Der Deutsche Platz in Bensberg wird mit Fördergeldern zu einer attraktiven Parkfläche umgestaltet
UmgestaltungDeutscher Platz in Bensberg erhält Frischzellenkur

Ein neues Spielgerät für den Deutschen Platz in Bensberg
Copyright: Claus Boelen-Theile
Noch ist das Projekt nicht abgeschlossen. Es hat sich in den vergangenen Wochen aber bereits viel getan bei der Umgestaltung des Deutschen Platzes in Bensberg, ein Projekt aus dem Städtebaulichen Handlungskonzept für den Stadtteil.
Dazu zählt die Neugestaltung der Schloßstraße, die Gestaltung des Stadtgartens zwischen Hospital und Innenstadt sowie die Sanierung der Burgmauer. Von der Kölner Straße aus haben Beobachter den besten Blick. Einige Spielgeräte sind bereits angekommen, sie greifen das aus der Stadtteilarbeit kommende Thema des „Internationalen Spielens/Spiele aus aller Welt“ auf.
Für den Nachwuchs
Auf einem Baumstumpf hockt die Figur eines Greifvogels, sein Blick geht hinüber zum neugestalteten Spielplatz. Neuartige Spielgeräte hat die Stadt aus den bewilligten Ausgaben in Höhe von rund 1,3 Millionen Ausgabe angeschafft. Dem Nachwuchs aus Bensberg wird ein höchst abwechslungsreicher Spielraum geschenkt.
Den Planern geht es bei der Neugestaltung der Grünanlage um den Deutschen Platz und seines Ehrenmals auch um die Integration des Parks in den Stadtteil. Vor dem Umbau wirkte er „eingeklemmt“ zwischen den Straßenzügen von Gladbacher und Kölner Straße, Bensbergerinnen und Bensberger mieden häufig die unansehnlich gewordene Anlage. Die von allen Seiten heranrückende Bebauung sorgte dafür, dass der Deutsche Platz in der Wahrnehmung der Bensberger in den Hintergrund tat.
Werk von Bernhard Rotterdam
Dabei hatte der Architekt des Deutschen Platzes, Bernhard Rotterdam, schon in Entwürfen aus dem Jahr 1929 beachtet, dass der Platz nicht unterhalb in den Straßenzug übergehen sollte. Der Platzcharakter war ihm wichtig. 1930 wurde die neugestaltete Fläche als „Friedensplatz“ benannt, ab 1933 in „Adolf-Hitler-Platz“ und unmittelbar nach Kriegsende im Mai1945 in „Deutscher Platz“.
Entstehen soll nach dem Willen der Planer ein offener, angstfreier Raum, in dem die Besucher später spazieren können. Klassischerweise kann auch vom „lustwandeln“ gesprochen werden: Dieser Begriff greift auf, dass die unterhalb verlaufenen Lindenallee einst durchgängig war und mit ihren Bäumen bis hinauf zum Jagdschloss von Johann Wilhelm II. („Jan Wellem“) und seiner Gemahlin Anna Maria Luisa von Medici heranführte.
Früher der Kutschweg
Die Trasse zwischen den Bäumen war ein wichtiger Kutschweg für hochrangige Besucher, die in Richtung des kurfürstlichen Gebäudes wollten. Nur die Schloßstraße ist bekannt für ihren Alleencharakter und einer der Besuchermagnete von Bensberg – in knapp zwei Wochen rollen durch diese Allee auch die Radprofis und Hobbyradfahrer bei „Rund um Köln“. Transparenz und Blickbeziehungen sollen durch den Umbau des Platzes wiederhergestellt werden. Die Kenner vom Bergischen Geschichtsverein Rhein-Berg begleiteten die Umgestaltung ebenfalls.
Derzeit ist alles noch mit Schutzzäunen gesichert. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Dass sich die Bensberger schon in wenigen Wochen über eine neugestaltete Grünanlage freuen können, lässt sich erahnen. Die Besucher sollen auch in einen Dialog eintreten mit der Denkmalsäule zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, in den 1920er-Jahren vom Kölner Bildhauer Ferdinand Flosdorf geschaffen.
Das Schwert soll hier als ein Symbol des Friedens interpretiert werden, weil die Schneide in den Fels gesenkt sei. Andere empfinden das Denkmal mit seinem Schwert als martialisch. Seit den 1970er-Jahren prägten umliegende Wohnhäuser und der immer weiter zunehmende Verkehr die Platzanlage. Nach fünf Jahrzehnten hoffen die städtischen Planer mit dem Handlungskonzept auf eine neue, veränderte Wahrnehmung der Freiflächen.
