch das Stadion. Doch dann brach Jubel aus, als Kevin Petersen für Refrath das 1:9 erzielte. Der Kölner Torjäger Musculus legte zwei Tore nach. Kurz vor Schluss erzielte Sven Zilger für den SV Refrath / Frankenforst einen weiteren Ehrentreffer. Außerdem verhinderte er vorerst einen weiteren Treffer der Gegner. Mahmut Temür traf dann in letzter Minute aber doch noch zum 2:12. Marcel Risse sagte nach dem Spiel, es mache einfach „unheimlich Spaß“, gerade wenn es so nah an Köln ist, wo die Fans so gut drauf seien. „Es ist einfach schön, nochmal auf so einem Rasen zu stehen!“
Am Samstag, 23. Mai, empfängt die D-Jugend des SV-Refrath/Frankenforst den FV Wiehl. Um 11 Uhr spielen sie im Kreis-Pokal-Finale. Die Refrather gelten als Außenseiter und haben sich hochgekämpft. Ihre Gegner spielen eigentlich eine Liga über ihnen. Es sei eine Art „David gegen Goliath“, so Andreas Witte, der beim SV Refrath fürs Marketing zuständig ist. Sie würden auf einen Heimvorteil hoffen, so Witte.
