Hitze im Bus: Warum Fahrgäste entsetzt sind und Klimaanlagen an ihre Grenzen stoßen. Die Redaktion hat bei den Verkehrsbetrieben nachgehakt.
HitzewelleWenn der Bus in Rhein-Berg zur Sauna wird

Busfahrt bei 36 Grad: Mehr als die Hälfte der Wupsi-Busse haben bereits Klimaanlagen. bei der RVK sind es bereits 80 Prozent.
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Schon am Vormittag steht die Luft. Kein Lüftchen regt sich, das Thermometer zeigt 36 Grad. Während viele Menschen Schatten oder Ventilatoren suchen, sitzen andere in Bussen, die sich in der Sommerhitze schnell aufheizen. Mehrere Leser haben sich deshalb an die Redaktion gewandt und von überhitzten Fahrzeugen berichtet. Ein Leser beklagte Busse, bei denen die Klimaanlage ausgefallen sei und sich die Fenster nicht öffnen ließen. Eine Leserin sorgte sich zudem um Busfahrerinnen und Busfahrer, die angesichts der Temperaturen kurz vor einem Kreislaufkollaps schienen.
Man darf die Klimaanlage in einem Linienbus nicht mit der in einem Auto vergleichen.
„Von unseren mehr als 200 Bussen gibt es lediglich acht Fahrzeuge, die über eine Klimaanlage, aber keine zu öffnenden Fenster verfügen“, erklärt Wupsi-Sprecherin Kristin Menzel auf Anfrage. Fällt bei einem dieser Busse die Klimaanlage aus, werde das Fahrzeug sofort aus dem Linienverkehr genommen und erst nach der Reparatur wieder eingesetzt. Insgesamt sind nach Angaben der Wupsi inzwischen 55 Prozent der Busflotte klimatisiert. Neue Fahrzeuge werden ausschließlich noch mit Klimaanlagen beschafft.
Allerdings dürfe man die Kühlleistung eines Linienbusses nicht mit der eines Autos vergleichen, erläutert Menzel. Ein Bus halte alle paar Minuten an, öffne die Türen und lasse dadurch ständig warme Luft hinein. Hinzu kämen die großen Fensterflächen, durch die sich das Fahrzeug stark aufheize. „Schon das Erreichen der Außentemperatur ist unter diesen Bedingungen ein Erfolg“, sagt die Sprecherin. Eine Wunschtemperatur wie im Auto lasse sich in einem Linienbus nicht einfach einstellen.
Probleme mit Klimaanlagen in einigen Bussen, die erst im vergangenen Jahr angeschafft wurden
Ausgerechnet einige der erst im vergangenen Jahr angeschafften neuen Wupsi-Busse bereiten derzeit Probleme. Bei einigen Fahrzeugen seien die Klimaanlagen ausgefallen. „Sie erleben gerade ihre erste starke Hitze. Der Hersteller arbeitet bereits daran, das Problem zu beheben“, so Menzel.
Auch für das Fahrpersonal sind die Temperaturen eine besondere Belastung. Deshalb verteilt der Wupsi-Außendienst in diesen Tagen gekühltes Wasser an die Fahrerinnen und Fahrer. Die aktuelle Hitzewelle sei außergewöhnlich. „Dass wir zehn Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad haben, ist schon etwas Besonderes“, sagt Menzel.
Die aktuellen Temperaturen sind für viele Menschen belastend – umso mehr, wenn es zusätzlich im Bus warm wird. Wir verstehen den Unmut daher sehr gut.
Ähnlich äußert sich auch die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK), deren Busse ebenfalls im Rheinisch-Bergischen Kreis unterwegs sind. „Die aktuellen Temperaturen sind für viele Menschen belastend – umso mehr, wenn es zusätzlich im Bus warm wird. Wir verstehen den Unmut daher sehr gut“, erklärt Pressesprecher Jan Peter Fischer.
Seit 2019 beschaffe die RVK ausschließlich klimatisierte Busse. Inzwischen seien rund 80 Prozent der Flotte entsprechend ausgestattet. Doch auch hier gelte: Auf Linien mit vielen Haltestellen und häufigem Öffnen der Türen arbeiteten die Anlagen unter schwierigen Bedingungen und könnten nicht dauerhaft für niedrige Temperaturen sorgen. Ein Eingreifen des Fahrpersonals sei nicht möglich, da die Klimaanlagen automatisch geregelt würden. Fielen sie vollständig aus, würden die Busse schnellstmöglich aus dem Linienbetrieb genommen und repariert.
Wie die Wupsi versorgt inzwischen auch die RVK ihre Fahrerinnen und Fahrer mit gekühltem Trinkwasser. Seit Mittwoch werden am Busbahnhof Bergisch Gladbach Wasserflaschen an das Fahrpersonal ausgegeben.

