Krankenhäuser auf die Hitzewelle eingestellt – Mehr Kreislaufpatienten – Keine Engpässe bei Versorgung - Was Retter machen, um selbst einen kühlen Kopf zu behalten.
Noch kein EngpassHitze schickt mehr Menschen in Rhein-Bergs Kliniken

Wegen hitzebedingter Gesundheitsbeschwerden muss der Rettungsdienst in Rhein-Berg dieser Tage häufiger ausrücken.
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Der Kreislauf sackt ab, der Schweiß läuft in Strömen, plötzlich wird einem schwarz vor Augen. Während die Temperaturen im Rheinisch-Bergischen Kreis auf weit über 30 Grad steigen, häufen sich auch die hitzebedingten Notfälle. Vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen, die zu wenig trinken, geraten derzeit an ihre Belastungsgrenze.
Das Einsatzaufkommen ist in den vergangenen Tagen phasenweise erhöht.
„Das Einsatzaufkommen ist in den vergangenen Tagen phasenweise erhöht“, bestätigt Kreissprecherin Nina Eckardt mit Blick auf den Rettungsdienst. Besonders die Rettungswagen seien kreisweit häufiger unterwegs als üblich. Bislang reichten die vorhandenen Kapazitäten jedoch aus. Zusätzliche Rettungsmittel mussten noch nicht in Dienst gestellt werden. Die Leitstelle beobachte die Lage aber fortlaufend und könne bei Bedarf kurzfristig weitere Fahrzeuge einsetzen.
Zu den häufigsten hitzebedingten Alarmierungen gehören internistische Notfälle. Vor allem Kreislaufprobleme mit Schwindel oder Ohnmachtsanfällen beschäftigen derzeit die Einsatzkräfte.
Seit Beginn der Hitzewelle behandeln wir zunehmend Patientinnen und Patienten, die mit Kreislaufbeschwerden oder anderen hitzebedingten gesundheitlichen Problemen zu uns kommen.
Auch im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach macht sich die Hitzewelle bemerkbar. „Seit Beginn der Hitzewelle behandeln wir zunehmend Patientinnen und Patienten, die mit Kreislaufbeschwerden oder anderen hitzebedingten gesundheitlichen Problemen zu uns kommen“, berichtet Krankenhaussprecher Daniel Beer. Eine der häufigsten Ursachen sei eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr.
Trotz steigender Patientenzahlen gebe es derzeit jedoch keine Engpässe bei den Behandlungskapazitäten, so Beer. Die Hitze belaste allerdings nicht nur die Patienten. „Für unsere Patientinnen und Patienten stellt die Hitze unabhängig von der jeweiligen Erkrankung eine zusätzliche gesundheitliche Belastung dar. Gleichzeitig betrifft sie auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter den hohen Temperaturen körperlich und mental besonders gefordert sind“, so Beer.

Für die Retter im Evangelischen Krankenhaus und den benachbarten Pflegeeinrichtungen hilft manchmal ein kühles Eis, wie es die Geschäftsbereichsleiterinnen Christina Schulte-Mantel (kl. Foto, links) und Michèle Büdicker (2v.l.) von Quirlsberg Pflege & Wohnen verteilen.
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Das Krankenhaus hat sich auf die heißen Tage eingestellt. Pflegekräfte achten verstärkt darauf, dass Patienten ausreichend trinken, und passen bei Bedarf Infusionsmengen an. Zusätzliche Ventilatoren wurden beschafft. Dank einer gut gedämmten Fassade, außenliegendem Sonnenschutz, moderner Fenster sowie Klimaanlagen und Kühldecken in einzelnen Bereichen bleiben die Temperaturen im Gebäude erträglich. Patienten, die besonders unter der Hitze oder unter Atembeschwerden leiden, erhalten zudem Handventilatoren.
Regendusche im Garten sorgt auf dem Gesundheitscampus Quirlsberg in Bergisch Gladbach für Abkühlung
Auch in den Senioreneinrichtungen des Gesundheitscampus Quirlsberg steht die Flüssigkeitsversorgung derzeit besonders im Fokus. Das Tagesprogramm wurde an die Temperaturen angepasst und auf anstrengende Aktivitäten wird möglichst verzichtet. Für Abkühlung sorgen Ventilatoren, eine Regendusche im Garten – und manchmal auch eine kleine süße Überraschung: Erst am Donnerstag verteilten die Verantwortlichen der Quirlsberg Pflege & Wohnen Eis an die Bewohner.
Wer wegen eines medizinischen Notfalls den Rettungsdienst benötigt, wird nach Angaben des Kreises auch während der Hitzewelle weiterhin in das jeweils nächstgelegene geeignete Krankenhaus gebracht. Verlegungen in Kliniken außerhalb des Rheinisch-Bergischen Kreises aufgrund überlasteter Krankenhäuser seien derzeit nicht erforderlich.