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Treffen in BudapestGladbacher Gartensiedlung Gronauer Wald ist international vernetzt

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Ein großes Haus in Jugendstilarchitektur.

Die Wekerle-Siedlung in Budapest ist eine von 20 Gartenstädten, die sich zu einem europäischen Netzwerk zusammengeschlossen haben.

Seit 2008 existiert das Netzwerk der Europäischen Gartenstädte. Auch Bergisch Gladbach ist dort vertreten.

Mit der Gartensiedlung Gronauer Wald verfügt Bergisch Gladbach über ein ganz besonderes historisches städtebauliches Ensemble. Doch auch in anderen Städten Europas haben sich Zeugnisse der Gartenstadtbewegung erhalten, die als Reaktion auf die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts und die sich daraus ergebenden prekären Wohnverhältnisse für die arbeitende Bevölkerung in England ihren Ausgang nahm.

20 von ihnen sind im 2008 von der Gartenstadt Hellerau ins Leben gerufenen Netzwerk der Europäischen Gartenstädte vertreten. Sie tauschten sich nun bei einem Treffen in der ungarischen Gartenstadt Wekerle-telep (Wekerle-Siedlung) aus, einem Wohnviertel der Hauptstadt Budapest. Mit dabei auch der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauer Wald, vertreten durch Frank Grobolschek, Ariane von Britton und Till Erdmenger.

Die Gartenstadt in Budapest entstand ab 1908

„Die Gartenstadt in Budapest entstand zwischen 1908 und 1928 als Arbeitersiedlung in Anlehnung an die Ideale der Gartenstadt-Bewegung“, so Grobolschek. Angeordnet um einen zentralen Park seien rund 4500 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern entstanden. Der Plan der Siedlung folge einer strengen geometrischen Ordnung, die Straßen gesäumt von Bäumen.

„Für die Gestaltung war hauptsächlich der Architekt Károly Kós verantwortlich. Benannt wurde die Siedlung nach dem damaligen Ministerpräsidenten Sándor Wekerle“, berichtet der Gladbacher. Die Gastgeber vom dortigen Nachbarschafts-Verein Wekerlei Társaskör Egyesület hatten für die Delegationen aus neun Gartenstädten ein umfassendes, und informatives Programm ausgearbeitet.

Was die Gartenstädte ausmacht

Neben einem Rundgang durch die Siedlung standen vor allem Vorträge zu Themen und Problemen der Gartenstädte auf dem Programm. So sprach ein Architekt über die „Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen einzelnen Gartenstädten“, eine Diplom-Ingenieurin beleuchtete die „Gartenstadt aus landschaftsarchitektonischer Sicht“ und ein Dozent der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest stellte die „Gartenstadt-Konzeption und die kompakte, lebenswerte Stadt“ in einen historischen Vergleich.

Fasziniert zeigten sich Teilnehmer über den Beitrag einer Fachingenieurin für Denkmalschutz, die über „Umweltpsychologie und Denkmalschutz“ dozierte. Anschließend, so Grobolschek, habe die Gründerin des „Landesverbandes Lebenswerte Siedlungen“ verschiedene Förderprogramme der Europäischen Union präsentiert.

Unterschiedliche Gartenstädte - ähnliche Herausforderungen

„Kurzvorstellungen der teilnehmenden Gartenstädte und intensive Workshop-Diskussionen über die gemeinsamen Ziele, Erfolge und Schwierigkeiten stärkten die Verbundenheit und den Wunsch, auf europäischer Ebene voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen“, fasst der Gladbacher die Ergebnisse zusammen.

Die europäischen Gartenstädte seien zwar sehr individuell ausgeprägt – ihnen gemeinsam sei aber neben der eigentlichen Idee des lebenswerten Viertels vor allem jede Menge Enthusiasmus und Engagement. „Allerorten versucht man, mehr ehrenamtliche Helfer zu gewinnen und mehr Unterstützung seitens der örtlichen Politik und Verwaltung zu erzielen“, erläutert Grobolschek.

„Vielfach konnte man feststellen, dass andere Gartenstädte aber auch aufgrund von Eigentumsverhältnissen – beispielsweise als Stiftung oder Genossenschaft – oder durch ihren umfassenden Denkmal-Status besser geschützt sind als die Gartensiedlung Gronauer Wald in Bergisch Gladbach.“ In vielen Fällen seien Bebauungspläne, Ensembleschutz, Denkmalschutz oder eine verbindliche Gestaltungsfibel eine Selbstverständlichkeit – einige Dinge, für die im Gronauer Wald seit Jahren gekämpft wird.